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Schwabmünchen/Großaitingen

30.11.2012

Das Erdöl sprudelt immer weiter

Ölförderung in Aitingen
Bild: Archiv

Am 14. Dezember beginnt die Firma Wintershall mit einer dritten Bohrung in Schwabmünchen. Dort ist die größte Ölförderung Süddeutschlands.

Von Texas oder der Nordsee sind Schwabmünchen und Großaitingen noch weit weg – aber immerhin ist hier der mit Abstand größte Ölförderbetrieb Süddeutschlands. Und er wird noch größer: Am 14. Dezember beginnt die Firma Wintershall mit einer dritten Bohrung in der Lagerstätte Schwabmünchen.

Dort lagert in rund 1500 Metern Tiefe das „schwarze Gold“ in einer Sandsteinschicht. „Das darf man sich nicht als See vorstellen, sondern eher als Schwamm“, erklärt Joachim Pünnel, Leiter von Wintershall Deutschland. Der Bohrplatz (nördlich der Kläranlage und westlich von Mittelstetten) wird gerade gebaut, von 14. Dezember an soll gebohrt werden. Das soll etwa 25 Tage dauern.

Bohrung kostet zwischen 2,5 und 3 Millionen Euro

Eine solche Bohrung koste zwischen 2,5 und 3 Millionen Euro, sagt Pünnel. Im März und April soll die Förderung dann getestet, im Juni und Juli die Leitung gebaut werden. Wenn alles wie geplant läuft, wird die Ölquelle im Herbst an das Leitungsnetz angeschlossen. Oberirdisch bemerkt man dann davon fast nichts mehr.

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Im Ostteil der Schwabmünchner Lagerstätte wird seit 2008 an zwei Stellen Öl gefördert. „Jetzt ist es interessant, was es im Westteil gibt“, sagt Rainer Ihl, Leiter der süddeutschen Wintershall-Betriebe. Wenn die Bohrung erfolgreich sei – davon geht er aus – dann gebe es hier auch noch das Potenzial für ein bis zwei weitere Bohrungen. „Es gibt keine 100-prozentige Sicherheit, dass man was findet“, sagt Ihl. „Das ist immer spannend – aber seismische Untersuchungen haben das Risiko minimiert.“

Der Schwerpunkt der Ölförderung in Deutschland liegt in Niedersachsen, in Süddeutschland gibt es bisher zwei Standorte: Landau in der Pfalz und Aitingen. Der Ölförderbetrieb am Rande des Lechfelds ist der Größte Süddeutschlands. Das Öl wird nach der Förderung von Wasser und Begleitgas getrennt und in Kesselwagen mit der Bahn in die Raffinerie ins norddeutsche Lingen gebracht.

Seit 30 Jahren

Zwischen Groß- und Kleinaitingen fördert Wintershall schon seit 1977 an mehreren Stellen Öl, in Schwabmünchen seit 2008. Im vergangenen Jahr wurden im Feld „Aitingen“ 32 000 Tonnen und in Schwabmünchen 6000 Tonnen gefördert, sagt Betriebsleiter Ihl. Zum Vergleich: Von Mittelplate in der Nordsee, dem größten deutschen Ölfeld, waren es 1,7 Millionen Tonnen. Das Fördergebiet Aitingen bringt zwar nur etwa ein Prozent der deutschen Ölmenge, das dafür aber zuverlässig seit mehr als 30 Jahren. Ihl ist sich sicher, dass es dort noch Potenzial gibt: Von Aitingen habe man bisher etwa 46 Prozent des Öls herausgeholt, in Schwabmünchen noch nicht mal zwei – insgesamt rund 1,3 Millionen Tonnen. Bis zu 55 Prozent seien möglich.

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