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Porträt

16.06.2014

Das Kaffeehaus im Generationenpark

Ilse Schäffer (Bild oben, links) von der Zeitbörse Königsbrunn und Inge Krolo betreiben ehrenamtlich das kleine Café in der Wohnanlage Generationenpark. Es funktioniert auf Spendenbasis (Bild unten).
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Ilse Schäffer (Bild oben, links) von der Zeitbörse Königsbrunn und Inge Krolo betreiben ehrenamtlich das kleine Café in der Wohnanlage Generationenpark. Es funktioniert auf Spendenbasis (Bild unten).

Inge Krolo träumte einst von einer Konditorei. Mit 73 betreibt sie nun ein Café

Mit 17 hat man noch Träume – wer kennt diesen Schlager nicht? Mit 73 gehen sie manchmal sogar in Erfüllung – zumindest bei Inge Krolo.

Lange musste sie darauf warten, dass aus ihrem Jugendtraum, ein eigenes Café zu betreiben, Wirklichkeit wurde. „Obwohl meine Eltern eine Bäckerei in Türkheim hatten, bin ich in der Möbelbranche gelandet, um mir meine Brötchen zu verdienen,“ erzählt die Rentnerin vergnügt. Kuchen und Torten herzustellen blieb jedoch über die Jahrzehnte hinweg eines ihrer liebsten Hobbys, was nicht nur die beiden Söhne und die Enkelkinder schätzen, sondern auch ihr gesamter Freundeskreis.

So ist es nicht verwunderlich, dass Ilse Schäffer, Vorstandsmitglied der Königsbrunner Zeitbörse, gleich an ihre ehrenamtliche Kollegin dachte, als sie jemanden suchte, der das Café im Generationenpark, einem sozialen Wohnprojekt der Stadt Königsbrunn, leiten sollte. Einmal wöchentlich für drei Stunden können sich hier die Bewohner treffen, um Kaffee zu trinken, Kuchen zu essen, sich kennenzulernen und auszutauschen.

Ilse Schäffer suchte eine Person, die bereit ist, für einen reibungslosen Ablauf eines Café-Betriebes zu sorgen. Das hört sich einfach an, ist aber mit viel Arbeit und Organisation verbunden. „Ich habe mich nicht lange bitten lassen, zu Hause sitzen, und meine Alterswehwehchen zu pflegen ist sowieso nicht meine Sache,“ so Inge Krolo. „Und wenn nicht jetzt, wann dann?!“

Kuchen backen ist noch das Wenigste, was sie als Leiterin des Cafés zu tun hat. 35 bis 40 Damen, alles „Zeitbörsianerinnen“, stehen ihr zur Seite. „Pro Woche teile ich fünf Kolleginnen ein zum Backen und zwei Frauen kommen zum Helfen vor Ort,“ erklärt sie das Konzept. Meistens ist die Unruheständlerin auch selbst da. Nicht, weil sie ihr Team kontrolliert, sondern um ihre Damen aktiv zu unterstützen und die Gemeinschaft mit den Gästen zu erleben.

„Menschen aller Arten und jeden Alters treffen, Kontakte knüpfen und halten, genau das sind die Gründe für mein ehrenamtliches Engagement in diesem Café, mal davon abgesehen, dass ich immer noch leidenschaftlich gerne backe“, verrät Inge Krolo lächelnd.

Das Abrechnen gehört auch zu ihren Aufgaben. Es gibt keine Festpreise, sondern jeder gibt was er kann und für richtig hält. Wenn die Gäste alle gegangen sind, wird noch aufgeräumt und die angefallenen Krümel entfernt.

Eine Publikumsstimme dazu kommt von Eveline Baur, eine regelmäßige Besucherin. Sie hatte hier wieder einen schönen Nachmittag und sagt: „Der einzige Nachteil an ,Inges Café‘ ist, dass ich zu den leckeren Backerzeugnissen nicht Nein sagen kann.“ Darüber freut sich die Organisatorin sehr. In Gedanken, das sieht man ihr an, plant sie schon den nächsten Kaffeeklatsch-Nachmittag.

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