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Schwabmühlhausen

26.03.2017

Das Kitzbühel des Schubkarrensports

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7 Bilder
Mit Anfeuerung geht es leichter über die Hindernisse: Dieser Starter wurde von einer kleinen Gruppe über die Wippe begleitet.
Bild: Hieronymus Schneider

23 Einzelstarter und 21 Mannschaften kämpfen sich in Schwabmühlhausen vor Hunderten Zuschauern mit den historischen Gefährten über die schwierigen Hindernisse.

Was für Monte Carlo das Formel-1-Wochenende ist oder für Kitzbühel die Streif, das ist für die Schwabmühlhauser ihr Schubkarrenrennen. Bei der 20. Auflage des Kultrennens war nicht nur das ganze Dorf auf den Beinen, sondern auch unzählige Besucher aus den angrenzenden Landkreisen Landsberg, Ost- und Unterallgäu machten das Flutlichtrennen zu einem Spektakel. Die Schwabmühlhauser und Langerringer Feuerwehr hatte die Strecke abgesperrt und bestens ausgeleuchtet.

Vor dem Start versammelte die Rennleitung alle Fahrer im Schützenheim, um sie nochmals in die Regularien einzuweisen. Dabei war der sportliche Charakter deutlich zu spüren. Die Teilnehmer waren überwiegend im besten Sportleralter, stammten häufig aus Fußball- oder anderen Sportvereinen und achteten auf griffiges Schuhwerk. Wie bei der Eröffnungsfeier Olympischer Spiele gab es einen Einzug der Athleten. Angeführt von der Lamerdinger Musikkapelle zogen die Akteure um den Kirchberg, um sich die Rennstrecke einzuprägen und die Zuschauer in Ruhe kennenzulernen, denn dafür bleibt im Rennen keine Zeit.

Auf Holzpodesten nahmen die Rennbeobachter und Kommentatoren Georg Stammel und Mathias Mayr – in schwarzem Frack und Zylinder gekleidet – ihre Plätze ein. So wurden die Zuschauer immer per Lautsprecher informiert, wer gerade an den Start geht, wer in Führung liegt oder wer an einem Hindernis gerade seine Rundhölzer abgeladen hat.

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Die Regeln: Das Rennen wurde in zwei Kategorien ausgetragen. Bei der Dorfmeisterschaft kämpfte jeder für sich allein um die entscheidenden Sekunden. Jeweils vier Läufer starteten gleichzeitig mit den historischen Schubkarren auf die etwa 400 Meter lange, mit Hindernissen gespickte Strecke. Auf jedem Karren lagen vier Holzrundlinge, die ins Ziel gebracht werden mussten. Gleich nach dem Start versperrte ein Balken – etwa einen Meter hoch – quer über die Straße den Weg. Nachdem die Karren darüber gehoben und die Rundlinge wieder aufgesammelt wurden, ging es bergab über ein liegendes Balkengitter und eine Balkenwippe. In der Linkskurve war ein alter Holzschlitten zu übersteigen, dann eine Bretterbrücke zu durchkriechen und in der letzten Linkskurve versperrte noch ein Odelfass den Weg.

Der Endspurt führte schließlich bergauf und verlangte den Läufern alles ab. Völlig erschöpft stellten sie ihre Karren ab, krochen durch eine offene Saukiste und lösten mit der Glocke die Zeitnahme aus. Nicht wenige blieben danach minutenlang erschöpft liegen und rangen nach Luft. Die Gästewertung wurde als Staffellauf ausgetragen mit drei Läufern pro Team. Jeder lief eine Runde, übergab den Karren an den Nächsten und nur der Letzte musste durch die Saukiste.

Nachdem die letzte Glocke die Zielankunft eingeläutet hatte, warteten alle bei der Schubkarrenparty im beheizten Festzelt gespannt auf die Siegerehrung. Neuer Schwabmühlhauser Dorfmeister wurde Andreas Kramer, der damit in die Fußstapfen seines Vaters trat. Die Siegerzeit von 1:26,065 Minuten gemessen ist bemerkenswert. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Rudi Kramer und Andreas Mayr mit Zeitabständen von etwa sechs und acht Sekunden. Auch die Plätze dahinter waren hart umkämpft, nur die letzten vier aus dem Feld von 23 Startern ließen es als Oldietruppe gemütlich angehen, legten einige Trinkpausen ein und schritten gemeinsam ins Ziel.

Bei der Gästewertung gingen 21 Teams an den Start und das Staudendorf Siegertshofen stellte mit fünf Mannschaften den Teilnehmerrekord in der Gästewertung auf. Die beiden Mannschaften von der Hütte aus Aufkirch landeten einen Doppelsieg vor dem Team Stüberl Kitzighofen. Die Gesamtzeit des Siegerteams Hütte Aufkirch II betrug 4:21,379 Minuten. Etwa zehn Sekunden betrug der Abstand der anderen Mannschaften auf dem Siegertreppchen. Die ersten drei in jeder Wertung erhielten Kuhschellen als Trophäen, die weiblichen Teilnehmer Lebkuchenherzen und für alle gab es Verzehrbons für die lange Party danach.

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Weitere Bilder der Renn-Nacht unter

schwabmuenchner-allgemeine.de

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