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Porträt

21.08.2020

Das Leben ist kein Ponyhof

Siegfried P. Rupprecht aus Langenneufnach hat einen spannenden Kinderroman geschrieben.
Bild: Marcus Merk

Siegfried P. Rupprecht hat ein neues Kinderbuch herausgebracht. Um was es in „Saurierstark“ geht, welche Botschaften darin stecken und was der Langenneufnacher persönlich mit der Hauptfigur verbindet

Nicht blumig, aber auch nicht plump: Es ist eine Kunst, so zu schreiben, dass im Kopf des Lesers Bilder entstehen. Siegfried P. Rupprecht gelingt das in seinem neuen Roman. Der Kinderbuchautor und Mitarbeiter dieser Zeitung lässt die Leser in die Gefühlswelt seiner jugendlichen Hauptfigur eintauchen. In lebendiger Sprache entwickelt der Langenneufnacher auf über 200 Seiten die Geschichte von einem Zwölfjährigen, der mächtig unter Druck gerät. Daniel, so heißt die Hauptfigur in „Saurierstark“, wird von Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit überwältigt. Er lässt sich aber nicht kleinkriegen – mit seiner Standhaftigkeit gewinnt er am Ende.

„Älteren Grundschulkindern darf man in der Literatur durchaus etwas Emotionalität zumuten“, sagt Siegfried P. Rupprecht. Die damit stattfindende Auseinandersetzung zeige Lösungsmodelle für Probleme des Alltags auf. Gleichzeitig mache es stark für die eigene Welt, meint der 68-Jährige, der im vergangenen Jahr „Macke Taifun und seine Halunken“ veröffentlichte – ein Kinderkrimi mit charmant-schrägen Figuren, viel Witz und Situationskomik. „Saurierstark“ beinhaltet wieder Elemente eines spannenden Krimis, ist diesmal aber nicht in der Fabelwelt, sondern in der Realität angesiedelt.

Warum der Genrewechsel? „Ich habe mir eine Geschichte über Freundschaft vorgestellt, die überschattet wird von Problemen, die nicht vorhersehbar von außen eindringen“, berichtet der 68-jährige Autor. „Im Mittelpunkt steht eine Handlung um Lüge und Wahrheit, die schließlich aus dem Ruder läuft.“ Hauptfiguren in „Saurierstark“ sind Daniel und Jan. Die zwölfjährigen Klassenkameraden retten einen Autofahrer aus dem Hochwasser. Zunächst schlägt den beiden Bewunderung entgegen. Doch dann kommt es anders: Daniel ist Beschimpfungen und Drohungen ausgesetzt. Und dann stellt auch noch die Polizei unangenehme Fragen. Von einem Tag auf den anderen stellen Daniel und Jan fest, dass das Leben kein Ponyhof ist. Sie werden mit Problemen, Hindernissen, Anfeindungen und kriminellen Energien konfrontiert. In diesen schwierigen Zeiten merken sie, wie wichtig Freundschaft ist, aber auch der Rückhalt der eigenen Familie.

Die beiden Hauptfiguren, die eine gemeinsame Leidenschaft für Dinosaurier verbindet, könnten auch etwas älter sein. Jedenfalls wirkt der ein oder andere Dialog etwas gedrechselt. Autobiographisches sei bei Daniel und Jan nicht eingeflossen, versichert der Autor. „Aber bei der einen oder anderen Szene Erinnerungen an den eigenen Schulunterricht.“ Rupprecht könnte sich aber durchaus mit Daniel identifizieren. „Er ist kein ängstliches oder kontaktscheues Kind, eher einer, der die Welt für sein Alter relativ realistisch sieht. Auch ich war ein Kind, das Dinge bemerkte und dann Fragen stellte.“

Der Kinderroman spielt übrigens im Jahr 1996. Das hat einen besonderen Grund. „Ich wollte nicht unsere heutige schnelllebige Zeit in den Mittelpunkt stellen, die viel auf Action, Digitalisierung, Oberflächlichkeit und Fakes getrimmt ist. Weniger ist manchmal mehr“, sagt Rupprecht. „Ich hatte verstärkt das Miteinander im Fokus, auch eine Art Entschleunigung. Da erschienen mir die 1990er-Jahre verlässlicher.“

Auch Kritik kommt zwischen den Zeilen in „Saurierstark“ durch, das auf dem Cover mit einem verschwommenen Blick in ein Bachbett Interesse weckt: Beispielsweise an den Medien, die nur an der Sensation und nicht an ausgewogener Berichterstattung interessiert sind.

Das Geschäft kennt Siegfried P. Rupprecht übrigens sehr gut: Seit vielen Jahren schreibt er für die Augsburger Allgemeine und die Schwabmünchner Allgemeine. Seit vielen Jahrzehnten widmet sich der frühere Bankangestellte auch dem Kinderbuchsektor. Sein erstes Kinderbuch „Der Streit um den Regenbogen“ erschien 1989. Es wurde in verschiedene Sprachen übersetzt und für das Fernsehen verfilmt. „Marvin der Ausreißer“ und „Alfredo Fettucchini“ wurden für das Fernsehen verfilmt und als Hörbücher veröffentlicht.

„Saurierstark“, umfasst 230 Seiten und kostet 9,90 Euro. Das Buch ist erhältlich unter der Telefonnummer 08239/7447 und per E-Mail unter edition-rupprecht@web.de.

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