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Konfliktpotenzial

20.03.2009

Das Lechfeld ist anfällig für soziale Probleme

Die Voraussetzungen sind nicht optimal, doch die Gemeinden tun ihr Bestes. Damit das soziale Klima auf dem Lechfeld stimmt, müssen die Kommunen hier mehr in Jugend- und Sozialarbeit investieren als in vielen anderen Orten im Landkreis. Von Monika Schmich

Lechfeld. Die Voraussetzungen sind nicht optimal, doch die Gemeinden tun ihr Bestes. Damit das soziale Klima auf dem Lechfeld stimmt, müssen die Kommunen hier mehr in Jugend- und Sozialarbeit investieren als in vielen anderen Orten im Landkreis. Das ist das Ergebnis der Sozialraum-Analyse, die das Landratsamt Augsburg durchgeführt hat.

Verantwortlich für diese Studie ist Hannes Neumeier, der Sachgebietsleiter Jugendhilfe. Er stellt den Kommunen auf dem Lechfeld ein gutes Zeugnis aus: "Sie tun wirklich viel", sagt er. Sie investieren in soziale Projekte, sind sich ihrer Verantwortung bewusst. Der Fachmann weiß, dass das nötig ist. "Aufgrund der speziellen Situation haben die Gemeinden hier eine dauerhaft höhere Belastung", so Neumeier.

Diese "spezielle Situation" beruht vor allem auf zwei Faktoren, erklärt der Fachmann: Die Gemeinden reihen sich entlang einer wichtigen Verkehrsader, die Orte wachsen schnell, nicht immer werden die Menschen heimisch. Zudem ist die Bundeswehr wichtigster Arbeitgeber. Der Job des Soldaten belaste viele Familien.

Das Lechfeld ist anfällig für soziale Probleme

All das wirkt sich auf das soziale Leben in den Lechfeld-Gemeinden aus. All das spiegelt sich in den Zahlen, die das Landratsamt erhoben hat, wieder. Untersucht wurden zwischen 2005 und 2007 verschiedene Faktoren - von der Geburtenrate in den Orten über den Anteil der Sozialhilfe-Empfänger bis hin zur Anzahl jugendlicher Straftäter in den Gemeinden.

Auffällig auf dem Lechfeld ist die hohe Scheidungsrate. In jedem Ort - Ausnahme Kleinaitingen - ist mehr als ein Prozent der Kinder vom Ehe-Aus der Eltern betroffen. Möglicherweise ist die Nähe zum Bundeswehrstandort ein Grund dafür, erklärt Neumeier. Denn unter Soldaten gäbe es die höchste Scheidungsquote. Dadurch wiederum ist der Anteil der Alleinerziehenden "recht hoch", so Neumeier. Und die wiederum seien tendenziell eher auf staatliche Hilfe angewiesen als Familien mit beiden Elternteilen.

Untermeitingen kann sich sehen lassen

Im Gemeinderat in Untermeitingen hat der Fachmann die Ergebnisse der Analyse bereits präsentiert. In den nächsten Monaten wird er auch die anderen Gemeinden besuchen.

Untermeitingen könne sich im "landkreisweiten Vergleich sehen lassen", lobte Neumeier. Dank der Bemühungen um die offene Jugendarbeit und der Vereine. Allerdings gibt es eine Einschränkung: Vandalismus, der zuletzt zur Einzäunung der Schule geführt hatte, wird durch diese Statistik nicht erklärt. "Das ist ein ganz besonderes Phänomen", so der Fachmann vom Jugendamt.

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