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Bobingen

21.01.2019

Das Rote Kreuz kämpft mit Raumnot

Zu immer mehr Einsätzen muss die Bobinger Rettungswache ausrücken. Ihre Räumlichkeiten sind beengt.  
Bild: Rotes Kreuz

Die Sanitäter werden immer häufiger gebraucht. Doch fehlt es in Bobingen an Unterkünften für sich und Fahrzeuge. Die Rettungswache hofft auf einen Neubau.   

Die Rettungswache des Roten Kreuzes in Bobingen hat von Jahr zu Jahr mehr zu tun. Ihre räumliche Nöte sind dabei noch immer nicht gelöst. Ihr fehlt ebenso Platz wie der BRK-Bereitschaft. Das machten ihre Sprecher bei der jüngsten Jahresversammlung deutlich.

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Laut Wachleiter Martin Gschwilm stehen in Bobingen BRK-Retter laufend bereit. „Auf unserer Rettungswache in Bobingen ist bedarfsorientiert ein Krankentransportwagen werktags und rund um die Uhr ein Rettungswagen besetzt“, erklärte er. Diesen teile man sich mit der Firma Bäuerle.

Die Einsatzzahlen steigen seit Jahren an

Für das Rote Kreuz seien im vergangenen Jahr acht hauptamtliche Mitarbeiter, zwei Auszubildende und ein Mitarbeiter im Bundes-Freiwilligendienst beschäftigt gewesen. Diese werden unterstützt durch ein engagiertes und qualifiziertes Team aus etwa fünfzehn ehrenamtlichen Mitarbeiterin, die in 295 Schichten insgesamt 2224 Stunden abgeleistet haben.

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„Bedenklich ist, dass die Einsatzzahlen – wie schon in den letzten Jahren – wieder angestiegen sind“, so Gschwilm. Sowohl im Bereich der Notfallrettung als auch im Bereich Krankentransport habe man weiterhin die höchste prozentuale Auslastung im Vergleich mit allen Rettungswachen im Landkreis Augsburg.

Auch seien die Fahrzeuge länger bei Einsätzen unterwegs gewesen: insgesamt 4549 Stunden. Und sie hätten mehr Strecke, mämlich 88469 Kilometer, zurückgelegt. Dabei halte man eine Ausstattung in den Fahrzeugen vor, die deutlich über den geforderten Vorgaben liege.

Hoffnung auf einen Umzug

Wachleiter Martin Gschwilm warf in seinem Bericht auch einen Blick in die Zukunft: „Derzeit sind die Planungen für den Neubau unserer Rettungswache in der Nähe der Bobinger Wertachklinik in vollem Gange“, berichtete er. „Nachdem der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung und die Kostenträger grünes Licht für einen Umzug gegeben haben, laufen jetzt die letzten Absprachen und Planungen an.“

Manfred Rupprecht Leiter des Rettungsdienstes im Kreisverband Augsburg-Land betonte in seinem Grußwort, dass man wisse, was an den Ehrenamtlichen aus Bobingen habe. „Ohne das Ehrenamt geht es im Rettungsdienst durch die derzeit extreme Auslastung einfach nicht mehr“, so Rupprecht. In den vergangenen fünf Jahren gebe es eine Steigerung der Rettungseinsätze um 20 Prozent.

Die neue Rettungswache in Bobingen wolle man nun gezielt vorantreiben und hoffe, dass sie spätestens 2020 steht. „Das ist wichtig, weil wir eine weitere Genehmigung für Bobingen als Lehrrettungswache bekommen haben“, meinte Rupprecht. Trotz allem aber sei es wichtig, nicht zu vergessen, worum es eigentlich gehe: „Es geht um die Menschen, denen wir helfen wollen.“

Der Bereitschaft fehlt eine beheizte Garage

Raumprobleme habe auch die BRK-Bereitschaft, berichtete ihr Leiter Dr. Sebastian Delker. Er sprach die seit Jahrzehnten schwierige Garagensituation an. „Unsere Unterkunft in Wehringen wurde wegen Eigenbedarfs gekündigt, nun stehen wir in einer Kalthalle ohne Stromanschluss in der Michael-Schäffer-Straße in Bobingen.“ Der Einsatzwagen habe nun abgemeldet werden müssen, da Medikamente und andere Hilfsmittel einer Temperaturüberwachung und damit einem Stromanschluss bedürfen. „Hier können wir aber Abhilfe schaffen und von der Feuerwehr ein Stromkabel zu unserem Auto legen“, so Delker.

Immer noch forciere er eine Garagenlösung in der Nähe des BRK-Heimes, das wäre optimal. Das Angebot der Stadt Bobingen, für eine Lösung im Zuge des Neubaus des Hallenbads zu sorgen, sieht Delker kritisch. Denn die Zukunft des Bades sei derzeit nicht gesichert. Bürgermeister Bernd Müller sagte dazu: „Die Stadt ist hier nicht untätig.“ Man versuche eine Dauerlösung in der Nähe des Rot-Kreuz-Heimes zu sichern.

Wehringens Bürgermeister Manfred Nerlinger lobte die Bereitschaft: „Die Wehringer Rotkreuzler sind gerne unter dem Dach Bobingens, weil es eine starke Gemeinschaft ist. Das ist für uns Bürger ein gutes Gefühl, so ein gutes Team im Hintergrund zu haben.“

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