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Klosterlechfeld

22.04.2019

Das Wasser auf dem Lechfeld wird teurer

Die Sanierung des Wasserwerks in Klosterlechfeld spiegelt sich immer noch im Schuldenstand wider und ist neben den Instandhaltungskosten für die Rohrleitungen ein Grund für die Gebührenerhöhung.
Bild: Uwe Bolten

Der Wasserzweckverband erhöht aufgrund der Schuldenlast die Verbrauchsgebühren. Warum auch eine Erhöhung bei den Herstellungsgebühren ins Auge gefasst wird.

Für einen regen Gedankenaustausch, jedoch in grundsätzlicher Einigkeit, sorgte die Erhöhung der Verbrauchsgebühren im Bereich des Wasserzweckverbandes Lechfeld. Da nach dem Haushalt erneut 300000 Euro, insbesondere zur Instandhaltung der Versorgungsleitungen, aufgebracht werden müssen, hatte sich im Vorfeld der Ausschuss – bestehend aus den Bürgermeistern der Verbandsgemeinden – für eine Anpassung ausgesprochen. „Seit sieben Jahren hat es keine Erhöhung der Verbrauchsgebühren gegeben.

Der Schuldenstand ist weiter gewachsen und wir benötigen weitere liquide Mittel, um unserem Versorgungsauftrag gerecht zu werden“, fasste der Verbandsvorsitzende, Untermeitingens Bürgermeister Simon Schropp, zusammen.

Erhöhung der Grundgebühren brachte keine Verbesserung

Die Einmalbeträge aus den Erschließungen seien kein verlässliches Mittel der Liquiditätssteigerung, da diese von der Fertigstellung der kommunalen Bauvorbereitungen abhänge. Auch habe die vor zwei Jahren beschlossene Erhöhung der Grundgebühren mit durchschnittlichen Einnahmen von 250000 Euro keine signifikante Auswirkung auf das operative Geschäft. Weiterhin habe der Verband trotz großer Maßnahmen wie der Installation der zwei Flachbrunnen in Prittriching und der Sanierung des Wasserwerks keine Ergänzungsbeiträge erhoben.

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Anhand eines Rechenbeispiels belegte Schropp dem Gremium, dass die Belastung der Bürger bei der ins Auge gefassten Erhöhung von 1,50 Euro auf 1,80 Euro dies bei einer vierköpfigen Familie eine Mehrbelastung von 48 Euro bedeute. Eine Einzelperson müsste zwölf Euro im Jahr mehr aufwenden. „Dies ist für 1000 Liter des wichtigsten Lebensmittels nicht zu viel“, äußerte sich Marianne Grönninger (Grüne) vom Gemeinderat Untermeitingen.

Gemeinderat fordert, auch Grundstückskäufer zur Kasse zu bitten

Etwas emotionaler wurde die Diskussion, nachdem Karl Strass (CSU) aus dem gleichen Gemeinderat die Frage nach der Erhöhung der Erschließungsbeiträge stellte. „Nicht nur der Verbraucher sollte mehr zahlen, sondern auch die Käufer der Grundstücke gehören in die Betrachtung“, stellte er fest. Dies unterstützte Klosterlechfelds Bürgermeister Rudolf Schneider. „Die Gebühren waren in der Vergangenheit verbrauchsorientiert. Wir sollten die Erhöhung der Erschließungsgebühr als Vorabinvestition für die Zukunft weiterer Baumaßnahmen sehen“, argumentierte er. Stephan Hammer (FW) aus dem Gemeinderat Graben unterstrich die Forderung zur Erhöhung mit dem Vergleich zu den steigenden Baukosten.

Unstimmigkeit herrschte anfangs über den Vorschlag des Verbandsvorsitzenden, die Erhöhung der Erschließungsgebühr erst im nächsten Jahr zu vollziehen. „Warum nicht sofort?“, war anfänglich die verbreitete Meinung im Gremium. „Wir sollten zuerst Fachleute eine Erhöhung berechnen lassen, um nach deren Ergebnis den Betrag der Erhöhung zu definieren“, entgegnete Schropp. Einstimmig beschloss die Versammlung, die Erhöhung der Verbrauchsgebühren ab Oktober auf 1,80 Euro pro Kubikmeter Wasser. Gleichzeitig erhielt der Verband den Auftrag, eine Neuberechnung der Herstellungsgebühren durchführen zu lassen, um im Ausschuss darüber im Herbst beraten zu können. Eine Beschlussfassung der Versammlung wurde im Frühjahr 2020 ins Auge gefasst.

Karina Steinbrecher von der Verwaltungsgemeinschaft Lechfeld legte vor der Diskussion zur Gebührenerhöhung den Haushalt 2019 zur abschließenden Beratung vor. Der Verwaltungshaushalt schließt mit knapp drei Millionen Euro ab, der Vermögenshaushalt mit 1,2 Millionen Euro. Der Haushalt und die Feststellung der Jahresrechnung 2018 wurden vom Gremium einstimmig verabschiedet.

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