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Eindrücke

17.10.2012

Das Wetter sehr kalt, die Straßen sehr leer

In der Staatskanzlei in München wurden die Gruppe der De Paul-Schule – hier die beiden Lehrerinnen – von Ministerialrat Paul Fischer begrüßt.
Bild: V. Täufer

So haben die Gäste aus Indien in den vergangenen Tagen das Gymnasium, Königsbrunn und Bayern erlebt

Königsbrunn Am vergangenen Freitag kamen die 16 Schüler und drei Lehrer der De Paul-Schule aus dem südindischen Mysore nach Königsbrunn. Für fast alle von ihnen war es der erste Besuch in Europa – und der brachte eine Fülle von neuen Erfahrungen.

Wetter „Hier ist es sehr kalt“, ist einer der ersten Kommentare, die dem 17-jährigen Sherwin einfallen, „bei uns hat es jetzt etwa 25 Grad“. Und das ist dann die kalte Jahreszeit, der „Winter“, bemerkt Lehrer Venkatraman Sundaram. Und hier sei das Wetter oft „unvorhersehbar“, ändere sich schnell, merkt seine Kollegin Sathyanarayana Mamatha an. Wenn bei ihnen in Indien die Sonne scheine, dann tue sie das meist den ganzen Tag.

Verkehr „Hier fahren alle auf der anderen Seite“, bemerkt Lehrerin Gita Rani Bhattacharjee, die in Indien Linksverkehr (nach britischen Vorbild) gewohnt ist. Kollegin Mamatha hat den Eindruck, „es ist hier sehr leer auf den Straßen. Da sind nicht viele Leute unterwegs“. Sie erklärt sich das damit, dass Deutschland ja nicht so dicht besiedelt ist wie Indien – und mit dem anderen Klima. Weil sich das Wetter hier oft verändere, so vermutet sie, „können die Leute nicht so raus aus dem Haus wie sie wollen“.

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Technik Es gibt hierzulande viele technische Geräte im Alltag, ist den indischen Lehrern aufgefallen. Sie erwähnen etwa Fahrkartenautomaten an der Bushaltestelle. „Bei uns sind viel mehr Menschen mit einfachen Tätigkeiten beschäftigt“, berichten sie.

Pünktlichkeit „Die Leute hier sind sehr pünktlich“, fügt sie noch an. Wer in Indien fünf Minuten nach der vereinbarten Zeit komme, sei immer noch pünktlich, erzählt sie, „aber hier zählt jede Minute!“

Jugend Die Mädchen haben hier mehr Freiheiten, merkt Sagarika an, „in Indien müssen sie vor 7 Uhr abends zuhause sein“.

Schule Die 15-jährige Janisha beeindruckt die Größe des Gymnasiums, wo etwa dreimal so viele Schüler unterrichtet werden wie an der De Paul-Schule. Den beiden Mädchen fällt auf, dass die Schüler hier modische und bequeme Kleidung tragen dürfen. Andererseits finden sie ihre Schuluniformen nicht schlecht, denn in ihrer Gleichförmigkeit bieten sie dem Einzelnen auch Schutz vor Mobbing und lassen Unterschiede zwischen Schülern aus ärmeren und reicheren Familien nicht erkennen.

Unterricht Die Schule in Indien soll nicht nur Fakten vermitteln, sondern auch moralische Werte, heben Venkatraman Sundrama und seine Kolleginnen hervor. An ihrer Schule ist es üblich, dass die Schüler am Ende der Stunde den Lehrer stehend verabschieden und ebenso den Lehrer für die nächste Unterrichtsstunde begrüßen. Das fördere die Konzentration auf das neue Thema, meint Sundaram. Seine Kollegin Mamatha stellt schließlich fest: „Lehrer und Schüler sind überall ziemlich ähnlich, auch wenn sie unterschiedliche Methoden und Möglichkeiten haben.“

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