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Königsbrunn

15.06.2018

Das Zentrum ist nur teilweise einladend

Der Europaplatz mit seiner Gastronomie ist im Sommer nur vor Öffnung der Cafés so leer. Verbesserungspotenzial sehen die Königsbrunner aber auch hier.

Königsbrunner Bürger diskutieren bei den „Stadtgesprächen“ über ihre Wünsche für eine moderne Innenstadt. Der Verkehr bleibt dabei eine große Frage.

Die Zukunft der Königsbrunner Innenstadt haben die gut 40 Besucher der zweiten Ausgabe der Königsbrunner Stadtgespräche am Donnerstagabend im Infopavillon 955 angeregt diskutiert. Dabei ging es um die Gestaltung der öffentlichen Räume, also Straßen, Plätze und Grünanlage, sowie um die Frage: „Was braucht die Stadtmitte, um für mehr Bürger attraktiv zu sein?“ Alwin Jung, der Referent für Stadtentwicklung, und Werner Lohmann, der Leiter des Technischen Bauamts konnten einige Anregungen mitnehmen. Es zeigte sich aber auch, dass manche Fragen einfach diffizil sind. Eine Zusammenfassung der Diskussion.

Wohin sollen die ganzen Autos?

Die Gretchenfrage lautet: Wie hält es das einstmals längste Straßendorf nun als Stadt mit dem Autoverkehr? Unter den 40 Anwesenden waren viele, die oft das Auto stehen lassen und für den Weg ins Zentrum ihre Fahrräder nutzen. Aber: „Irgendwo müssen die 15000 Autos, die pro Tag über die Bürgermeister-Wohlfarth-Straße rollen, ja herkommen“, wie ein Mann anmerkte.

Und hier scheiden sich die Geister. Einerseits bemängelten viele Bürger, dass man bei den schönen Außenbewirtungen der Gaststätten meist nur die Aussicht auf die vorbeifahrenden Autos genießen könne. Andererseits möchte auch niemand den Verkehr ganz aus der Innenstadt verbannen. Die Frage bleibt, wie man eine weitere Beruhigung des Bereichs zwischen den Kreisverkehren hinbekommen könnte. Bremshügel oder eine weitere Drosselung der Geschwindigkeit überzeugten die Anwesenden nicht restlos. Grundsätzliches Lob hatten die Besucher für die Fotos der Bürgerwerkstatt übrig, die Werner Lohmann zeigte. Darin wird die Straße mit deutlich mehr Bäumen und mit engerem Fahrstreifen dargestellt.

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Auf die Frage, wann die Planungen denn endlich konkret würden, konnte Werner Lohmann den Bürgern Hoffnung machen. Der Planer für die gesamte Maßnahme sei gefunden, sodass es im Herbst endlich richtig losgehen könne. Eines der nächsten Stadtgespräche werde sich deshalb auch mit der Zukunft der Bürgermeister-Wohlfahrth-Straße befassen, um den Königsbrunnern noch einmal die Chance zu geben, Wünsche für die Planung einzubringen.

Mit dem bestehenden Angebot sind viele nicht unzufrieden

Grundsätzlich findet sich für die meisten Anwesenden etwas im Zentrum. Seien es Ärzte oder Fitness-Studio, oder die gastronomischen Angebote und die Einkaufsmöglichkeiten mit Bäckern, Metzgern und kleineren Supermärkten. Auch gehen viele der Anwesenden gerne im Zentrum spazieren.

Gewünscht werden ein paar anheimelnde Ecken mehr. Zum Beispiel Sitzgelegenheiten im Schatten – einerseits für die Mittagspause, andererseits für Senioren, die zu Fuß unterwegs sind und eine Pause einlegen wollen. Vermisst werden im Zentrum auch kleine Geschäfte. Durch sie sei die Schwabenstraße früher ein Treffpunkt gewesen. Werner Lohmann wies auf Projekte in den USA hin, bei denen kleine Einheiten mit Geschäften und Lokalen für eine Belebung gesorgt hätten. Derzeit führe die Stadt Gespräche mit mehreren Investoren, die sich grundsätzlich ein Engagement in der Innenstadt vorstellen könnten: „Man muss aber schauen, was letztlich machbar ist.“

Eine weitere Problematik seien hier die Parkplätze, ergänzte Alwin Jung. Manche Investoren forderten für ihre Geschäfte oberirdische Parkplätze, weil die Kunden erfahrungsgemäß deutlich zurückhaltender auf Tiefgaragen reagieren. „Wir werden die Stadt aber nicht zur Hälfte mit Parkplätzen zupflastern“, sagte Jung. Angedacht ist eine Tiefgarage unter der künftigen Straßenbahnwendeschleife, sowie ein Park-and-Ride-Platz nahe des ZOB für Straßenbahn-Pendler.

Die Königsbrunner vermissen die Therme und wünschen sich eine Stadthalle

Die Königstherme wird vermisst, das machten einige Besucher im Infopavillon deutlich – als Wahrzeichen der Stadt, aber auch als Freizeitangebot für Schwimmer, Saunafreunde und für Familien. Das wieder eröffnete Gymnasiumsbad deckt diese Wünsche bei weitem nicht ab. Der Ilsesee ist nicht jedermanns Sache Ein kleines Frei- oder Hallenbad mit Saunabereich wünschten sich einige Besucher.

Auch der Wunsch nach einer Stadthalle kam zur Sprache. Ein Besucher regte an, an diese Halle wie beim Gasteig in München Läden anzugliedern, damit nicht nur abends vor den Vorstellungen Betrieb herrsche, sondern auch ganztags. Werner Lohmann berichtete, dass die Stadt derzeit verschiedene Nutzungsmöglichkeiten des Thermenareals als Teil eines Gesamtkonzepts für den Sport- und Freizeitpark West prüfe. Erste Ergebnisse sollen im Herbst vorgestellt werden.

Termine In der Reihe „Stadtgespräche“ sollen noch weitere Runden zu verschiedenen Themen der Modernisierung des Königsbrunner Zentrums stattfinden. Die Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben.

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