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Bobingen

19.06.2019

Das alte Pfarrheim wird rundumerneuert

Wie eine Schlossruine mutet das Innere des alten Pfarrheims in Bobingen an. Doch in einigen Monaten wird hier alles wie neu wirken.
Bild: Anja Fischer

Die Generalsanierung kommt gut voran. Zunächst muss das alte Bauwerk leiden. Putz und Dach fehlen, Böden wurden aufgerissen. Doch am Ende soll das Haus der ganzen Pfarreiengemeinschaft von Bobingen dienen.

Seit einigen Tagen versteckt sich das alte Pfarrheim der Bobinger Pfarrei St. Felizitas an der Hochstraße hinter einem gebäudehohen Gerüst und dem dazugehörigen Schutznetz. Fast könnte man meinen, die alte Dame, die sich zuletzt mit einem schönen Roséton an den Außenwänden präsentierte, schäme sich ihres derzeit leicht derangierten Zustandes, den die Sanierung mit sich bringt und verberge sich deshalb, bis Rouge und Lippenstift alias Putz und Mörtel wieder aufgetragen sind.

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Metallplatten stoppen Feuchtigkeit

Das wird allerdings noch etwas dauern, wie Philipp Bosse vom Architekturbüro Bosse meint. „Etliche Arbeitsschritte wie das Trockenlegen der Außenwände und die Abdichtung des Kellers sind schon fertig“, berichtet er. Dünne Metallplatten waren in die Wände eingezogen worden, um künftig die aufsteigende Feuchtigkeit fernzuhalten. Die dazu aufgeworfenen Gräben konnten bereits wieder zugeschüttet werden - auch um das Gerüst aufzustellen. Gerade wurde das Dach geöffnet. Auch dort sind Arbeiten nötig. Am Ende wird es mit neuen Ziegeln eingedeckt werden. Die derzeitige Generalsanierung gilt als überfällig.

Es ist also viel zu tun. Zwar steht der in seiner heutigen Form rund 180 Jahre alte Bau nicht unter Denkmalschutz, doch er hat eine historische Bedeutung. Schon seit dem 17. Jahrhundert hatten Vorgängerbauten hier eine besondere Bedeutung für den Ort. Betritt man das große Gebäude durch die alte Haustür, die immer noch die Kreideschrift der Heiligen Drei Könige ziert, wird schnell klar, dass das Erdgeschoss neue Böden erhalten hat und zum Erdreich hin mit gut zehn Zentimetern gedämmt wurde. Gleichzeitig bekam das Haus eine Corsage aus Stahlverstrebungen, die das Gebäude künftig stabil halten soll.

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Überall Baustelle

Unterschiedliches Setzungsverhalten durch eine nur teilweise Unterkellerung und schwere Bauarbeiten in der Nachbarschaft hatten zuletzt für große Risse in den Wänden gesorgt. Diese sind derzeit gar nicht mehr so gut zu sehen, denn dem alten Gemäuer fehlt rundherum der Putz. Auch die Böden wurden abgetragen, die bisher mit Kies- und Kiesstaub gefüllten Fehlböden ausgeräumt und neu aufgebaut.

Innen ist es gerade zudem etwas zugig. Die alten einflügeligen Rundbogenfenster wurden schon herausgebrochen, die leeren Fensterhöhlen geben dem alten Gebäude zusammen mit den unverputzten Wänden den Anstrich einer Schlossruine aus dem Mittelalter.

In den nächsten Tagen werden die Handwerker aber bereits die neuen, diesmal zweiflügeligen Fenster einsetzen. Auch die Rohinstallationen sind schon verlegt und so kann innen schon wieder neu verputzt werden. Dann wird das alte Pfarrheim Stück für Stück sein Gesicht und sein Aussehen wieder bekommen.

Zeitlich gesehen kommen die Bauarbeiten gut voran, wie Bosse versichert. Rund 1,1 Millionen Euro investiert die Kirche dafür. Mit welchem Farbanstrich es sich am Ende außen präsentieren wird, ist noch nicht bekannt. Philipp Bosse lacht: „Wir haben in einem Zimmer innen an der Decke auch einen rosa Anstrich gefunden, das Pfarrheim dürfte also einmal ganz rosa gewesen sein.“

Leider sei von der ursprünglichen Fassadenfarbe aber nichts mehr auffindbar. Ob es wieder ein Roséton wird, ist immer noch offen. Ein wenig Rouge auf den Wangen dürfte aber dem Pfarrheim wieder gut zu Gesicht stehen.

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