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Kultur

21.10.2019

Das aufregende Leben des Chet Baker

John Marshal (Jazz-Trompete), Johannes Ochsenbauer (Bass) und Alex Jung (Gitarre, von links) begleiten Marcus A. Woelfle, der Passagen aus seiner „Chet Baker Story“ in der Buchhandlung Schmid vorliest.
Bild: Petra Manz

In Schwabmünchen wird ein Buch über das Wirken des Jazz-Trompeters mit musikalischer Begleitung präsentiert

Wer bis dato mit dem Namen Chet Baker (1929 bis 1988) nur eine nebulöse Vorstellung von der Jazz-Koryphäe verband, konnte nun bei der jazzig-musikalischen Lesereise dem legendären Jazz-Trompeter Leben verleihen. Die Schwabmünchner Buchhandlung Schmid hatte den Musiker, Autor und Jazzexperten Marcus A. Woelfle zu einer Lesung aus seinem biografischen Text „Chet Baker Story“ geladen. Das musikalische Trio mit und um Johannes Ochsenbauer (Bass), Alex Jung (Gitarre) und John Marshal (Trompete) versetzte das Publikum in der prall gefüllten Buchhandlung zurück in die Welt Chet Bakers.

Gut 50 Zuhörer hatte die Konzertlesung, die im Rahmen des zweiten Halbjahresprogramms und in Kooperation mit der Initiative Kulturpur Lechfeld stattfand, angelockt. Auch der Gräbinger Bürgermeister Andreas Scharf, der selbst einer Jazz-Band angehört, und Sabine Biedermann, beide tragende Pfeiler von Kulturpur Lechfeld, genossen das Zusammenwirken von biografischem Text und jazziger Untermalung. Die Worte des Autors Woelfle ließen Bilder der damaligen Zeit vor dem geistigen Auge der Zuhörer entstehen, sanft eingespielte, überleitende und klangstark übernehmende Gitarren- und Bassklänge verstärkten die Emotionalität des gelesenen Textes und nahmen das Publikum mit in das Leben und die Welt von Chet Baker.

Wenn John Marshal mit seiner Trompete vorsichtig und doch selbstbewusst in diesen klanglichen Hintergrund eintrat, wurde für das sensible Zuhörerohr die Virtuosität und Fragilität des Chet Baker spürbar. Ein Phänomen, das laut Woelfle diesen Musiker zu Lebzeiten von den zeitgenössischen Jazzmusikern stark unterschied. Und man gar von einem an Massenhypnose grenzendes Phänomen sprach, wenn das Publikum den Trompetenklängen Chet Bakers unterlag.

Man erfuhr auch allerhand Details und Anekdoten aus dem Leben des Musikers. Coolness, Leichtigkeit, Schwerelosigkeit des Trompetenspiels, die Gefühle eher verborgen als offensichtlich einerseits, und Junkie-Leben, parallele Frauengeschichten, Unstetheit, charakterliche Widersprüchlichkeit andererseits, – die Persönlichkeit des legendären Musikers scheint nur schwer fassbar. Dennoch oder gerade deswegen hatte sein Trompetenspiel das Publikum von damals und auch die Zuhörer in der Buchhandlung Schmid an diesem Abend in seinen Bann gezogen.

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