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Langerringen/Lamerdingen

07.10.2016

Das gestörte Vogelparadies

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2 Bilder
Stefan Höpfel (links) und Reimut Kayser erklärten den Teilnehmern die Bedeutung des Naturschutzgebietes Burghofweier als Sammelplatz für Milane.
Bild: Hieronymus Schneider

Vogelschützer befinden sich im Interessenskonflikt mit der Windkraftnutzung.

Die Landschaft südlich von Langerringen ist ein weitgehend unberührtes Naturreservat. Bei den früher zur Fischzucht genutzten Weihern beim Burghof wurde im Jahr 2005 das „Naturschutzgebiet Burghofweiher“ ausgewiesen, das von der Kreisgruppe Augsburg des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) betreut wird. Der stellvertretende Vorsitzende der 1200 Mitglieder zählenden Kreisgruppe, Stefan Höpfel, lud vor Kurzem zu einer ornithologischen Führung ein.

In dem etwa 20 Hektar großen Naturschutzgebiet befinden sich vier Milanhorste, die jahrelang relativ konstant als Brutplätze aufgesucht werden. Die Burghofweiher seien ein ideales, verkehrsarmes und abwechslungsreiches Gebiet mit vielen Wiesen zur Nahrungssuche. Im Herbst sind sie laut LBV ein unglaublicher Sammelplatz für den Vogelzug. Bis zu 80 Milane wurden im Spätsommer und Herbst an einem Tag schon beobachtet, so Höpfel. Aber auch andere geschützte Vogelarten wie die Rohrweiher nutzen die Umgebung der Burghofweiher als Brutstätten.

Ein Vogel hat nur 0,73 Sekunden Durchflugszeit

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Höpfel hatte den Milanexperten Reimut Kayser von der LBV-Kreisgruppe Dillingen eingeladen, der einen präparierten Rotmilan zur genauen Betrachtung präsentiert. Kayser erklärt, dass Milane als Suchflugjäger im energiesparenden Segelflug nur nach unten auf Beute schauen und deshalb häufig zu Schlagopfern von Windrädern werden. „Mit Hindernissen in über 100 Metern Höhe mussten die Milane in ihrer ganzen Entwicklungsgeschichte noch nie rechnen“, sagt Kayser. Auch Stefan Höpfel ist überzeugt, dass die Rotoren eine tödliche Gefahr für den Milan darstellen, da bei diesem Typ Drehgeschwindigkeiten bis zu 300 km/h auftreten. Ein Vogel habe dann nur 0,73 Sekunden Durchflugszeit.

Höpfel verweist auf die sogenannte „Progress-Studie“ und die in Brandenburg geführte bundesweite Schlagopferdatei. In Brandenburg sind Windkraftanlagen Todesursache Nr. 1 für den Rotmilan mit über 36 Prozent aller Verluste, so Kayser. „Wir haben eine besondere Verantwortung für den Rotmilan, denn etwa 60 Prozent des gesamten Weltbestandes leben in Deutschland“, sagt Stefan Höpfel.

Interessenskonflikt zwischen Windenergie und Vogelschutz

Die Besucher stellten daher die Frage, wieso zwei Windenergieanlagen direkt neben einem Naturschutzgebiet mit Vorkommen zahlreicher Großvogelarten genehmigt werden konnten. Höpfel bestätigt den Interessenskonflikt zwischen der gewünschten Nutzung der Windenergie und dem Vogelschutz. Die beiden Lamerdinger Windenergieanlagen (WEA) alleine seien sicher noch nicht bestandsgefährdend, stellen aber schon ein erhöhtes Tötungsrisiko für die alljährlich hier brütenden und sich sammelnden Milane dar.

Kayser sagte: „Bei der speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung (saP) im Jahr 2011 hat das Gutachterbüro einige Schlafplätze und die Sammelplätze während der Zugzeit im Herbst nicht berücksichtigt“. Das Grundübel sei, dass der Betreiber der Windenergieanlagen den Gutachter aussuchen dürfe, den er auch bezahlt. „Da ist es kein Wunder, dass die Gutachten zumeist zugunsten des Auftraggebers ausfallen.“ Weil das ein Genehmigungs- und Betriebsverbot von Windenergieanlagen nach dem Naturschutzgesetz bedeuten würde, spricht Kayser von einer „rechtswidrigen Genehmigung“ und ergänzt: „Es ist nur eine Frage der Zeit, wann hier weitere Milane und andere Vögel erschlagen werden“. Im Herbst vergangenen Jahres wurden eine Eule, ein Storch, ein Pirol und die Schwinge eines Baumfalken in einem Umkreis von etwa 300 Metern um die beiden Windräder gefunden. Im Juli wurde ein Schwarzmilan mit Verletzungen am Flügel und am Auge auf einem Bauernhof in Schwabaich eingefangen und danach von einem Falkner aus Birkach gepflegt. Obwohl sich der Milan gut erholt hatte, wurde er Mitte September bei einer Nachuntersuchung im Veterinärinstitut Oberschleißheim eingeschläfert, weil er nicht mehr ausgewildert werden könne.

Mehr als 800 Milane erfasst

Der Landesbund für Vogelschutz hat im Herbst 2015 eigene Kartierungen vorgenommen, zumal die dem Betreiber auferlegte Nachkartierung vom Verwaltungsgericht als nicht zulässig verworfen wurde. Die LBV-Daten ergaben im Zeitraum vom 7. Juli bis 10. September Flugbewegungen von 719 Rotmilanen, 154 Schwarzmilanen, 112 Mäusebussarden, 308 Weiß- und 7 Schwarzstörchen, 51 Rohrweihen, je zwei Kranichen und Baumfalken und einem Fischadler. Die Kartierungen wurden von der LBV-Kreisgruppe Augsburg digital an das Landratsamt Ostallgäu als Untere Naturschutzbehörde weitergeleitet. Dort wurde auf Nachfrage zwar der Eingang bestätigt, jedoch seien die Dateien teilweise nicht zu öffnen und in dieser Form nicht verwertbar gewesen. Deshalb wurden sie nun in schriftlicher Form beim Büro der Landrätin Maria Rita Zinnecker nachgereicht.

Stellungnahme der Betreiber und des Landratsamts

Auf Anfrage unserer Zeitung, ob nachträgliche Auflagen wie eine zeitweise Abschaltung der Windräder zur herbstlichen Sammelzeit möglich sind, teilte der Pressesprecher des Landratsamts Ostallgäu, Stefan Leonhart, mit: „Ein signifikant erhöhtes Tötungsrisiko liegt dann vor, wenn das Risiko der jeweiligen betrachteten Tierart, an der betreffenden Windkraftanlage zu Tode zu kommen, deutlich über dem allgemeinen Lebensrisiko dieser Art liegt, Opfer eines Naturgeschehens zu werden. Die Beurteilung des Vorliegens eines signifikant erhöhten Tötungsrisikos erfolgt grundsätzlich auf Basis einer speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung. Ob nachträglich Auflagen festgesetzt werden können und in welcher Form, kann grundsätzlich erst nach fachlicher Beurteilung vorliegender Kartierungen gemäß Windkrafterlass beurteilt werden.“

Kein signifikant erhöhtes Tötungsrisiko 

Robert Sing, der Geschäftsführer der Bürgerwind Lamerdingen GmbH & Co. KG beantwortete unsere Anfrage schriftlich: „Es ist richtig, dass im Bereich der Burghofweiher, die rund 1500 Meter von der nördlichen Anlage entfernt sind, ein Milanschlafplatz existiert. Es ist auch richtig, dass es Flugbewegungen von Milanen auch im Raum unserer Windenergieanlagen (WEA) gibt. Nicht richtig ist jedoch, dass durch unsere WEA ein signifikant erhöhtes Tötungsrisiko für die Milane besteht. Dies haben die von anerkannten Ornithologen über die Jahre 2012, 2013, 2014 und 2015 erbrachten Kartierungen ergeben. Nicht auszuschließen ist, dass während der Erfassung der angeblich hohen Flugbewegungen an unseren WEA, von der Windkraftgegnerseite durch ständige Ackerarbeiten, die keinen landwirtschaftlichen Sinn machten, oder gar ausgelegtes Aas gezielt Milane angelockt wurden. Dass an Windkraftanlagen auch Vögel zu Schaden kommen können, haben wir nie bezweifelt. Ökologische Studien zeigen jedoch, dass gerade der Rotmilan viel mehr durch Grünlandverluste und überintensiven Mais- und Getreideanbau verdrängt wird. Auch Stromleitungen, Auto-, Flug und sogar Bahnverkehr und insbesondere die illegale Jagd stellen für die Rotmilane größere Risiken als die Windenergieanlagen dar. Wir sind stolz darauf, mit unseren WEA für 9 Cent je Kilowattstunde sauberen Strom zu erzeugen!“ (rony)

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Die Diskussion ist geschlossen.

18.10.2016

Lieber Herr Kamm, in einer sachlichen Auseinandersetzung könnten Sie ja mal erklären, was Sie denn aus den Pegelständen herauslesen, deren Link ich meinem letzten Kommentar beigefügt hatte. Im übrigen sollte es jedem Menschen selbst überlassen bleiben, was er glaubt oder nicht. Es gibt so etwas wie einen gesunden Menschenverstand, und ich denke, den besitzen viel mehr Leute als Sie meinen.

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16.10.2016

@RK

Welche von mir dargestellten Fakten sollen denn nicht nachprüfbar sein? Wenn die renommiertesten Fachleute Deutschlands die interessensgeleiteten Behauptungen Ihrer Branche widerlegen, sollten die Leser die Chance haben, sich darüber zu informieren.

https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/energie/wind/160406-nabu-faktencheck-rotmilan-und-windenergie.pdf

Betreffend ‚persönlich werden’: Wenn Sie künftig selbst auf Ihre Funktion als oberster bay. Lobbyvertreter der Windbranche hinweisen ..... . Ebenso dürfen Sie gern selbst auf Ihr finanzielles Engagement und damit eigene Interessen bei den Lamerdinger Windrädern aufmerksam machen.

Und nachdem Sie die Kommanditisten angesprochen haben: Wie viele von denen sind von den negativen Auswirkungen dieser Windräder betroffen? Ein Löwenanteil des aufgebrachten Kapitals kommt aus dem Umfeld des Investors und Betreibers Herrn Sing. Und zusätzlich von anderen weit entfernt Wohnenden, die ggf. ein prinzipielles Interesse daran haben, dieses System am Leben zu erhalten. Aus dem Umfeld der Windräder kommen die Allerwenigsten, wobei generell auch noch auffällt, dass durch das Splitten der Beiträge auf Vater, Mutter, Kind usw. die Personenzahl künstlich aufgebläht wird. Nur um mal darauf aufmerksam zu machen, dass die ‚Bürgerwindräder’ keinesfalls ein Projekt der Bürger vor Ort sind, die unbedingt ihre Windrädchen haben wollten.

Wenn ich mich als Umwelt- und Naturschützerin mit dieser ganzen Thematik beschäftige, geschieht dieses ohne finanziellen Interessen. Im Gegenteil, neben einem anstrengenden Full-Time-Job in der Industrie opfere ich meine Freizeit und eigenes Geld, um für den Natur- und Artenschutz einzutreten und unsere Kulturlandschaften zu verteidigen. Ebenso wie meine Mitstreiter/innen des ‚Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB)’, dem ich als Beirätin und Regionalbeauftragte für Schwaben angehöre. In jeder Generation sind Menschen aufgestanden, um Widerstand zu leisten und sich für eine bessere Zukunft einzusetzen.

https://www.youtube.com/watch?v=bmL_Da05U04

Angesichts der Horrorszenarien zum Meeresspiegelanstieg (womit suggeriert werden soll, wir bräuchten Windräder, um eine Sintflut zu verhindern): In meiner Heimat an der Nordseeküste liegen alte Siedlungsreste weit draußen im Wattenmeer, das Meer steigt seit Jahrtausenden an. Nachfolgend ein Link zu den Pegelaufzeichnungen von Cuxhaven, es läßt sich daraus kein menschlicher Einfluß auf den Anstieg bzw. eine Beschleunigung des Anstiegs erkennen.

http://www.bsh.de/de/Meeresdaten/Vorhersagen/Wasserstand/Meeresspiegelschwankungen/Meercux.jsp

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16.10.2016

@IM

Personen, die die menschengemachte Erderwärmung und den Anstieg des Meeresspiegels leugnen, arbeiten meistens für die Öl- oder Kohleindustrie. Beispiel EIKE. Wenn sich solche Leute als Umweltschützer bezeichnen, wird es lustig. Schon vor zehn Jahren beschrieb der Focus, welch Geistes Kinder hier sich äußern.

Dann wird auch erklärlich, wieso Sie nie beschrieben haben, welche Strom- und welche Energieversorgung sie anstreben. Sie scheinen mit der jetzigen gesundheits- und umweltschädlichen Energieversorgung zufrieden zu sein.

Raimund Kamm

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15.10.2016

@ IM

Es scheint Ihr Stil zu sein, keine nachprüfbare Fakten sondern allgemeine Links zu präsentieren. Und statt sachlich zu argumentieren persönlich zu werden.

Wir Umwelt- und Naturschützer wollen die Energiewende. Weil die Atom- und Klimagefahren zu groß sind! Und auch die Befürworter der Atomkraftwerke nicht in der Lage sind, für den tödlich strahlenden Atommüll die notwendige Dauerlagerung über 1 Million Jahre zu organisieren. Man möge sich die deutsche Landkarte mit Höhenangaben anschauen und dann vorstellen, wie der Lebensraum für unsere Nachkommen aussieht, wenn der Meeresspiegel um 5 oder um 10 Meter steigt. Und dann sollte man noch die Landkarte von Bangladesch anschauen. Wie viele Lebensraum dort verloren gehen wird und wie viele Millionen Menschen dort heute leben. Auch noch weiterschauen, wie viele Millionenstädte mit wie vielen gar hunderten Millionen Menschen am Meer liegen. Und sich dann die kommenden Völkerwanderungen ausmalen.

Ökologisch denkende Umweltschützer haben den ganzen Lebensraum im Blick und denken über unsere Generation hinaus. Übernehmen Verantwortung für die Lebensmöglichkeiten unserer Kinder, Enkel und aller Nachkommen.

Wir Umwelt- und Naturschützer wollen deshalb die Energiewende. Wir propagieren seit etwa zwei Jahrzehnten: 3 x E. Einsparen, Effizienz und Erneuerbare Energien. Wir Umweltschützer sind es auch gewohnt, dass Leute, die unter falscher Flagge segeln oder mitsegeln, absichtlich oder aus Dummheit das Geschäft der Atom- und Kohleindustrie fördern.

In Lamerdingen sind einige wenige lokale Windkraftgegner laut. Sie waren alle als Umweltschützer bisher nicht in Erscheinung getreten. Die zwei Windräder, die im Besitz von über hundert Kommanditisten aus dem Umkreis von Lamerdingen und Schwabmünchen sind, erzeugen so viel Strom, dass damit Tausende Tonnen Kohle nicht verbrannt werden müssen oder viel Atommüll nicht produziert wird.

Raimund Kamm

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13.10.2016

Auf andere Ursachen für einen Rückgang von Tierarten zu verweisen, ist wenig zielführend. Der Grünlandumbruch für den Energiepflanzenanbau, der den Tieren ihren Lebensraum nimmt, ist – ebenso wie der Windkraftausbau - auf das EEG zurückzuführen.

Durch Mais und Co. werden die Tiere verdrängt, sie verlieren ihre Lebensräume. Die Rotoren der Windräder sind eine unmittelbare Bedrohung, und das in unseren letzten noch halbwegs intakten, ökologisch wertvollen Naturgebieten.

Die Investoren klagen grundsätzlich, wenn ein Windkraft-Projekt wegen gefährdeter Vogelarten nicht genehmigt wird. Es ist also die Frage, was diese Branche, dessen oberster Vertreter Raimund Kamm in Bayern ist, unter dem Begriff ‚Umweltverträglichkeit’ versteht. Und es ist verständlich, dass er alles unternimmt, um die Gefahren durch die Rotoren zu verharmlosen und abzulenken.

Der NABU-Faktencheck wurde von echten Naturschützern und Fachleuten geschrieben und ist darum ernstzunehmen.

https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/energie/wind/160406-nabu-faktencheck-rotmilan-und-windenergie.pdf

In Brandenburg sind die Rotoren bereits die Todesursache Nummer 1 für den Rotmilan und bereits bestandsgefährdend. Und die Bestände in den Bundesländern mit starkem Ausbau sind rückgängig. In den mittleren Bundesländern und hier im Süden stehen wir am Anfang der Entwicklung. Um die Folgen des fortschreitenden Windkraftausbaus auf Mensch und Natur vorauszusehen, benötigen wir keine Glaskugel. Passend zum Thema ein Trailer zu einer Buchvorstellung

https://www.youtube.com/watch?v=bmL_Da05U04

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13.10.2016

In Schwaben steigt die Zahl der Windräder und der Rotmilane

In Schwaben haben in den letzten zwei Jahrzehnten die Zahl der Rot- und Schwarzmilane (auch der Baumfalken, Schwarzstörche, Uhus) zugenommen. Und auch die Zahl der Windräder. Siehe Aussagen der Staatsregierung in Landtags-Drucksache 17/9209 vom 22.1.16.

In anderen Ländern wie Sachsen-Anhalt, wo jahrzehntelang es gute Rotmilanbestände gab, sieht es anders aus. Dort wurde nach der Wiedervereinigung die Landwirtschaft infolge der falschen Anreize der schlechten Landwirtschaftspolitik umgestellt. Statt Anbau von Luzernen und statt Grünland dominieren dort jetzt Getreideäcker. Und so verlieren Milane ihre Nahrungsgrundlage. In Sachsen-Anhalt waren dies wohl vor allem Feldhamster und Mäuse.

Auch in Schwaben ist zu beobachten, dass in Landkreisen mit viel Grünlandumbruch die Milanzahlen schrumpften. Hingegen in Landkreisen mit Intensivierung der Grünlandbewirtschaftung (häufige Mahd) die Zahl der Milane zunimmt. Das häufige Mähen vernichtet allerdings Bodenbrüter. So sind im Allgäu die Kiebitze wie die Feldlerchen fast verschwunden.

Raimund Kamm (seit fast drei Jahrzehnten Mitglied des LBV und seit 5 Jahren Mitglied des BWE)

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13.10.2016

Vom NABU gibt es eine sehr gute Stellungnahme zu der Behauptung, der Rotmilan-Bestand würde mit der Zahl der Windräder zunehmen. Wer sich nicht so auskennt: Der LBV ist der bayerische Teil des NABU, der ansonsten in allen Bundesländern vertreten ist.

Zitat aus der Dokument: ‚Daher kritisiert der NABU Versuche von Teilen der Windenergie-Branche, mit unhaltbaren Aussagen belegen zu wollen, dass ein Artenschutzkonflikt zwischen Windenergie und dem Schutz von Greifvögeln gar nicht existiere’.

https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/energie/wind/160406-nabu-faktencheck-rotmilan-und-windenergie.pdf

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09.10.2016

Reimut Kayser und Stefan Höpfel bleiben seit Jahren die Antwort schuldig, wie ihrer Meinung nach unser Stromverbrauch gedeckt werden soll. Sie sind Vogelliebhaber. Doch leider habe ich von ihnen keine Aktivitäten erfahren als es um die Entschärfung von Stromleitungen ging. Heute noch gibt es trotz bindender Vorschriften 20 kV-Leitungen, die nicht ausreichend gesichert wurden, um den Stromschlag für insbesondere Vögel mit großer Spannweite zu verhindern. Und nur wenige große "Überlandleitungen" haben Weiser, so dass die Vögel nicht gegen die obere für sie schlechter erkennbare Leitung ("Erdseil") fliegen.

Wer mit offenen Augen radelt oder Auto fährt, sieht am Straßenrand viele tote Vögel, auch Greifvögel. (Noch schlimmer: viele Kreuze). Echte Vogelschützer setzen sich mit unserem übermäßigen Autoverkehr auseinander. Und echte Vogelschützer sehen, dass durch die Überintensivierung unserer Landwirtschaft Lebensräume für Milane und Weihen vernichtet werden.

Und wer sich die Statistik anschaut sieht Überraschendes: In unserem Land stieg die Zahl der Windräder wie der Rotmilane.


Raimund Kamm

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