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Königsbrunn

18.01.2019

Das lange Warten auf den Kreisverkehr

Der geplante Kreisverkehr an der Einmündung Wertachstraße/Königsallee wird ausgebremst.
Bild: Adrian Bauer (Archiv)

Seit 2017 soll an der Kreuzung Wertachstraße/Königsallee ein Kreisverkehr gebaut werden. Doch bürokratische Abläufe bremsen das Projekt. Wann es losgehen soll.

Diese Königsbrunner Baustelle gehört zu denen, die unerwartet lange dauern: der geplante Kreisverkehr an der Einmündung Wertachstraße/Königsallee. Anders als beim Baugebiet am Ilsesee oder der Entwicklung der Rathauswiese scheitert der Umbau hier nicht an fehlenden Grundstücken, sondern hängt im Bürokratiedschungel fest. Im Februar soll das hoffentlich letzte politische Kapitel vor dem Baubeginn aufgeschlagen werden.

Der Stadtrat ist sich seit dem Jahr 2017 sicher, dass man den Verkehr an der Stelle neu lenken möchte. Gerade Linksabbieger haben es schwer, auf die Wertachstraße einbiegen – sowohl während des morgendlichen und abendlichen Berufsverkehrs als auch zu den Zeiten, als wegen der Sperrung der B-17-Brücke bei Königsbrunn Süd viel mehr Autos als normal über die Wertachstraße rollten. Mit dem Kreisverkehr sollte eine verträgliche Lösung für den Verkehrsfluss geschaffen werden. Mit den Baukosten von etwa 800000 Euro hatten die Stadträte auch keine Sorgen.

Im August 2017 wurde ein Förderantrag bei der Regierung von Schwaben eingereicht. Da es sich bei beiden Straßen um Ortsstraßen handelt, sei eine Genehmigung durch die Regierung nicht erforderlich, teilt die Regierung von Schwaben auf Anfrage mit.

Bei den Fördermitteln kommt man nicht zusammen

Doch bei der Umsetzung der Förderrichtlinien fand man keinen gemeinsamen Nenner. Staatliche Fördermittel werden nur gewährt, wenn ein Projekt die wirtschaftlichste Lösung für ein Verkehrsproblem darstellt und die Baumaßnahme unter anderem „zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse dringend erforderlich ist“, schreibt die Regierung.

Letzterer Punkt muss vom Antragssteller, in diesem Fall der Stadt Königsbrunn, nachgewiesen werden. Allerdings moniert die Regierung von Schwaben, dass der Antrag unvollständig gewesen sei: „Wesentliche Nachweise und Anlagen fehlten, wurden aber auf Nachforderung dann Ende Mai 2018 nachgereicht.“ Doch auch die nachgereichten Unterlagen brachten keinen Durchbruch im Sinne der Förderfähigkeit. Man habe aus den Unterlagen nicht entnehmen können, dass genau diese Fördervoraussetzung erfüllt wäre, teilt die Regierung von Schwaben mit: „So wurde insbesondere kein planerisch-rechnerischer Nachweis erbracht, dass der vorhandene Knotenpunkt in der Form als Einmündung nicht mehr ausreichend leistungsfähig ist und nur ein Umbau zum Kreisverkehr eine Verbesserung der Verkehrsverhältnisse bewirken könne.“

Statt Kreisel doch lieber Ampelanlage?

Bei der Stadt Königsbrunn hält man sich mit Bewertungen des Vorgangs zurück und bestätigt, dass zahlreiche Informationen und Gutachten nachgereicht worden seien: „Der bürokratische Aufwand war erheblich und bei Antragstellung nicht vorhersehbar.“ Den Bau durchzuziehen, ohne die Fördergelder zu beantragen, hätte gegen die Vorschriften verstoßen, hatte Bürgermeister Franz Feigl während des Antragsprozesses mehrfach betont. Man habe im Sommer 2018 den Bescheid bekommen, dass der Kreisverkehr nicht förderfähig sei. Darin habe es geheißen, dass die Verkehrssicherheit werde zwar verbessert, aber der Kreisel wäre nicht die wirtschaftlichste Variante, sondern eine Ampelanlage.

Die Stadt will aber auch ohne Fördergelder an dem Kreisverkehr festhalten. Über den Planungen steht das Ziel, den Verkehr vom Zentrum weg auf die Umgehungsstraße zu leiten. Dazu gehöre auch ein zügiges Abbiegen von der Königsallee in alle Richtungen, heißt es aus dem Rathaus: „Deshalb wird von Verwaltungsseite ein Kreisverkehr, der auch für Radfahrer und Fußgänger die Querung vereinfacht, sinnvoller als eine Ampel erachtet.“

Nun ist noch einmal der Königsbrunner Stadtrat gefragt. Er muss entscheiden, ob der Kreisel auch ohne Fördergelder gebaut wird. Nach Einschätzung der Stadtverwaltung bleibt es bei den Kosten von 800000 Euro. Stimmen die Räte wieder zu, könnte es mit dem Projekt im Sommer 2019 endlich losgehen.

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