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Königsbrunn

02.07.2020

Das sagen Marktleute und Besucher zur "Gautsch to go"

Max Hochhäuser (links) versteht nicht, warum man die Stände auf der „Gautsch to go“ nicht mit dem Autokino unter einen Hut bringen konnte.

Plus Die "Gautsch to go" ist die abgespeckte Version der beliebten Königsbrunner Veranstaltung. Wie sie bei Marktleuten und Besuchern ankommt.

Ein Sommer ohne Gautsch. Ein Sommer ohne Fahrgeschäfte, Festzeltstimmung und Familiennachmittag, wo sich nicht nur die Königsbrunner ins Vergnügen stürzten. Ja, dieser Sommer ist anders eingeläutet worden, und doch gibt es für die Brunnenstädter, die „ihre Gautsch“ schmerzlich vermissen, ein kleines Trostpflaster mit der „Gautsch to go“.

Die Stadt Königsbrunn hat zusammen mit dem Berufsverband Deutscher Schaustellerbund eine abgespeckte Version von Verköstigungsbuden vereinbart. Heraus kamen sechs Stände: Neben den beliebten Jahrmarkt-Süßwaren, Popcorn und gebrannten Nüssen gibt es einen Stand mit süßen und salzigen Crêpes-Variationen, den Eisstand mit Slush- und Softeis, einen mit gegrilltem Fleisch und Wurst sowie den mit Haxen und Hendl – und natürlich darf der beliebte Steckerlfisch nicht fehlen, der schon seit 30 Jahren auf der Gautsch mit dabei ist. Das Prinzip: kaufen und wieder gehen, darum „to go“. Aufenthalt am Stand ist nicht erlaubt, selbstverständlich sind Abstandsregeln einzuhalten, Masken erwünscht, und das Desinfektionsspray steht bereit.

Königsbrunner Bevölkerung nimmt das Angebot an

Alles ist anders als früher, als man dicht gedrängt und oft Schulter an Schulter noch vor Ort in die Steaksemmel biss. Aber die Bevölkerung nimmt das Angebot in dem Rahmen, der es möglich macht, an und freut sich über wenigstens ein bisschen Flair am Gautschgelände.

Das sagen Marktleute und Besucher zur "Gautsch to go"

Besonders am Sonntag waren auch Familien mit ihren Kindern gekommen, manche setzten sich dann weiter weg auch in Kleingruppen auf den Rasen zum Picknick. Unter der Woche ist die Zeit von 12 bis 18 Uhr für Berufstätige weniger günstig. „Zwei oder drei Stunden länger wäre schon schön gewesen“, sind sich Bürger und Schausteller einig.

Warum es die zeitliche Beschränkung überhaupt gibt? Der Betreiber vom Autokino auf dem Gelände direkt nebenan hat die Auflage einzuhalten, dass die Kinobesucher, die ab 19 Uhr Einlass haben, nicht aus dem Auto aussteigen dürfen. Und wenn dann die Standbesucher draußen rumlaufen dürfen, wären Probleme programmiert.

Besucher Max Hochhäuser kann das nicht ganz verstehen. Er hätte es besser gefunden, wenn man eine Regelung wie bei den Drive-in an Schnellrestaurants gefunden hätte. „Der Weg wäre doch breit genug gewesen, dass man auch mit einem Auto zum Stand hätte fahren können.“

Kleines Trostpflaster für die ausgefallene Gautsch: Die Bürger können sich die beliebten Leckereien noch bis Sonntag bei der „Gautsch to go“ holen.
Bild: Andrea Collisi

Die Marktleute sind zufrieden

Alle Schausteller betonen aber, dass sie froh seien, überhaupt die Erlaubnis bekommen zu haben, ihre Waren anzubieten, und äußern mehrfach die Freude darüber, dass die Stadt Königsbrunn ihr Ansinnen aufgenommen hat. „Wir sind sichtbar“, „ Das ist unser Leben“, „Ich bin schon in der achten Generation im Schaustellermetier“, „Es ist eine gravierende finanzielle Zeit, aber es geht vor allem auch an die Psyche“ – das sind Sätze, die man hört beim Rundgang.

Sarah Gleixner von Eiszeit Diebold bringt noch einen anderen Aspekt in die Diskussion: „Wissen Sie, dass man uns alle in einen Topf wirft, versteh ich nicht. Es macht doch einen Unterschied, ob man zum Oktoberfest mit mehreren Millionen Besuchern, auf den Plärrer mit 500000 Besuchern geht oder bei der Gautsch einige Tausend Besucher hat.“ Noch etwas ist ihr wichtig. Die Abstandsregeln oder auch andere Vorschriften würde jeder akzeptieren, Hauptsache man dürfe arbeiten. Die Hygiene gehöre bei ihr schon seit jeher zum A und O des Geschäfts, und teils tägliche Kontrollen bei Volksfesten seitens der Behörden seien normal. „Wir Schausteller werden oft in so eine Schmuddelbranche geworfen, das ist nicht berechtigt“, unterstreicht die junge Frau. Sie schaut auch aktiv und zuversichtlich in die Zukunft und Not macht erfinderisch. In Oberhausen hat sie einen genehmigten Eisstand vor der Haustür.

Steckerlfisch auf Vorbestellung

Genauso wie Familie Müller-Manz, die in Bobingen Steckerlfisch auf Vorbestellung zubereitet oder die Bonbonniere, die über einen Onlineshop und Drive-in verkauft. Vorbestellungen auf den Abend hin, was Haxen, Hendl oder Steckerlfisch betrifft, gehen auch auf dem Gautschgelände gut. Diana Rösner holt gleich an mehreren Ständen Spezialitäten ab „Das ist doch klasse, ich komme gerade von der Arbeit, jetzt geht es in den Garten von Oma und Opa, und die Küche bleibt kalt.“ Kinder und Jugendliche kommen den gesamten Nachmittag über und setzen ihr Taschengeld fröhlich um. Sie finden es cool, und der zwölfjährige Patrick schlägt vor, es könnte doch das ganze Jahr über solche Buden hier geben.

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