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14.07.2010

Das stille Volk der Audabeis

Kunstaktion provoziert Gedanken. Zum Beispiel: 220 Männlein, Weiblein und Kindlein stehen auf der Wiese, ganz still und stumm. Sie haben Kleider um das Holzgestell rum. Sag, wer mag das Völklein sein, das da steht auf der Wiese allein.... (frei nach dem alten deutschen Kinderlied "Ein Männlein steht im Walde"). Foto: Reinhold Radloff
Bild: Reinhold Radloff

Schwabmünchen Sie klagen nicht über Hitze, trotzen Sturm und Regen, stehen mit ausgebreiteten Armen problemlos still, haben die ewige Jugend, verziehen keine Miene, sprechen nie dazwischen, bleiben für immer ohne Meinung, behalten ihre einmal "eingeschlagene" Richtung treu bei und machen doch Stimmung, gute Stimmung, die 220 "Audabeis" (schwäbisch für "auch dabei").

Der Überraschungsmoment ist ein Ziel dieser Aktion des Kunstvereins Schwabmünchen. Nicht darauf hinzuweisen, sondern Vorbeikommende das Feld selbst entdecken zu lassen. Es liegt auf der Pfänder-Bauer-Wiese beim Wasserkraftwerk in Schwabmünchen.

Die 220 hölzernen und bekleideten Gesellen erzeugten schon eine Gemeinschaft, bevor es sie gab. Nachdem Lothar Zull, der von Reisen immer gute Ideen mit nach Hause bringt, den Anstoß zu dem "stillen Volk" gab, begannen die gemeinsamen Vorbereitungen, die viel Freude machten, denn alles funktionierte problemlos: Die Schreinereien Ammann, Häring und Würstle stellten das Holz zur Verfügung, die Mitglieder des Kunstvereins stifteten die Kleidung. Doch dann kam der härteste Teil des Projektes: Bei glühender Hitze, einen ganzen Tag lang, zogen rund 35 Personen die Gestelle an, trieben sie mit wuchtigen Schlägen in den knochenharten Boden und setzten ihnen eine Erdscholle auf; ein Hinweis darauf, dass der Mensch aus der Erde kommt und auch dahin wieder zurückkehrt.

Den ganzen Sommer lang soll das stille Volk jetzt auf die Menschen wirken, sie inspirieren, Reaktionen hervorrufen, zum Nachdenken und Diskutieren anregen.

Das stille Volk der Audabeis

Und dann? Darüber hat sich der Kunstverein noch keine Gedanken gemacht: "Dieses Werk ist ein dynamischer Prozess. Mal sehen, wie es sich entwickelt", meint Kersten Thieler-Küchle.

Kunst beim Hoffest

Natürlich wird das diesjährige Gemeinschaftskunstwerk des Kunstvereins auch am Samstag, 17. Juli, eine Rolle spielen, wenn Lothar Zull und das Ehepaar Küchle ihr Licht-Bild-Wort-Projekt "Imagine" beim Hoffest des "Pfänder-Bauern" (Krumbacher Straße 71) bieten. Davor tritt ab etwa 19.30 Uhr die Trommelgruppe "Djole" von Markus Seiler auf.

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