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03.03.2009

Debatte um Kreisel und Lärmschutz

Königsbrunn (maker) - Fünf Einwände und Anregungen von Privatpersonen sowie zehn Hinweise von Behörden und Trägern öffentlicher Belange liegen der Stadt Königsbrunn zum Bebauungsplan "König-Otto-Schule" vor.

In der jüngsten Stadtratsitzung wurden die Belange, die Bauamtsleiter Wolfgang Niederzoll vortrug, diskutiert und die sich daraus ergebenen Änderungen im Bebauungsplan aufgenommen. Insbesondere der im Bereich Heide-, Winter- und Bayerstraße ausgewiesene Kreisverkehr sorgte für Vorbehalte, sowohl bei den Stadtratfraktionen von Grüne und FDP als auch bei Anwohnern im betroffenen Bereich.

Beim Sportplatz gibt die Stadt nicht nach

Letztere haben Sorge, dass sie sich an den Baukosten der angedachten Zufahrtstraße zum neuen Wohngebiet "von der sie nichts haben, außer Lärm und Abgase" beteiligen müssen. In diesem Zusammenhang machte Niederzoll deutlich, dass die Stadt den Kreisverkehr aktuell nicht bauen werde, sich die Grundstücke aber sichern wolle, für den Fall, dass ein solcher zukünftig notwendig sein sollte.

Debatte um Kreisel und Lärmschutz

Im neuen Beschluss, den die Stadträte von Grüne und FDP nicht mittragen wollten, wird der Kreisverkehr als "nicht umlegbare Erschließungsanlage" aufgeführt. "Dann zahlt der Königsbrunner Steuerzahler den Kreisverkehr", ärgerte sich Manfred Buhl (FPD), der hier aufgrund des geringen Verkehrs keine Notwendigkeit sieht, einen Kreisel zu planen und zu bauen.

Bei der Forderung einer Eigentümergemeinschaft bezüglich eines Schallschutzes vom neuen Wohngebiet zur angrenzenden Schulsportanlage und dem neuen Minifußballfeld waren sich die Stadträte einig: Vonseiten der Stadt seien keine weiteren Maßnahmen - abgesehen von dem geplanten Wall, der Schulgelände und Anwohner optisch trennt - zu treffen. Und auch einschränkende Nutzungsbedingungen wollten die Räte in den Bebauungsplan nicht aufnehmen.

Alwin Jung (Grüne) brachte die Argumente im Rat auf den Punkt: "Die Schule war da zuerst. Einer Einschränkung für die Nutzung der Schulsporteinrichtung können wir nicht zustimmen." Die Räte stützten sich bei ihrer Entscheidung auf ein schallschutztechnisches Gutachten, das im schlimmsten Fall von einer Überschreitung von maximal 1,3 Dezibel ausgeht.

Sorgen ums Grundwasser

Gehör fand dagegen ein grundwassergeschädigter Königsbrunner, der "auch im Namen seiner Familie und Enkel" Einspruch gegen den bestehenden Bebauungsplan erhob. Er befürchtet, dass es zu weiteren Grundwasserschäden im Rückstaubereich kommen könnte. Auch das Wasserwirtschaftsamt fordert einen Sicherheitsabstand von mindestens 0,5 Meter zwischen Grundwasser und Kellerboden. Dadurch könnten Kellergeschosse höchstens 1,75 Meter in den Untergrund eingebunden werden. Aus diesen Gründen ist der Bau von Kellergeschossen im Plangebiet ausgeschlossen.

Wieder eine Änderung

Diskussionslos verabschiedete das Stadtparlament die fünfte Änderung des Bebauungsplans 104, südlich der Mindelheimerstraße. Auf Antrag der GWG wurde die ursprünglich vorgesehene viergeschossige Bauweise wieder zugelassen. Die Räte waren sich einig, dass die Änderung inhaltlich richtig sei. Doch Stadtrat Buhl monierte, "in zehn Jahren ist das die fünfte Änderung. Die Stadtplanung machen bei uns die Bauträger und nicht die Stadträte".

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