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Oberottmarshausen

22.11.2019

Der Abschied von Bürgermeister Gerhard Mößner naht

Bürgermeister Gerhard Mößner stellt bei der Bürgerversammlung in Oberottmarshausen die ersten Pläne für den neuen Bauhof vor.
Bild: Michael Lindner

Zum 18. und letzten Mal spricht Mößner in einer Bürgerversammlung. Er blickt auf das neue Baugebiet, wichtige Projekte und spricht über sein „Ehrenamt“.

Bürgerversammlungen laufen in der Regel immer nach dem selben Schema ab. Der Bürgermeister blickt auf das abgelaufene Jahr zurück, spricht über die wichtigsten Projekte der Zukunft und danach gibt es mehr oder weniger Wortmeldungen der Bürger. So war es auch dieses Jahr in Oberottmarshausen – und doch war es eine ganz spezielle Versammlung. Und das hat vor allem mit Bürgermeister Gerhard Mößner zu tun.

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Das Gemeindeoberhaupt hat bereits 2018 angekündigt, nicht noch einmal kandidieren zu wollen. Seine 18. Bürgerversammlung war zugleich seine letzte. Und das wollten sich etwa 100 Bürger nicht entgehen lassen. „So viele waren in meiner Amtszeit noch nie hier. Sie sind wohl alle froh, dass ich aufhöre“, sagte Mößner und hatte damit viele Lacher auf seiner Seite. Ähnlich humorvoll ging es weiter. Während der üblichen Begrüßungsfloskeln erwähnte Mößner den ersten und zweiten Bürgermeister der Gemeinde. „Ich bin ja bald weg“, fing er den amüsanten Versprecher auf.

Bürgermeister Gerhard Mößner hört mit großer Wehmut auf

Danach ging der Bürgermeister auf die Entwicklung und aktuellen Projekte der Gemeinde ein, doch dazu später mehr. Am Ende der Versammlung gab Mößner einen Einblick in seine Gefühlslage. 18 Jahre habe er sich als Bürgermeister an vorderster Front für die positive Entwicklung der Gemeinde eingesetzt. Diese Zeit wolle er auf keinen Fall missen, er „fand es ganz toll“. Er habe versucht, es jedem Bürger Recht zu machen, und wo es ihm nicht gelungen sei, dafür bat er um Nachsicht. Mit großem Wehmut höre er deshalb 2020 auf. Mößner unterstrich, dass er diese lange Zeit als Bürgermeister ohne die Unterstützung seiner Frau niemals hätte durchstehen können.

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Für seinen Nachfolger – wer auch immer das sein mag – hatte er einen Ratschlag: „Das Entscheidende sind das Nachbarschaftliche und der soziale Umgang im Dorf und nicht die reinen Zahlen.“ Wenn es mehrere Kandidaten für seine Nachfolge geben sollte, so soll der Wahlkampf fair ablaufen und aus den Vereinen rausgehalten werden. „Es gibt immer einen Tag nach der Wahl und auch da möchte man sich noch in die Augen sehen“, sagte Mößner. Am Ende seiner Rede ging er auf den Status als ehrenamtlicher Bürgermeister ein. Der Begriff sei seiner Meinung zwar falsch, da Vereinsvorsitzende ehrenamtlich arbeiten, er hingegen habe eine Aufwandsentschädigung erhalten und war quasi nebenberuflich Bürgermeister. 18 Jahre lang habe er sich unentgeltlich von der Bundeswehr beurlauben lassen. „Vollzeit arbeiten und Bürgermeister sein geht nicht. Entweder geht man gesundheitlich kaputt oder man hat null Familienleben“, stellte Mößner klar, der für alle Anwesenden bei seiner letzten Bürgerversammlung die Rechnung übernahm und dafür viel Beifall erhielt.

Anwohnern in Oberottmarshausen stinken die Hundehaufen in Grünstreifen gewaltig

Eine Bürgerin beschwerte sich über die vielen Hundehaufen entlang der Grünstreifen. Dass Anwohner diese immer wegräumen müssen, sei widerlich. Bürgermeister Mößner schlug vor, ihm die betroffenen Hundehalter zu nennen, damit er mit diesen Klartext reden kann. „Ich finde das eine Sauerei, denn es gibt ja Hundetoiletten. Die meisten Hundebesitzer sind aber vernünftig“, sagte Mößner.

Bürgermeister Mößner stellte die ersten Pläne für den neuen Bauhof vor. Das 44 Meter lange, 20 Meter breite und 7,5 Meter hohe Gebäude könne bei Bedarf sogar erweitert werden. Das Dach werde „logischerweise“ mit einer Fotovoltaikanlage bestückt. Über die Kosten des Projekts könne man derzeit noch nichts sagen.

Mößner stellte den Bebauungsplan „Südlich der Rainstraße“ vor, in dem zunächst etwa 35 Wohneinheiten entstehen sollen. Es gebe derzeit keine Bewerberliste und die Vergabekriterien werde der neue Gemeinderat festlegen, erklärte Mößner. „Wir haben da keinen Zeitdruck“, sagte der Bürgermeister. Auf einem 5200 Quadratmeter großen Areal soll eine teilweise dreigeschossige, altersübergreifende Wohnbebauung – eventuell mit Pflegeheim – stattfinden.

Für den vom Freistaat Bayern mit einer Million Euro geförderten kommunalen Wohnungsbau an der Ulmen- und Eschenstraße wurde ein Darlehen von etwas mehr als zwei Millionen Euro aufgenommen. Diese Investition für die zwölf im Gemeindebesitz befindlichen Mietwohnungen soll sich laut Bürgermeister Gerhard Mößner innerhalb von 20 Jahren auszahlen.

Ein wichtiges Projekt sei der Bürgerbus, der zunächst drei Jahre lang den ÖPNV zwischen Großaitingen, Kleinaitingen und Oberottmarshausen nach Bobingen verbessern soll. Da das 160000 Euro teure Projekt vom Bund und Landkreis bezuschusst wird, muss Oberottmarshausen nur einen Anteil von 8200 Euro für den Bus zahlen.

Zahlenwerk Die 1737 Einwohner große Gemeinde hat Rücklagen von knapp 4,5 Millionen Euro. Die Gewerbesteuer stieg von 2010 mit knapp 400000 Euro auf inzwischen rund eine Million Euro.

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