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Bobingen

28.11.2020

Der Bobinger Stadtbote kommt künftig per Post

Der Stadtbote wird in Zukunft als Postwurfsendung verteilt werden. Dadurch soll sichergestellt werden, dass jeder Bobinger Haushalt ein Exemplar erhält.
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Der Stadtbote wird in Zukunft als Postwurfsendung verteilt werden. Dadurch soll sichergestellt werden, dass jeder Bobinger Haushalt ein Exemplar erhält.
Foto: Elmar Knöchel

Plus Eine höhere Auflage oder gar keine Printausgabe mehr? Bei der Zukunft des Bobinger Stadtboten scheiden sich die Geister.

Der Bobinger Stadtbote wird derzeit als Beilage des "Landkreis extra" einmal im Monat verteilt. Insgesamt 6500 Exemplare werden gedruckt. Doch nach der Ankündigung von Bürgermeister Klaus Förster bei seinem Amtsantritt, dass der Stadtbote attraktiver werden soll, wurde nun über die Zukunft des Blattes beraten.

CSU wünscht sich höhere Auflage

Von der Verwaltung wurden verschiedene mögliche Varianten zur Auflagenhöhe, Verteilung und Papierqualität vorgestellt. Bei den folgenden Beratungen im Stadtrat gingen die Meinungen auseinander. Herwig Leiter von der CSU bezeichnete den Stadtboten als "wichtiges Infoprodukt", das dazu beiträgt, Transparenz und Information der Bürger zu gewährleisten. Deshalb müsse sichergestellt sein, dass jeder Bobinger dieses auch erhalte. Da sich die bisherige Verteilung als Beilage als unzuverlässig erwiesen habe, sprach er sich sowohl für eine Auflagenerhöhung auf 8500 Exemplare, als auch für eine Verteilung als Postwurfsendung aus. Dadurch bekäme jeder Haushalt einen Boten. Auch der Aufkleber "Werbung - nein Danke" wäre dann kein Hindernis mehr.

SPD sieht Papierbedarf kritisch

Die Mitglieder der anderen Fraktionen sahen die Auflagenerhöhung allerdings kritisch und beklagten den steigenden Papierbedarf. Edmund Mannes (SPD) rechnete vor, dass die Steigerung der Auflage im Jahr 400.000 Blatt Papier zusätzlich bedeuten würde. Zum Ausgleich schlug er vor, statt wie bisher zwölf in Zukunft nur noch zehn Ausgaben zu produzieren. Die Ferienausgaben August/September und die Weihnachtsausgaben Dezember/Januar könnten zu jeweils einem Heft zusammengefasst werden.

Besser direkt per Post

Auch Stadtrat Franz Handschuh von der FBU ist unglücklich über den erhöhten Papierbedarf. Außerdem monierte er, dass die jährlichen Gesamtkosten von ungefähr 25.000 Euro zu hoch seien. Vor allem, da man gar nicht wisse, wer den Stadtboten überhaupt beziehen möchte. Er schlug daher vor, erst einmal zu ermitteln, wie hoch der Bedarf tatsächlich sei. Durch die eingehenden Rückmeldungen könne dann die entsprechende, wahrscheinlich weit geringere, Menge produziert und anschließend gezielt per Post verschickt werden.

Printausgabe als Auslaufmodell?

Die Grünen-Fraktion sah den Sachverhalt so: "Natürlich muss jeder Bürger Zugang zu Informationen haben." Allerdings seien gedruckte Informationsblätter eher ein Auslaufmodell, erklärte Clemens Bürger. Deshalb würde seine Fraktion eine Verteilung des Stadtboten ausschließlich als Handy-App bevorzugen. Lukas Geirhos (Grüne) wurde deutlicher: "Für uns Grüne ist die Vorstellung unerträglich, dass größere Mengen an Papier ungelesen in den Abfall geworfen werden." Außerdem kritisierte er die, seiner Meinung nach mangelhafte, Sitzungsvorlage: "Eine Variante hat nur Vorteile, alle anderen dagegen nur Nachteile. Das ist keine gute Vorlage."

Grüne schlagen Handy-App vor

Rainer Naumann schließlich gab zu bedenken, dass man den Papierbedarf sehr wohl im Auge behalten müsse. Da man aber die Handy-App sowieso parallel entwickeln und im Stadtboten bewerben werde, könne man sich etwas Zeit lassen, um die Zukunft des Blattes besser zu planen. Die jetzige Entscheidung sei nur für die Dauer von zwölf Monaten gültig. Danach könne man neu beraten. Nach weiteren Wortmeldungen wurde gegen die Stimmen der Grünen-Fraktion beschlossen, dass im kommenden Jahr 8.500 Exemplare je Ausgabe produziert werden. Allerdings werde es nur zehn Erscheinungen geben. Die Verteilung erfolge als Postwurfsendung. Die Gesamtkosten werden auf ungefähr 22.000 Euro geschätzt.

Seit 18 Jahren an der Spitze der Feuerwehr

Veränderungen wird es auch bei der Feuerwehr geben. Nach 18 Dienstjahren wird der bisherige Kommandant der Feuerwehr in Bobingen, Walter Mayr, sein Amt niederlegen. Seine Amtszeit endet Anfang 2021. Ein Vorschlag für seine Nachfolge liege bereits vor. In den vergangenen Jahren seien die Anforderungen an die ehrenamtlichen Kommandanten der Feuerwehr stark gestiegen. So gebe es in Bobingen insgesamt 22 Gebäude, die mit Brandmeldeanlagen bestückt seien. Für 25 weitere Objekte müssten seitens der Feuerwehr Alarmpläne erstellt und auf dem Laufenden gehalten werden.

Last auf zwei Schultern verteilen

Im Jahr 2020, das ja noch nicht zu Ende ist, wurde die Bobinger Feuerwehr bereits 178 Mal alarmiert. Damit man auch in Zukunft ehrenamtliche Kommandanten finden könne, sei es nötig, die Belastung auf mehrere Schultern zu verteilen. Aus diesem Grund solle dem neuen Feuerwehrkommandanten ein zweiter Stellvertreter zur Seite gestellt werden. Trotz der dadurch entstehenden Mehrkosten für die Stadt in Höhe von rund 2800 Euro pro Jahr wurde der Antrag einstimmig angenommen.

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29.11.2020

Was soll da attraktiver werden?
Noch mehr Werbung?
Noch mehr Politiker-Selbstdarstellung?
Die Zukunft ist digital.
Die schnell weniger werdenden Digital-Analphabethen, können mit einem zweiseitigen Flyer, oder über eine Seite in der Stadtzeitung über die - so wichtigen lokalen Informationen - informiert werden?
Also, wer ausser den Druckereien und andere Nutzniesser können einen noch kostspieligeren Stadtboten wollen?

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