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12.06.2009

Der Freitag wird zum Wochenende

Landkreis Augsburg Ein ungewohntes Bild dürfte sich manch einem heute Morgen bieten: Vor vielen Unternehmen im Landkreis werden die Parkplätze verwaist sein, die Stellflächen vor dem Supermarkt oder die Autobahnen dafür umso voller. Und daran wird sich den ganzen Tag über nichts ändern. Denn nach Fronleichnam wird vielerorts der heutige Freitag zum freien Tag, und zwar durch den "Brückentag".

VOn CHristian Paul und Monika Schmich

Wo sonst die Öfen glühen und die Produktion auf Hochtouren läuft, wird heute einiges gemächlicher vonstattengehen. Auch die Firma Osram in Schwabmünchen schaltet einen Gang zurück, sagt der Betriebsratsvorsitzende Werner Leyer: "Der Großteil der Leute hat frei." Die meisten nutzen den Tag, um Überstunden abzubauen oder sie haben Urlaub angemeldet. Trotz Kurzarbeit, während der die Mitarbeiter ihre Zeitarbeitskonten weitgehend abbauen mussten, haben die Beschäftigten noch Gut-Stunden, um sich ein verlängertes Wochenende zu gönnen, sagt der Betriebsratschef.

Auch Leyer selbst ist heute nicht im Büro. In anderen Betriebseinheiten dagegen kann der Arbeitsablauf nicht so ohne Weiteres gestoppt werden, sagt der Gewerkschafter. "Man kann nicht einfach alles abschalten", betont er. Die Öfen zur Leuchtstoffherstellung zum Beispiel müssen permanent laufen - heute allerdings vermutlich mit etwas verminderter Effektivität.

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Bei Teijin in Bobingen steht die Produktion komplett. Allerdings nicht wegen des Brückentags, sondern wegen Kurzarbeit. Nur die Verwaltung ist besetzt - und das auch am heutigen Freitag. "Es muss ja jemand da sein als Ansprechpartner", sagt Tanja Prestele vom Kundenservice. Nur vereinzelt hätten sich die Mitarbeiter heute Urlaub genommen.

Möglichkeiten, ihren Brückentag zu nutzen, haben die Urlauber reichlich. Eines aber sollten sie heute nicht einplanen: einen Behördengang beim Landratsamt. Sowohl das Hauptgebäude in Augsburg als auch die Außenstellen in Schwabmünchen, Gersthofen und Stadtbergen sind geschlossen. Etwa 700 Beschäftigte bleiben zu Hause.

Amtsleitung und Personalrat der Behörde hätten sich für diesen Brückentag entschieden, sagt Monika Wiedemann aus der Personalabteilung. Maximal zwei Brückentage pro Jahr gibt es im Landratsamt. "Die meisten Mitarbeiter bauen da Überstunden ab." Alle anderen nehmen Urlaub. Die Türen bleiben an diesem Tag für die Bürger zu.

Nicht so in der Stadtverwaltung von Bobingen. "Wir sind kundenorientiert", erklärt Norbert Gebauer-Pawlik, zuständig für Personal. Gerade an einem Brückentag hätten viele Menschen Urlaub und wollen Behördengänge erledigen. "Da müssen wir gerüstet sein", betont der Sachgebietsleiter. Zwar könnten die Mitarbeiter Urlaub nehmen. Der Dienstbetrieb, das betont Pawlik-Gebauer, müsse aber aufrecht erhalten werden.

Viele wollen in den Urlaub, aber der Service geht vor

Das gilt auch bei der Stadt Königsbrunn. "Viele wollen Urlaub", räumt Wolfgang Steible von der Verwaltung ein. Der Service gehe aber vor. Die Personalvertretung und der Dienstherr haben daher entschieden: Das Rathaus bleibt offen.

Auch in Schwabmünchen. Hier handhabt man die Sache mit dem Brückentag im Rathaus ganz fair. Vor drei Wochen nach Christi Himmelfahrt blieb die eine Hälfte der Mitarbeiter zuhause, jetzt die andere. "Man muss sich eben absprechen", sagt Hauptamtsleiter Markus Roherer.

Völlig egal dürfte das den Schülerinnen und Schülern im Landkreis sein. Denn sie haben ohnehin frei: Pfingstferien. "Randbemerkung

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