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Reinhartshausen

24.11.2015

Der Kaffee kommt mit der Eisenbahn

Helga Sommer und Michael Forster bauen an ihrem Gastronomietraum mit Eisenbahn.Später speisen die Gäste am Rand der Modellbaulandschaft.
Bild: Anja Fischer

In Reinhartshausen verbindet ein Ehepaar seine Sammelleidenschaft mit seinem Traum von lockerer Erlebnisgastronomie. Dazu entsteht eine große Modelllandschaft

Eine Eisenbahn, die mitten durch das Lokal fährt und den Gästen die Bestellung direkt an den Tisch bringt – davon träumen nicht nur große und kleine Jungs. Wahr wird dieser Traum gerade in Reinhartshausen. Die Wirtschaft im Herzen des Bobinger Stadtteils gehört seit Anfang August Michael Forster und Helga Sommer, die dort gerade an ihrer ganz besonderen Art der Erlebnisgastronomie bauen. Kaum mehr wiederzuerkennen sind die Räume im Wirtsgebäude. Die alte Kegelbahn musste weichen, dort und im nebenliegenden Gastraum entstehen gerade mehrere Hundert Meter Schienenstrecke. Von der künftigen Modelleisenbahnlandschaft ist momentan erst der stabile Unterbau zu sehen.

Dort soll später tatsächlich auch die Eisenbahn bestellte Speisen und Getränke einmal an die benachbarten Tische fahren. „Es soll hier ein Erlebnis für die ganze Familie werden“, sagt Eisenbahnfan Michael Forster.

Bereits sieben Jahre lang hatte er einen ähnlichen Betrieb bewirtschaftet. Mit dem Tod seines damaligen Geschäftspartners endete diese Unternehmung - jetzt startet der ehemalige Modellbauer in Reinhartshausen noch einmal durch. Gemeinsam mit seiner Partnerin Helga Sommer hat er fast zwei Jahre lang nach passenden Räumlichkeiten gesucht.

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Seit einigen Wochen wird im Haus fast jeden Tag umgebaut, gehämmert, gebohrt, geschraubt und gesägt. Vieles ist schon geschehen. So hat der ehemalige Gastraum mehr Fenster und damit ein freundlicheres Ambiente bekommen. Dazu kamen Durchbrüche zur nebenliegenden ehemaligen Kegelbahn. Die größte Veränderung allerdings ist in der Mitte des Raumes zu sehen. Dort steht schon eine Plattform, auf der etliche Gleise verlegt sind.

„Die Lokomotiven fahren auf Spur 1 und Spur 2“, verrät Forster für den Kenner. Bis Weihnachten möchte er soweit sein, dass ein Teil der großen (Show-)Eisenbahn fährt und einzelne Tische mit der Lokomotive beschickt werden können. Wer sich bis dahin anschauen möchte, wie das ganz besondere Eisenbahncafè entsteht, der kann dies jeweils am Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr tun, ein Angebot, welches in den ersten Wochen bereits begeistert angenommen wurde.

In dieser Zeit serviert momentan noch Helga Sommer Kaffee, Getränke und selbst gebackene Kuchen und Torten. Gerne darf mit dem Modellbahnspezialisten Forster auch gefachsimpelt werden. „Ich freue mich, wenn mich jemand auf meine Arbeit anspricht“, verrät er.

Denn auch das soll später zum Konzept seiner Gastronomie gehören. Mit einem Cafébetrieb möchten Forster und Sommer starten, je nach Nachfrage werde das Restaurantangebot ausgebaut. „Schon bald wird es aber auch möglich sein, die Wirtschaft für einen Abend beispielsweise für Vereine oder ähnliches zu mieten“, verspricht Helga Sommer, die dann auch Kochen wird. Das komme alles auf die individuelle Absprache an. Bis die ganze Eisenbahnstrecke, die quer durch alle Räume und im Sommer sogar durch den Garten führen soll, fertig ist, wird es „Anfang 2017 werden“, schätzt Michael Forster. Dann wird die Schienenstrecke zwischen 500 und 800 Metern betragen und eine Rundfahrt mit Halt an den Bahnhöfen etwa zwei Stunden dauern.

Generell sei man im Modellbau aber nie fertig, so gebe es immer wieder etwas Neues zu sehen und zu entdecken. Und wenn es nicht direkt bei der Eisenbahn ist, dann vielleicht in einem großen Legoausstellungsraum, den Michael Forster in der alten Wirtschaft plant. Die beiden Gastronomen denken aber auch an wechselnde Ausstellungen von Patchwork über alte Backformen bis hin zu Engelfiguren.

„Wir sind ein Haus der Modellbauer und Sammler“, möchte Michael Forster seine Idee überschrieben wissen. Die meisten der unzähligen Sammlerstücke von der Eisenbahn bis hin zu Modellen oder Backformen hat er selbst über viele Jahre zusammengetragen. „Da haben wir noch viele Möglichkeiten“, sagt Forster. Es solle so sein, dass der Besucher und Gast jedes Mal etwas Neues entdecken könne und sich dazu dann Leckeres aus dem Backofen schmecken lässt.

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