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Langerringen

08.11.2017

Der Kampf gegen ein Atomkraftwerk

Unter den Bürgern, die eine persönliche Eingabe an den Bayerischen Landtag gemacht haben, ist auch die 22-jährige Sabrina Prestel aus Langerringen.
Bild: Hieronymus Schneider

Warum sich die Langerringerin Sabrina Prestel mit ihren Sorgen über Gundremmingen an den Landtag wendet.

Der Umweltausschuss des Bayerischen Landtags hat die Petition des Bundes für Umwelt und Naturschutz und weiterer etwa 12000 Bürger auf sofortige Abschaltung des Kernkraftwerkes Gundremmingen abgelehnt. In der Begründung der Staatsregierung wurde auf die hohen Sicherheitsstandards und die strengen Überprüfungen der beiden Siedewasserreaktoren in Gundremmingen verwiesen. Somit bleibt es dabei, dass dort die Atomstromproduktion erst Ende 2021 beendet wird. Unter den Bürgern, die eine persönliche Eingabe an den Bayerischen Landtag gemacht haben, ist auch die 22-jährige Sabrina Prestel aus Langerringen.

Die Bäckereifachverkäuferin sagt ganz offen: „Ich glaube den Angaben der Atomaufsichtsbehörde über Gundremmingen nicht mehr. Es gab dort schon neun Zwischenfälle seit 2008 und im Mai 2017 wurde bekannt, dass die zulässige Leistung in den zurückliegenden Jahren vorsätzlich überschritten wurde.“

Misstrauen gegen öffentliche Angaben

Prestel hat alle Störfälle aufgelistet und sorgt sich deshalb um die Sicherheit: „Wenn ein Atomkraftwerk in die Luft fliegt, haben vermutlich 100 Millionen Menschen in Mitteleuropa ein massives Problem. Wenn ich mir die Meldungen über Gundremmingen ansehe, halte ich die sofortige Abschaltung für zwingend notwendig.“ Sie verweist darauf, dass ein Atomkraftwerk auch nach der Abschaltung noch Jahrzehnte radioaktiv sei.

Ihr Misstrauen gegen die öffentlichen Angaben der Aufsichtsbehörden und der Politik begründet sie so: „Die Bürger wurden in der Vergangenheit auch hinsichtlich der Abgasskandale im Spritverbrauch oder beim Spritzmittel Glyphosat massiv belogen.“ Zur Frage, woher der Strom dann ohne Atomkraftwerk kommen soll, meint Prestel, dass bereits jetzt mehr Strom produziert als verbraucht werde. „Teilweise wird der Strom aus Deutschland an Österreich verschenkt, nur um die Netze stabil zu halten. Hier muss sich die Industrie Speichermöglichkeiten überlegen“, sagt die aus persönlicher Überzeugung am Umweltschutz Interessierte und betont, dass sie keine parteipolitischen Interessen vertritt.

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