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Landkreis Augsburg

10.01.2020

Der Wasserpreis für 37.000 Kunden steigt

In den Stauden steigt der Wasserpreis, zunächst für vier Jahre. Dann könnte es erneut deutlich teurer werden.
Bild: Brigitte Unglert-Meyer

Plus Auf was sich die Kunden der Stauden-Wasserversorgung einstellen müssen und wohin das Geld fließt. Die hohe Fördermenge liegt am Limit – schuld ist auch das Wetter.

Nach vier Jahren hat der Zweckverband Stauden-Wasserversorgung zum Jahresbeginn 2020 den Wasserpreis erhöht. Bei ihrer jüngsten Verbandsversammlung in Reichertshofen beschlossen die Vertreter der 21 Städte, Märkte und Gemeinden im Drei-Landkeis-Eck Augsburg, Unterallgäu und Günzburg bei einer Gegenstimme, den Nettopreis pro Kubikmeter Trinkwasser von 72 auf 88 Cent anzuheben. Gleichzeitig steigt die Grundgebühr für einen Standard-Hauswasserzähler auf 3,75 Euro pro Monat (bisher 2,70 Euro).

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Der Verbandsvorsitzende, Bürgermeister Josef Böck aus Langenneufnach, und Werkleiter Armin Drexl erläuterten die Gründe für die Preissteigerung. Neben der allgemeinen Teuerung für Löhne, Energie und Material seien es vor allem kostspielige und nicht länger aufschiebbare Sanierungsarbeiten an den beiden ältesten Hochbehältern des Zweckverbandes bei Siebnach (erbaut 1975, Fassungsvermögen 4000 Kubikmeter) und bei Immelstetten (erbaut 1980, 2000 Kubikmeter) im Landkreis Unterallgäu. Die genauen Kosten für die Hochbehälter-Sanierung, so Josef Böck, könnten zum jetzigen Zeitpunkt nur schwer abgeschätzt werden. Ein erster Teilbetrag in Höhe von 700000 Euro sei in den Kalkulationszeitraum 2020 bis 2023 eingeflossen. Es sei aber durchaus realistisch, dass die Sanierung der Hochbehälter am Ende mit bis zu zwei Millionen Euro zu Buche schlägt. Mit den Arbeiten an den beiden Wasserspeichern soll noch heuer begonnen werden.

Drei Euro für einen Durchschnittshaushalt

Die Gebührenanpassung sei dieses Mal höher, aber dennoch sozial verträglich ausgefallen, erläuterte Vorsitzender Josef Böck. Für einen dreieinhalbköpfigen Durchschnittshaushalt bedeute die Gebührenerhöhung eine monatliche Mehrbelastung von knapp drei Euro (oder 36 Euro im Jahr). Laut dem Bayerischen Landesamt für Statistik liegen die durchschnittlichen Wassergebühren im Freistaat bei 1,45 Euro netto. Böck: „Damit gehört unser Verband weiterhin zu den günstigsten Wasserversorgungen in ganz Bayern.“

Der Wasserpreis für 37.000 Kunden steigt

Die neuen Wassergebühren, so Werkleiter Armin Drexl, seien dann wieder für vier Jahre, bis 2024, garantiert. Dann, so seine Prognose, werde eine erneute Erhöhung unvermeidlich sein und die Ein-Euro-Marke geknackt werden müssen. Denn in den nächsten Jahren kämen auf den Wasserverband weitere umfangreiche Sanierungsarbeiten an vielen Ortsnetzen zu. In den 1970er- und 1980er- Jahren in der Gründungsphase des Verbandes errichtet, müsse sich der Verband mittelfristig mit erhöhten Sanierungsmaßnahmen in den Leitungsnetzen auseinandersetzen.

Ein akuter Sanierungsstau liege allerdings nicht vor, da laufend, wenn auch im kleineren Rahmen, Sanierungen an den Ortsnetzen vorgenommen würden.

Fördermenge am Limit

Seit Jahren fährt der Zweckverband seine Trinkwasserförderung am Limit. Im vergangenen Jahr wurde die von den Aufsichtsbehörden genehmigte (und noch bis Juni 2027 gültige) jährliche Fördermenge von rund 2,6 Millionen Kubikmetern erstmals geringfügig überschritten.

Gründe hierfür waren die lange Trockenperiode im Hochsommer und die – allerdings langfristig geplante – Aktivierung einiger Notverbünde mit benachbarten Wasserwerken, an deren Leitungsnetzen Sanierungsarbeiten durchgeführt werden mussten. Die außerordentlichen Lieferungen in ungewöhnlich hoher Zahl, so Werkleiter Armin Drexl, schlugen mit 200000 Kubikmetern kräftig zu Buche. Dies sei aber eine absolute Ausnahme, denn die Lieferungen über Notverbünde betrugen in den letzten Jahren im Schnitt nur knapp 40000 Kubikmeter. Drexl geht davon aus, dass sich die Notverbundlieferungen ab Mitte des laufenden Jahres wieder im Normalbereich bewegen werden. Die Aktivierung eines Notverbundes aufgrund eines überraschenden Notfalls sei indes nicht erforderlich gewesen.

Vorkommen ist angeblich gesichert

Auch wenn weltweit der Kampf um sauberes Trinkwasser nach und nach den Kampf ums Öl ablöst und sich schon heute Konzerne rund um den Globus den Zugang zu Wasserquellen sichern: Engpässe bei der Trinkwasserversorgung in Schwaben seien laut Josef Böck nicht zu befürchten. Und auch die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels hätten auf absehbare Zeit (noch) keinen Einfluss auf die Trinkwasserförderung beim Zweckverband Stauden-Wasserversorgung: „Im Gegensatz zu anderen Wasserversorgungen in Deutschland ist das Trinkwasservorkommen des Zweckverbandes trotz Hitzeperioden und geringer Niederschläge weiterhin gesichert.“

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