1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Der Wasserpreis steigt weiter an

Bobingen

13.12.2018

Der Wasserpreis steigt weiter an

Die technischen Anlagen der Trinkwasserversorgung in Bobingen haben eindrucksvolle Dimensionen. Noch größer sind die nicht einsehbaren Sammelbehälter und Brunnenanlagen. Hier muss die Stadt noch kräftig investieren.

Der Werkausschuss plädiert in Bobingen für 1,47 Euro je Kubikmeter. Neuer Wasserzähler sammelt laufend Daten. Etwa die Hälfte aller Haushalte haben ihn schon.

Die Anhebung des Wasserpreises fällt in Bobingen wohl deutlicher als erwartet aus. Schon mit Beginn des neuen Jahres werden die Wasser- und Abwassergebühren steigen. Einen entsprechenden Beschluss will der Stadtrat in seiner Sitzung am kommenden Dienstag fassen. Der Werkausschuss hat dies nun vorberaten. Zuletzt war der Wasserpreis am 1. Januar dieses Jahres angehoben worden.

Stadtwerke-Chef Bernhard Langert bezifferte das Defizit der Stadtwerke im Jahr 2017 auf 316572 Euro und stellte den Ausschussmitgliedern mehrere Varianten mit unterschiedlichen Gebührensätzen vor. Werner Wildegger (SPD) hielt es in der Diskussion für angebracht, die Verbraucher durch höhere Preise zur Sparsamkeit zu erziehen. Herwig Leiter (CSU) sprach sich für eine „verträgliche Gestaltung“ der neuen Gebühren aus und stellte fest: „Um eine Erhöhung kommen wir nicht herum!“

Diesmal sollen die Preise länger halten

Die neuen Gebühren für Wasser und Abwasser sollen vier Jahre, also von 2019 bis 2022, gelten. Statt bisher 1,35 Euro (zuvor 95 Cent) kostet ein Kubikmeter Wasser künftig 1,47 Euro; die jährliche Grundgebühr steigt von 38,40 (2017: 19,20 Euro) auf künftig 48 Euro.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Beim Abwasser gilt unverändert der bisherige Preis von 1,49 Euro, die monatliche Grundgebühr steigt aber von 2,50 auf vier Euro, also von 30 auf 48 Euro im Jahr. Der Stadtrat muss dieser Empfehlung des Werkausschusses noch zustimmen.

Schon vor einem Jahr hatte Langert eine stärkere Anpassung des Wasserpreises als nötig erachtet und daher bereits damals von 1,47 Cent je Kubikmeter gesprochen. Denn bereits durch den Störfall von 2017 war klar geworden, dass hohe Investitionen auf die Stadtwerke zukommen. Das erste Abkochgebot für Trinkwasser im Sommer 2017 war nicht nur Folge eines einzelnen Keims, den das Gesundheitsamt zunächst ausmachte, zugleich wurde bereits damals ein größerer Sanierungsbedarf bestätigt, wie die Stadtwerke damals in einem Bericht erläuterten. Der Hochbehälter, die Tiefenbrunnen und das 50 Jahre alte Leitungsnetz erwiesen sich bereits als überholt. Sanierungen und Erneuerungen wurden fällig. So soll das Gesundheitsamt schon 2017 Sofortmaßnahmen in Höhe von 250000 Euro eingefordert haben.

Kosten waren absehbar

Die Ertüchtigung der Brunnen samt Pumpen werde eine halbe Million kosten, hieß es damals. Seither arbeitet die Stadt an der Modernisierung der Anlagen, hat Voruntersuchungen schon vorher gestartet, wurde im jüngsten Sommer jedoch von einem zweiten Störfall getroffen, der erst dieser Tage durch das Ende des aktuellen Abkochgebots bereinigt werden dürfte.

Schrittweise werden in Bobingen zudem digitale Wasserzähler eingeführt. Von den rund 4100 Hauswasserzählern im Bobinger Stadtgebiet sei bisher etwa die Hälfte gegen elektronische Ultraschallgeräte ausgewechselt worden, so die Stadtwerke. Diese senden laut Langert alle 16 Sekunden ein Funkprotokoll mit folgendem Dateninhalt: Zählernummer, tagesaktueller Verbrauchsstand, Verbrauchsstand des Vormonatsletzten, eventuelle Fehlermeldungen, durchschnittliche Temperatur des Wassers und der Umgebung des Vormonats, Einsatzzeit des Wasserzählers in Stunden.

Datenpakete werden per Funk vors Haus verschickt

Dieses Datenpaket können Mitarbeiter der Stadtwerke bei Bedarf vom Straßenrand aus per Funkempfänger auslesen. Sie wollen dies zum einen für eine schnelle und stichtagsgenaue Ablesung aller Zähler nutzen, zum anderen für eine jederzeit anlassbezogene Auslesung zur Ermittlung von Wasserverlusten durch erhebliche Leckagen, Rohrbrüche, für ein professionelles Rohrnetzmanagement und zur schnellstmöglichen Feststellung eines Verkeimungsherdes durch eine eventuelle Rückführung von Wasser durch den Verbraucher in das Versorgungsnetz.

Langert sagte, nach Angaben des Geräteherstellers sei die Sendeleistung der neuen Zähler völlig unbedenklich und deutlich kleiner als jene von Geräten, die es heute ohnehin in jedem Haushalt gibt wie Unterhaltungselektronik, schnurlose Telefone und so weiter.(stö)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

14.12.2018

"die Verbraucher durch höhere Preise zur Sparsamkeit zu erziehen" das ist, mit Verlaub, nicht die Aufgabe der Wasserversorgung und steht auch dem Stadtrat nicht zu. Gebühren dürfen nur kostendeckend sein, nicht mehr und nicht weniger.

Offensichtlich verbrauchen die Haushalte inzwischen schon zu wenig Wasser um noch ausreichend Durchfluss zu gewährleisten, damit das Wasser nicht zu lange in den Leitungen steht und verkeimt. Siehe die 'Dauerläufer' die man eingebaut hat, laienhaft gesprochen sind das quasi rund um die Uhr aufgedrehte Wasserhähne deren Wasser sofort wieder ungenutzt abläuft. Diese deutsche Wassersparmanie treibt wirklich seltsame Blüten. Nur zum Spaß lässt Zuhause sicherlich niemand den Wasserhahn laufen, da muss niemand "erzogen" werden. Aber Familien, die gerade so über die Runden kommen, werden das in der Jahresabrechnung spüren. Das als Erziehungsmaßnahme darzustellen ist.. ich sage besser nicht was ich davon halte, nur soviel: es gibt schon einen Grund, warum die Partei des so zitierten Ratsmitglieds in Bayern inzwischen nicht einmal auf 10% kommt. Ja wahrlich, die Partei der kleinen Leute... früher galt möglichst billiges Trinkwasser als Bürgerrecht und Daseinsvorsorge.

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren