Museum

24.05.2019

Der Wasserturm von innen

Für viele Lechfelder ein ungewohnter Anblick: der Wasserturm von innen mit seinen Ausbildungseinrichtungen zur Höhenrettung. Foto: Uwe Bolten

Die militärgeschichtliche Sammlung kann zum 42. Internationalen Museumstag viele Besucher begrüßen. Welche Rolle die Mitarbeiter und ein Höhenrettungsteam spielen

Die zahlreichen Hornissen, die durch Bäume und Büsche der Lechfeldkaserne surrten, schienen die einzigen Artefakte zu sein, die, neben dem Tornado-Kampfjet an der Hauptwache, an den aktiven Flugbetrieb erinnerten. Von Weitem sichtbar weisen jedoch die tiefblauen Fahnen mit dem Logo der Militärgeschichtlichen Sammlung im Lechfeld (MGS) den Besuchern den Weg zur Veranstaltung dieser Einrichtung anlässlich des 42. Internationalen Museumstages. Gemeinsam mit bundesweit 6500 Museen präsentierte die Sammlung, ganz nach dem Motto „Museen – Zukunft lebendiger Tradition“, neben den Standardausstellungen auch selten gezeigte Schautafeln, die ihren Platz in einem separaten Zelt neben dem Hauptgebäude fanden.

„Wir waren nicht nur von den mehr als 320 Besuchern überrascht, sondern auch von der Intensität der Gespräche, die sich ergeben haben“, resümierte Historiker Werner Bischler die Veranstaltung. Ebenso sei, neben zahlreichen Ehemaligen, die Jugend stark vertreten gewesen. Teilweise wurde die Veranstaltung zum Zielpunkt von Familienausflügen. Überall in den zahlreichen Ausstellungsräumen und auf den Freiflächen waren Mitarbeiter der Sammlung, gut erkennbar an ihren hellblauen Poloshirts, vertreten, um den Besuchern als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. „Wir waren gut beschäftigt. Besonders das Interesse der Besucher an Fachgesprächen mit uns war schon erstaunlich“, sagte Harry Wettengel, einer der Ehrenamtlichen.

Als besondere Überraschung gab es für jeden zehnten Besucher ein kleines Geschenk, jeder 50. Besucher erhielt das Buch „50 Jahre Jagdbombergeschwader 32 – 150 Jahre Militärgeschichte auf dem Lechfeld“ von Werner Bischler, der seine Werke direkt vor Ort auf Wunsch signierte.

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Eine Station, die nicht direkt mit der MGS in Verbindung steht, erwies sich jedoch als Besuchermagnet. Der auf dem Kasernengelände befindliche Wasserturm hatte seine Türen geöffnet und erlaubte den Gästen einen Einblick in das Innere des Lechfelder Wahrzeichens. Einen Wasserbehälter suchte man vergebens, dafür präsentierte das Höhenrettungsteam des Technischen Ausbildungszentrums der Luftwaffe Abteilung Süd äußerst eindrucksvoll einen Ausschnitt aus ihrem Ausbildungsprogramm in dem eigens dafür umgebauten Raum des ehemaligen Reservoirs.

„Die Einrichtung des Shuttlebusses in das entfernte Schulgebäude mit unserer Sammlung von Fernmeldegeräten aus der Historie der Bundeswehr traf ebenfalls auf große Resonanz“, sagte der militärische Ansprechpartner der MGS, Stabshauptmann Peter Dörnach. Dieser Teil der Sammlung sei zum ersten Mal einem größeren Besucherkreis zugänglich gewesen, ergänzte er.

Durchweg positive Rückmeldungen der Gäste gab es für die Mitarbeiter der Sammlung für ihren ehrenamtlichen Dienst; erstaunte Gesichter gab es nach deren Erklärung, dass der Tornado im Eingangsbereich der Kaserne auch zur MGS gehöre.

„Zahlreiche Besucher zeigten im Vorfeld in reges Interesse am Bürgerfest, das am 30. Juni in unmittelbarer Nähe zur MGS veranstaltet wird. Da zeigen wir zusätzlich die Sonderausstellung zum Ersten Weltkrieg mit seinen Folgen für das Lechfeld“, blickt Historiker Bischler nach vorne.

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