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Königsbrunn

11.04.2019

Der dritte Windpocken-Fall ist wohl der letzte

Das Gymnasium Königsbrunn hatte seit der vergangenen Woche mit den Folgen von zwei Windpockenfällen zu kämpfen. Das Gesundheitsamt überprüfte hunderte Schüler, einige mussten zu Hause bleiben. Nun gibt es noch einen dritten Windpocken-Fall unter den Kindern.
Bild: Teresa Reindl

Der Wirbel am Gymnasium Königsbrunn hat sich gelegt, die Schule kann den Vorfall nun beurteilen. Das Gesundheitsamt meldet einen weiteren infizierten Schüler.

Eva Focht-Schmidt gibt sich erleichtert: Am Gymnasium Königsbrunn sei nach der Windpockenerkrankung zweier Schüler wieder Alltag eingekehrt, berichtet die Schulleiterin. Zwar fehlten noch immer 25 Schüler, die wegen Ansteckungsgefahr nicht den Unterricht besuchen dürfen. Doch der Medienrummel und die Anrufe zahlreicher Eltern seien inzwischen überstanden.

„Die Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt hat gut geklappt“, sagt Focht-Schmidt. Das hatte sich am Montag der vergangenen Woche eingeschaltet und den Impfstatus aller Schüler der Jahrgänge 2004 und jünger abgefragt. Ab Donnerstag untersagte es allen überprüften Schülern, die nicht gegen Windpocken geimpft waren und die Krankheit noch nicht selbst hatten, den Schulbesuch bis zu den Osterferien.

Für die Schule war der Windpockenausbruch sehr aufwendig

Die ganze Aktion sei sehr aufwendig für die Schule gewesen, berichtet die Schulleiterin. Die Lehrer mussten die Fragebögen des Gesundheitsamts in kürzester Zeit an hunderte Schüler weitergeben, das Sekretariat musste sich um die Rückfragen der vielen verunsicherten oder aufgebrachten Eltern kümmern. Einige von ihnen waren sehr ungehalten, weil sie den Nachweis für das Gesundheitsamt nicht rechtzeitig erbringen konnten und ihr Nachwuchs trotz Immunität gegen Windpocken nicht in die Schule durfte.

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Zunächst untersagte das Gesundheitsamt rund 40 Schülern, den Unterricht zu besuchen. Inzwischen reichten einige Eltern Impfnachweise oder ärztliche Bescheide nach, sodass aktuell nur noch 25 Schüler von der Maßnahme betroffen sind. Nach den Osterferien dürfen auch sie wieder in die Schule gehen. Doch die letzten Folgen für sie kommen erst noch: Diejenigen, die wegen ihrer unfreiwilligen Auszeit Leistungsnachweise verpasst haben, müssten sie in den Wochen nach den Ferien nachschreiben, erinnert Focht-Schmidt. Weil Nachschreiben an sich aber nichts Ungewöhnliches sei und den normalen Schulbetrieb nicht störe, sehe sie die Windpocken-Geschichte nach den Osterferien als erledigt an.

Laut Gesundheitsamt hat sich noch ein weiterer Schüler am Gymnasium Königsbrunn mit Windpocken angesteckt

Jens Reitlinger, Pressesprecher des Landratsamts Augsburg Land, teilt mit, dass nach den beiden ursprünglichen Windpockenfällen am Gymnasium Königsbrunn noch ein weiterer Schüler die Krankheit bekommen habe. Weil durch das schnelle Eingreifen der Behörde inzwischen aber nur Schüler im Unterricht sind, die gegen Windpocken immun sind, gebe es keinen weiteren Handlungsbedarf.

Das Gesundheitsamt sehe die Maßnahme am Gymnasium Königsbrunn erst als beendet an, wenn alle Schüler wieder in die Schule dürfen, berichtet Reitlinger. Anschließend werde es die Abläufe noch einmal prüfen, die Ereigniskette rekonstruieren und eine abschließende Bilanz ziehen. Zum jetzigen Zeitpunkt hielten die Zuständigen das Eingreifen inklusive Schulausschlüssen für gerechtfertigt: Alles sei sich im Rahmen des absolut Notwendigen gewesen. Dass das Gesundheitsamt Schüler zum Schutz vor Infektionen nach Hause schickt, sei in der jüngeren Vergangenheit im Landkreis an der Tagesordnung. Der Fall am Gymnasium sei nur deshalb so aufsehenerregend gewesen, weil wegen des besonderen pädagogischen Konzepts die Schüler engeren Kontakt hätten und deshalb nicht nur einzelne Klassen geschützt werden mussten.

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