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Scherstetten

09.10.2019

Der gelassene Stauden-Gärtner

Der 82-jährige Leonhard Waldegger lässt der Natur in seinem Garten freien Lauf - und hat Freude daran. Da er beruflich und privat viel in der Welt gereist ist, hat er sich für das Foto seinen Hut aus Mexiko aufgesetzt.

Ein Rentner aus Scherstetten hält nichts (mehr) von gepflegten Gärten. Er lässt der Natur freien Lauf. Das gefällt auch den Tieren.

Leonhard Waldegger genießt seinen Garten, verbringt viel Zeit darin und nennt es sein Paradies. Nun könnte man meinen, dass er für die Pflegearbeiten viel Zeit investiert. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Sein Garten ist absolut naturbelassen. Bäume und Staudenpflanzen gedeihen. Im Prinzip erntet er nur das Gemüse im Gewächshaus und mäht höchstens einmal im Jahr den Rasen. Alles was von selber wächst, reißt er nicht heraus, auch nicht das Unkraut. Der Grund hierfür ist simpel.

Ob aus Altersgründen oder durch Altersweisheit

Altersgründe lassen es dem 82-Jährigen nicht mehr zu, sich so um den Garten zu kümmern wie früher. Seine Frau, die ein Jahr älter ist als er, hätte zwar lieber einen ordentlich gepflegten Rasen, aber auch für sie ist die Gartenarbeit nicht mehr möglich. Doch vielleicht ist es auch ein Stück Altersweisheit, die Leonhard Waldegger zu seiner gärtnerischen Gelassenheit brachte. „Wenn ich gewusst hätte, wie schön es ist, der Natur ihren freien Lauf zu lassen, hätte ich das schon früher so gemacht,“ erzählt der Rentner begeistert und zeigt auf die kleine Grünfläche um sein Einfamilienhaus am Rande von Scherstetten. „Früher hatten wir einen normalen Garten wie andere auch, doch nun wachsen die verschiedensten Sträucher und Wildblumen und sogar Bäume - alles von alleine gewachsen.“

Alles wächst von alleine - auch für die Küche

Und dies gefällt nicht nur dem Rentner, sondern vor allem auch den Vögeln, Bienen, Wespen und Insekten, die sich zahlreich insbesondere im Sommerhalbjahr in seinem Garten aufhalten. Dass sogar viele Schmetterlinge den Weg in Waldeggers Garten finden, gefällt ihm sehr gut. Besonders erstaunt habe ihn, dass aufgrund ausgebrachter Küchenabfällen im Gewächshaus auch Kürbisse von selber wachsen. Und vieles aus dem Garten, für den das Ehepaar Waldegger keinen Dünger verwendet, kommt auf den Küchentisch. Angefangen von Klee, Spitzwegerich, Brombeeren, Peperoni, Petersilie bis Rucula. Waldegger, der auf seiner mit dichtem Efeu eingewachsenen Terrasse sitzt, schmunzelnd und meint: „Aber alles kommt halt doch nicht von alleine. Beispielsweise die Brombeersträucher oder die Peperoni-Pflanzen mussten wir schon einpflanzen.“

Den Gartenhut brachte er aus Mexico mit

Seit 28 Jahren wohnen er und seine Frau bereits in ihrem Haus in Scherstetten. Zuvor war Waldegger viel in der Welt unterwegs und hat auch schon viele andere Gärten gesehen. Nach seiner Bäckerlehre in Augsburg arbeitete er nämlich etliche Jahre als Küchenhelfer in der Kombüse eines Schiffes und lebte zeitweise in Argentinien, Chile und Spanien als Dolmetscher. Auch dort gebe es viele naturbelassene aber auch gepflegte Gärten mit exotischen Pflanzen. Seiner Meinung nach werden aber vor allem in Deutschland die Gärten verstümmelt, da hier alles sehr akkurat und ordentlich sein müsse. Waldegger meint: „Während andere im Garten arbeiten, genieße ich lieber die Natur. Und freue mich, wenn ich Fotos vom mittlerweile völlig eingewachsenen Spielhäuschen im Garten an meinen erwachsenen Enkel schicke, der früher, als er klein war, darin spielte.“ Seine begeisterte Antwort darauf: „Sieht aus wie im Dschungel, Opa.“

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