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Gessertshausen

20.09.2016

Der neue Rathauschef heißt Jürgen Mögele

Jürgen Mögele (im Bild mit Ehefrau Stefanie und den Kindern Lara und Julia) ist neuer Bürgermeister in Gessertshausen. Der 40-jährige CSU-Kandidat hat sich gegen die amtierende Bürgermeisterin Claudia Schuster durchgesetzt.
Bild: Marcus Merk

Der Politikneuling von der CSU setzt sich gegen die Amtsinhaberin Claudia Schuster (FW) durch. Sie hat eine Vermutung, warum.

In Gessertshausen sitzt ab dem 2. November ein neuer Bürgermeister im Rathaus: Jürgen Mögele von der CSU löst dann die amtierende Bürgermeisterin Claudia Schuster (FW) ab. Mit 50,8 Prozent der Stimmen, so das vorläufige amtliche Endergebnis, gewann der Politikneuling, der erst seit zwei Jahren im Gemeinderat sitzt, am Sonntag die Bürgermeisterwahlen. „Ich habe in den vergangenen Wochen immer wieder in mich hineingehorcht und habe eigentlich schon so mit einem Ergebnis um 51 Prozent gerechnet“, sagte der 40-Jährige gestern, kurz nachdem das Ergebnis gegen 18.45 Uhr feststand. „Das waren oft flüchtige Begegnungen mit Bürgern, die mir das Gefühl gegeben haben“, sagte er. Ob er sich wirklich so ganz sicher war? „Einfach verrückt“, sagte er gleichzeitig immer wieder bei sich.

Thema Wasserversorgung habe sie Stimmen gekostet

Kurz nach Jürgen Mögele war dann auch Claudia Schuster ins Rathaus gekommen – und sichtlich beeindruckt vom Wahlergebnis. „Das ist sehr bedauerlich“, so ihre erste Reaktion. „Jürgen Mögele hat sicher viele CSU-Stammwähler mobilisieren können. Wobei ich auf jeden Fall meinen Wählern auch danken will“, so Schuster dennoch gefasst. Auch SPD und Grüne hatten sie unterstützt. Unter anderem sei es wohl das Thema Wasserversorgung gewesen, das sie Stimmen gekostet habe, so ihre Einschätzung. In den vergangenen Jahren war das ganze Ausmaß der Versäumnisse in der Vergangenheit bei der Instandhaltung der Wasserversorgung in der Gemeinde deutlich geworden, nicht zuletzt, weil im Ortsteil Deubach wiederholt das Trinkwasser wochenlang abgekocht und anschließend mit Chlor versetzt werden musste.

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Tatsächlich hat Jürgen Mögele den Ortsteil Deubach deutlich mit 225 zu 203 Stimmen für sich entschieden, genauso wie Margertshausen mit 268 zu 116 Stimmen für den CSU-Kandidaten gestimmt hat. Auch die Briefwähler haben sich mehrheitlich für Jürgen Mögele entschieden, während Claudia Schuster in Gessertshausen selbst in beiden Stimmbezirken sowie in Döpshofen und Wollishausen die meisten Wähler mobilisieren konnte – ähnlich wie schon bei ihrem Wahlsieg vor sechs Jahren.

„Bei einer Wahl ist eben alles möglich“ 

Die Wahlbeteiligung gestern lag an diesem verregneten Sonntag bei 67,7 Prozent, fast genauso hoch wie vor sechs Jahren mit gut 68 Prozent. Damals hatte sich Claudia Schuster mit einem ähnlichen Ergebnis wie jetzt Jürgen Mögele, nämlich 50,6 Prozent im ersten Wahlgang, gegen die Kandidaten Otto Hochmuth (CSU) und Roman Winnerl (SPD) durchgesetzt. Der damalige Bürgermeister Anton Mayer war nicht mehr angetreten, nachdem er die Altersgrenze erreicht hatte. „Aber bei einer Wahl ist eben alles möglich“, so Schuster gestern abgeklärt. Die Informatikerin möchte jetzt für ihre eigene Zukunft verschiedene Möglichkeiten abklären, vielleicht auch noch mal in Urlaub fahren und vor allem die Amtsgeschäfte bis zum Tag des Wechsels am 2. November ordnungsgemäß zu Ende führen.

Jürgen Mögele hat den Abend in Feierlaune mit seiner Frau Stefanie und den beiden Töchtern Lara und Julia sowie mit Parteifreunden und Unterstützern zunächst bei einer Parteibreze und einem Glas Sekt, anschließend in den Zech-Stuben verbracht.

Auch nach dem anstrengenden Wahlkampf, den er neben seinem Beruf mit Schichtarbeit erledigt hat, fühle er sich frisch, so der Wahlsieger gestern. Auch er möchte noch einmal mit der Familie ein paar Tage in Urlaub fahren. Ab November will er sich dann vordringlich den Problemen mit der Wasserversorgung widmen. „Und einen neuen Anlauf beim Thema Umfahrung soll es auch geben“, so Mögele.

Seit 30 Jahren wird in Gessertshausen außer der Reihe gewählt.

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