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Schwabmünchen

08.01.2019

Der schwere Weg in eine wichtige Einrichtung

Diplom-Sozialtherapeutin Marta Budna-Lamla berät Süchtige und deren Angehörige in der Hauptstelle der Suchtfachambulanz in Schwabmünchen.
Bild: Carmen Janzen

Seit zehn Jahren ist die Suchtfachambulanz der Caritas im ehemaligen Schwesternheim beheimatet. Wie lange noch, ist unklar, denn es steht ein Umzug an.

Die Suchtfachambulanz der Caritas ist eine wichtige Einrichtung, die allerdings wenig Aufmerksamkeit erhält. Wer dort hin geht, macht das meist ohne großes Aufsehen. Die Patienten wollen möglichst unerkannt bleiben, denn sie haben ein Problem, mit dem man nicht hausieren geht. Eine Sucht. Und es gibt viele: zum Beispiel die Abhängigkeit von Medikamenten, Drogen, Alkohol, Computerspielen, Glücksspielen oder Essstörungen. Die Betroffenen werden in der Suchtfachambulanz beraten, therapiert und erhalten Hilfe. Etwa 350 Patienten aus dem ganzen südlichen Augsburger Land kommen jedes Jahr in die Einrichtung.

Seit zehn Jahren ist sie als Teil des „Zentrums für Seelische Gesundheit“ im ehemaligen Schwesternheim hinterhalb des Krankenhauses untergebracht. Wie lange der alte Plattenbau noch die Heimat der Einrichtung bleibt, ist allerdings ungewiss, denn in den nächsten Jahren steht ein Umzug an. Die Caritas hat bereits eine Bauvoranfrage im Stadtrat eingereicht. Sie will eine neue Beratungsstelle bauen, dort, wo aktuell das alte Chorregentenhaus steht, neben der Stadtpfarrkirche. Also sehr zentral im Zentrum. Wann genau gebaut wird, ist noch völlig offen, das hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem von behördlichen Genehmigungen und dem Baufortschritt.

Versteckte Lage der Suchtfachambulanz ist von Vorteil

Die Mitarbeiter würden sich freuen, wenn sie in naher Zukunft raus aus dem maroden Gebäude in einen modernen Neubau ziehen könnten. Für die Kunden ist der aktuelle Standort dagegen optimal. „Wir liegen zwar etwas versteckt, aber für die Betroffenen ist das eher von Vorteil“, sagt Ursula Köhler-Baiter, die Leiterin des Zentrums. Sie und ihre Mitarbeiter hoffen aber trotzdem, dass die Patienten auch nach dem Umzug den Weg zur Suchtfachambulanz wagen.

Letztlich ist es aber wohl egal, wo die Einrichtung ihren Sitz hat, der Weg dorthin ist meistens ein schwerer. Steht man dort vor der Tür, ist das für gewöhnlich der Punk, an dem die Betroffenen bereits einen langen Leidensweg hinter sich haben, mitten in einer Sucht stecken und sich entschieden haben, etwas an ihrem Leben zu ändern. Manchmal hat auch ein Gericht die Auflage nach einer Alkoholfahrt gemacht oder der Arbeitgeber hat den Mitarbeiter verpflichtet, zur Suchtambulanz zu gehen, da ansonsten der Jobverlust droht. Manchmal drängen auch die Partner.

Suche nach einer geeigneten Therapie

„Es kostet Mut, zu uns zu kommen, aber es muss niemand Angst haben. Wir holen jeden dort ab, wo er gerade im Leben steht und drücken niemandem einen Stempel auf“, versichert Ursula Köhler-Baiter. Sie und die anderen Mitarbeiter unterliegen der Schweigepflicht und müssen sich sehr streng an den Datenschutz halten. Betroffene müssen also keine Angst haben, dass ihr Problem nach außen dringt. Sie helfen den Süchtigen, eine geeignete Therapie zu machen, ambulant vor Ort zum Beispiel mit Einzel- und Gruppengesprächen. Oder sie vermitteln eine stationäre Therapie falls erforderlich. Hilfe gibt es auch beim Umgang mit Krankenkassen und Behörden.

Das Angebot der Suchtambulanz ist zum einen zu umfangreich, um es an dieser Stelle vollumfänglich vorzustellen und zum anderen sehr individuell. Kaum ein Fall gleicht dem anderen. Für jeden Patienten wird der passende Weg gesucht.

Ist die Therapie absolviert bietet die Ambulanz auch Nachsorgegespräche an, um die Betroffenen weiterhin zu stärken und zu motivieren. Auch Angehörige von Süchtigen können in der Cartias-Einrichtung Hilfe und wertvolle Tipps erhalten.

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