Newsticker

Pflicht-Corona-Tests: Einreisende aus Risikogebieten müssen sich ab Samstag testen lassen
  1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Die 100000-Euro-Ausstellung

Schwabmünchen

21.01.2020

Die 100000-Euro-Ausstellung

"Bilder ohne Namen" hat Christoph Dittrich gemalt.
2 Bilder
"Bilder ohne Namen" hat Christoph Dittrich gemalt.
Bild: Reinhold Radloff

Zwei Künstler zeigen in Schwabmünchen ihre kostbaren Werke. Dabei spielt die Form eine große Rolle.

Mit rund 100000 Euro sind die knapp 50 Werke zusammen bepreist, die derzeit von zwei bekannten Künstlern und Kunstpreisträgern beim Kunstverein in Schwabmünchen ausgestellt werden und großes Interesse beim Vernissage-Publikum fanden. Sie stammen von Bernd Rummert und Christoph Dittrich.

„Skulptur und Malerei ist der unspektakuläre Überbegriff dieser durchaus spektakulären Präsentation zweier akademischer Künstler, zweier Meisterschüler“, betonte die Vorsitzende des Kunstvereins Schwabmünchen, Kersten Thieler-Küchle, eingangs ihrer Rede zur gemeinsamen Vernissage von Bernd Rummert und Christoph Dittrich.

Kunst waren aber nicht nur die ausgestellten Werke, sondern auch die musikalische Darbietung zur Eröffnung des Abends: Carla Dittrich, die Tochter von Christoph Dittrich, spielte Stücke von Frederic Chopin und Joseph Haydn und erntete viel Applaus.

Die 100000-Euro-Ausstellung

So unterschiedlich diese beiden Stücke waren, so unterschiedlich präsentierten sich, bei allen Gemeinsamkeiten in Sachen abgeänderter Gegenständlichkeit, die Werke der beiden Kunstpreisträger.

Ein Hemd aus Münzen

Bernd Rummert, der studierte und diplomierte Bildhauer, suchte schon während seines Studiums nach anderen Materialien und gestaltete bereits 1987 sein erstes Kettenhemd. „Mir kommt es darauf an, dass Form flexibel und fließend ist, das ist meine Handschrift“, sagte der Künstler selbst. Deshalb erfand er für sich das Arbeiten mit Geldstücken und Federringen, die zu einem beweglichen „Gewebe“ zusammengefügt werden. 2001 schuf er das „Hemd“ aus 5400 10-Pfennig-Stücken, 2019 aus 5400 20-Cent-Stücken den „Tisch mit Decke“, die jeweils händisch viermal angebohrt und dann mit Federringen verbunden werden.


Dieses Werk von Bernd Rummert heißt "Hemd".
Bild: Reinhold Radloff

Industrielles Arbeiten lehnt Rummert ab. „Was macht die Form mit dem Kunstwerk?“, fragt der Künstler und will mit seinen flexiblen Werken zu Kunst, zum Nachdenken anregen. Darin liegt die Spannung in seiner Arbeit, die ihn quasi Vollzeit beschäftigt. „An jedem der genannten Skulpturen habe ich rund neun Monate jeweils 40 Stunden pro Woche gearbeitet“, so Rummert. „Das Geld verliert seine Bedeutung als Tauschmittel und wird selbst zum Objekt dessen, was man dafür erwerben kann“, findet Thieler-Küchle und meint weiter: „Faszinierend ist für mich die Verknüpfung von Zeit, Wert und Geld. Aus einem Gebrauchswert wird ein rein ästhetischer Wert.“

Kunst, die sich selbst genügt

Während Rummert seine Werke genau benennt, verzichtet Dittrich darauf meist. Er will Neues, Raum schaffen, dreht seine Werke während der Arbeit, schafft Spannendes, nicht Wiederholbares. Eineinhalb Jahre hat er an den diesmal ausgestellten Malereien gearbeitet, nennt den Bildzyklus „reasons“ und überlässt dem Betrachter die freie Interpretierbarkeit. „Meine Werke sind Verbindung aus Sinnlichkeit der Farbe und malerischer Qualität“, sagte er. „L’art pour l’art“ würde Thieler-Küchle eventuell Dittrichs Kunst nennen, „Kunst, die sich selbst genügt, die keinem äußeren Zweck dient, ohne Hintergedanken an Anwendung, Geschäft und Nutzen.“

Die Ausstellung ist an folgenden Tagen geöffnet: Montag, Dienstag und Donnerstag von 9.30 bis 12.30 Uhr, Mittwoch von 11 bis 15 Uhr und Sonntag von 15 bis 18 Uhr.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren