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Lagerlechfeld

10.12.2019

Die 2,5 Kilogramm schwere Feuerwehrfahne ist zurück

Glückliche Gesichter gab es bei der Übergabe der Fahne der ehemaligen Feuerwehr Lagerlechfeld: (von links) Feuerwehrkommandant Andreas Rudel , Bürgermeister Andreas Scharf, Standortältester Oberst Dirk Niedermeier und Oberstleutnant Christian Leypoldt, Kasernenkommandant der Lechfeldkaserne.
Bild: Uwe Bolten

Rund 70 Jahre nach ihrem Verschwinden übergibt die Bundeswehr das Emblem der ehemaligen Feuerwehr Lagerlechfeld an die Gemeinde Graben. Wo die Fahne in Zukunft aufbewahrt wird.

Oberstleutnant Christian Leypoldt, Kasernenkommandant der Lechfeldkaserne, zieht die knapp 2,5 Kilogramm schwere Fahne aus der Tasche, in der sie Margaret O’Connor vor drei Monaten der Wache übergeben hatte. Der weiche Seidenstoff beider Seiten ist auf einer Zwischenlage fixiert, die Stickerei zeugt von hoher Handwerkskunst. Vereinzelt sind Metallfäden in die Darstellungen eingearbeitet, die umrandenden Fransen aus Metallgespinst wirken schwerer, als sie sind. In der Mittagssonne vor dem Rathaus leuchten die Farben noch intensiver. „Man soll nicht glauben, dass die Fahne knapp 100 Jahre alt ist“, sagte Scharf beeindruckt.

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Die Freude über die Rückgabe des textilen Wahrzeichens der ehemaligen Freiwilligen Feuerwehr Lagerlechfeld war Andreas Rudel, Kommandant der Feuerwehr Graben, und Bürgermeister Andreas Scharf anzusehen, als sie das fein bestickte Tuch aus der Kunststofftasche sahen. Die Tochter eines amerikanischen Soldaten hatte das geschichtsträchtige Emblem im September dieses Jahres, ganz nach dem Willen ihres verstorbenen Vaters, wohl aus Unkenntnis über die Zuständigkeiten an der Hauptwache der Lechfeldkaserne abgegeben.

Lebendige Feuerwehrgeschichte auf dem Lechfeld

„Als ich davon zum ersten Mal hörte und ein erstes Handyfoto der Fahne sah, war mir klar, dass es sich hierbei um lebendige Feuerwehrgeschichte unserer Region handelt“, sagte Kommandant Rudel. Er gab zu, dass sich beim ersten realen Blick auf das Tuch Herzklopfen bei ihm einstellte. „Es ist Teil unserer Identität, basierend auf der Patenschaft der damaligen Wehr Graben mit den Kameraden in Lagerlechfeld“, ergänzte er nach der kleinen Übergabefeierlichkeit im Foyer des Gräbinger Rathauses.

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Als Meilenstein der Gemeindegeschichte bezeichnete Grabens Bürgermeister Andreas Scharf die Rückgabe der Fahne. „Es entsteht gerade eine eigene Vitrine, in dem das besondere Stück in unserem Feuerwehrhaus aufbewahrt wird“, sagte Scharf zum zukünftigen Aufbewahrungsort der Fahne. „Wenn ich ehrlich bin, war mir gar nicht bekannt, dass Lagerlechfeld vor rund einem Jahrhundert eine eigene Wehr hatte“, gab Scharf zu und nahm damit Bezug auf die eingestickte Jahreszahl 1923.

Die Feuerwehrfahne ist mit der Reise durch die Welt etwas Besonderes

„Mich haben die Farben und der gute Zustand begeistert“, beschrieb Oberst Dirk Niedermeier, Standortältester der Standorte Kaufbeuren und Lagerlechfeld, seinen Eindruck, nachdem der Kasernenoffizier der Lechfeldkaserne, Oberstleutnant Christian Leypoldt, ihm die Fahne zum ersten Mal präsentiert hatte. „Das Tuch ist mit der Reise durch die Welt etwas Besonderes. Dank gehört Herrn Oberstleutnant Leypoldt, der sich sehr um die Geschichte der Fahne und die Frage des Rechtsnachfolgers der Wehr in Lagerlechfeld gekümmert hat“, sagte er anerkennend.

„Als ich die Fahne zum ersten Mal sah, wurde mir sehr schnell klar, dass sie ein Teil der örtlichen Geschichte ist und wieder in die Gemeinde gehört“, sagte Christian Leypoldt zur Entscheidung, das Emblem nach Graben zu geben. Ihm sei bewusst gewesen, was dieses Stück für die Tradition der Feuerwehr bedeutete. Ebenso gehöre dies zu seinen Bestrebungen, sich den Gemeinden im Umfeld des Fliegerhorstes mehr zu öffnen und intensiver zu kommunizieren. „Margaret O’Connor hat mir per E-Mail mitgeteilt, dass es sie sehr gefreut hat, wie die Rückgabe in der Region und der Tageszeitung beachtet wurde. Damit sei dem Willen ihres Vaters besonders Nachdruck verliehen worden“, sagte Leypoldt.

Lesen Sie hier die Geschichte zur Feuerwehrfahne: Geheimnis um Fahne nach über 70 Jahren gelüftet

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