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Großaitingen

13.08.2019

Die Aitinger Schächer lassen’s krachen

Ein großer Kirchenzug mit zwölf Fahnenabordnungen zog vom Alten Markt zur Kirche.
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Ein großer Kirchenzug mit zwölf Fahnenabordnungen zog vom Alten Markt zur Kirche.
Bild: Hieronymus Schneider

Seit 30 Jahren gibt es die Vereinigung in Großaitingen. Das wurde gefeiert. Über die Entstehungsgeschichte hinter der inzwischen geschlossenen Gemeinschaft.

Alle Großaitinger Vereine gaben der Aitinger Schächervereinigung (ASV) zum Festgottesdienst die Ehre. Zwölf Fahnenabordnungen versammelten sich vor dem Rathaus am Alten Markt und zogen mit Pater Thomas und Diakon Armin Pfänder und ihrer Ministrantenschar, zusammen mit den 29 Mitgliedern samt Familien des Jubiläumsvereins, in die Pfarrkirche St. Nikolaus ein. Überwältigt von dem großen Zuspruch sagte Organisator Tobias Hutter zur Begrüßung: „Ja Sakrament, die Kirch isch voll“, was er ausdrücklich nicht als Fluch, sondern als Ausdruck der Bewunderung verstanden wissen wollte. Diakon Armin Pfänder, selbst Mitglied der Aitinger Schächervereinigung, erklärte in seiner Predigt die selbst etlichen Großaitingern noch unbekannte Entstehungsgeschichte dieses ganz speziellen Vereins mit Alleinstellungsmerkmal.

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Einst war die Schächerkapelle ein Jugendtreffpunkt für die Großaitinger

„Vor 30 Jahren war die Schächerkapelle der Jugendtreffpunkt und so entstand eine Gemeinschaft von anfangs 22 jungen Burschen, die sich besonders gut verstanden. 1989 gründeten sie den Verein mit dem Kürzel ASV, der aber kein Allgemeiner Sportverein, sondern eben die Aitinger Schächervereinigung ist. Wir gelobten, für den Erhalt der Schächerkapelle zu sorgen und lebenslang zusammen zu bleiben. Ich selbst bin als eines der letzten Mitglieder im Jahr 1994 dazugekommen“, sagte der jetzige Diakon der Pfarrgemeinde nach dem Predigttext von den Schächern am Kreuz Jesu.

Mit „Schächer“ werden in den alten Bibelübersetzungen die beiden Verbrecher bezeichnet, die zusammen mit Jesus gekreuzigt wurden. Da diese drei Kreuzigungsfiguren in der Kapelle dargestellt werden, erhielt sie den Namen Schächerkapelle. „Einer von den beiden Schächern wandte sich Jesus zu und der nahm ihn an, ohne zu fragen, was er vorher getan hatte“, sagte Pfänder und verwies damit auf den inneren Zusammenhalt der Schächervereinigung, der darin bestehe, jeden so anzunehmen wie er ist.

Die Aitinger Schächer lassen’s krachen

Der ASV ist eine geschlossene Gemeinschaft, die seit 1994 keine neuen Mitglieder aufgenommen hat. Einer ist bei einem Bergunfall ums Leben gekommen und so sind es bis heute 29 Mitglieder, die inzwischen um die 50 Jahre alt sind und Familien haben. Ihr Gelöbnis, für den Erhalt der Schäckerkapelle zu sorgen, haben sie vor zwei Jahren mit deren Renovierung eingelöst.

Das Jubiläum wird als Rockmesse gefeiert

Alle zwei Jahre wird eine Andacht an der Kapelle gefeiert. Der jetzige Jubiläumsgottesdienst wurde als Rockmesse vom Chor „Zeitlos & Friends“ gestaltet, was bei den Besuchern außerordentlich gut ankam. Nach dem Schlusslied „I will follow him“, ließen die Kirchenbesucher den Chor noch nicht gehen, sondern forderten zwei Zugaben. Chorleiterin Birgit Wetzstein bedankte sich beim Vorsitzenden Christian Hauser, dass der ASV diesem Großaitinger Freizeitchor mit Verstärkung durch Instrumentalisten die Gestaltung einer Rockmesse zugetraut hat.

Anschließend zog die Festgemeinde zum Bauwagen des ASV an der Reinhartshofer Straße. Dieser ist seit 1992 der ständige Treffpunkt der Schächervereinigung, die sich dort jeden Donnerstagabend versammelt. „Es kommen nicht immer alle Mitglieder, aber der wöchentliche Treff zum Gespräch beim Bier wird gut besucht und wir kommen immer erst spät heim“, sagt Christian Hauser. Auf dem Grundstück um den Bauwagen werden gelegentliche Feste oder Public-Viewing-Übertragungen bei wichtigen Fußballspielen veranstaltet. Zum 20-jährigen Bestehen des Bauwagens gab es 2012 ein Open-Air-Konzert.

Bei der jetzigen Neuauflage mit der rockigen Partyband „Solid Age“ aus Schwabmühlhausen reichte das Bauwagengelände nicht aus. Es wurde auch die Reinhartshofer Straße von der Einmündung der Lindauer Straße bis zum Turm der Schustermühle gesperrt und mit Biertischen und -bänken belegt. Verpflegungsstände mit Crèpes, Flammkuchen, Schupfnudeln und Street Food erfüllten alle Wünsche der Besucher. Für die Getränke einschließlich der Cocktailbar sorgten die „Schächer“ mit ihren Frauen selbst. So ging das fröhliche und lautstarke Jubiläumsfest bis nach Mitternacht.

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