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Schwabmünchen

28.05.2018

Die Angst vor dem Helfen verlieren

Herbert Jauchmann (links) hilft bei der Finanzierung der „Trau-Dich“-Kurse, die Günther Geiger auf die Beine stellte. Puppe „Stephan“ schlüpft in die Rolle des Kursleiters.
Bild: Christian Kruppe

Wie aus einer Idee im Elternbeirat ein Erste-Hilfe-Angebot für Kindergärten in Schwabmünchen wird

Es fing alles mit einer Idee im Elternbeirat des Schwabmünchner Luise-Scheppler-Kindergartens an. Vor Jahren gab es schon einmal Erste-Hilfe-Kurse für Kinder, doch das Projekt schlief ein, da einige Eltern den Kostenanteil nicht tragen wollten. Doch nun nimmt die Idee wieder neue Fahrt auf. Susanne Hartmann, Mitglied im Elternbeirat des Schwabmünchner Kindergartens erinnert sich: „Es war eine Nachfrage bei einer Sitzung. Da ich Kontakte zum Roten Kreuz habe, habe ich dort nachgefragt.“ Und dort stieß sie auf offene Ohren. Denn im Roten Kreuz gibt es das Projekt „Trau Dich“. Dabei werden Kindern die Grundlagen der Ersten Hilfe vermittelt. „Aber nicht nur das“, erläutert Ausbilderin Liane Deibler. „Das Wichtigste ist, den Kindern die Angst vor dem Helfen zu nehmen“, erklärt die Ausbilderin. Sie wird zusammen mit ihren Kollegen die Kurse wieder aufleben lassen. Und dass nicht nur im Luise-Scheppler-Kindergarten. Passend zum bayernweiten Konzept „Trau dich“ gibt es speziell für Vorschulkinder das Projekt „Mini-Trau-Dich“. Und dies wird nun an den drei Kindergärten im Schwabmünchner Stadtbereich umgesetzt. Möglich macht dies die Raiffeisenbank Schwabmünchen, die die Kosten dafür trägt.

Es macht mehr Spaß, als man denkt

So freut sich Susanne Hartmann nicht nur über ein tolles Angebot für die Kindergartenkinder, sondern auch darüber, dass so gezeigt wird, dass sich das ehrenamtliche Engagement in einem Elternbeirat lohnt. „Es würde mich freuen, wenn das Eltern dazu bewegen würde, darüber nachzudenken, sich in den Einrichtungen, die die Kinder besuchen, zu engagieren und die Aktionen der Ehrenamtler mit ein wenig Zeit zu unterstützen. Das macht nämlich mehr Spaß, als man denkt“, erklärt die zweifache Mutter.

Wie die Kurse aufgebaut sind, verrät Liane Deibler: „Es geht darum, dass die Kinder erkennen, dass jemand Hilfe benötigt, und was dann zu tun ist. Das Wichtigste dabei ist, nicht wegzuschauen.“ Vermittelt werden nur Grundkenntnisse wie die Versorgung kleiner Wunden. Im Mittelpunkt steht, den Kindern die Furcht vor dem Helfen zu nehmen und ihnen aufzuzeigen, wie sie Hilfe holen können. Immer mit dabei ist die Stoffpuppe „Stephan“. Die ersten Kurse zeigen, dass die Idee gut ankommt.

Rund 50 Kinder nahmen am Auftaktkurs teil 

Im Schwabmünchner St.-Michael-Kindergarten waren es rund 50 Kinder, die am Auftaktkurs teilnahmen. „Der Wille zu Helfen hängt nicht vom Alter ab“, zieht der verantwortliche Projektleiter Fabian Wamser vom Roten Kreuz Bilanz. Die Kinder hatten sichtlich Spaß beim Anlegen von verschiedenen Verbänden oder beim Absetzen eines Notrufs. Besonderer Höhepunkt des Kurses mit Ausbilderin Liane Deibler war die Besichtigung eines echten Rettungswagens und der Ausrüstung der Wasserwacht.

In den kommenden Wochen werden weitere 50 bis 60 Kindergartenkinder im Vorschulalter an die Erste Hilfe vom ehrenamtlichen Team des Jugendrotkreuzes herangeführt. Das Pilotprojekt ist in den Augen von Fabian Wamser bereits jetzt schon ein Riesenerfolg: „Die Kinder sehen hier, dass Erste Hilfe einfach ist und sogar Spaß machen kann.“ (krup)

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