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Behördenfunk

07.09.2011

Die Bienenwabe nimmt Gestalt an

Zwölf von 15 Orten für Digitalfunkmasten sind vertraglich bestimmt. Kritik an der Kommunikationspolitik

Landkreis Augsburg Beim digitalen Behördenfunk ist es ein bisschen wie mit der Windkraft: Dass beide Techniken sinnvoll sind, darüber besteht kein Zweifel – trotzdem möchten nur wenige ein Windrad oder eine Antenne vor der Nase haben, auch wenn Letztere im Zweifelsfall Leben retten kann. Schließlich gilt das Funknetz, das Feuerwehr und Polizei derzeit benutzen, als hoffnungslos veraltet.

Ein Jahr nach der Vorstellung nimmt das Netz, das sich nach dem Vorbild von Bienenwaben über den Freistaat verteilen soll, im Landkreis Gestalt an – trotz Befürchtungen, das neue Behördennetz (BOS-Netz) bringe auch verstärkte Belastungen für die Gesundheit. Befürchtungen, die die Akzeptanz des Netzes erschweren.

Ein Faktor, der die Arbeit der Projektgruppe „Diginet“ nicht gerade erleichtert haben dürfte. Die Abteilung des Innenministeriums hat die Aufgabe, die Standorte für die Digitalfunkmasten zu suchen und vertraglich zu fixieren. In Bayern werden insgesamt 945 Verteilerstandorte benötigt, damit das Netz bis 2013 in Betrieb genommen werden kann. Allein im Landkreis Augsburg wurden 15 Standorte benötigt, die zusammen mit den jeweiligen Gemeinden ermittelt werden sollten. Wie Diginet auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilte, sind bereits zwölf Standorte vertraglich fixiert. Dies sind die Suchkreise Thierhaupten, Lützelburg, Bonstetten, Wörleschwang, Lindach, Aystetten, Diedorf, Fischach, Walkertshofen, Waldberg, Straßberg und Schwabegg.

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Oberottmarshauser warten ab

Für die Bereiche Meitingen und Graben gebe es bereits vielversprechende Gespräche, heißt es. Nur für Oberottmarshausen steht ein Gebiet aus. Dabei muss der Sendemast nicht zwingend direkt in Oberottmarshausen stehen, wie Markus Dengler von der Projektgruppe Diginet sagt. „Der Suchkreisname bezeichnet den Großraum, in dem ein Standort gesucht werden soll.“

Bau oder Umrüsten – mitunter sollen bestehende Masten genutzt werden – soll dabei grob innerhalb eines Jahres stattfinden. Der Umbau des Sendemasten in Stadtbergen-Deuringen (Suchkreis Diedorf) bezeichnet wird, steht schon am 12. September an.

Schwabegger wehren sich

Der Ärger, der damit verbunden ist, steht dabei durchaus als repräsentativ da. Denn nicht nur in Stadtbergen, wo man sich über eine mehr als mangelhafte Informationspolitik vonseiten des Innenministeriums beklagt, kommt Kritik an der Behörde auf. In Zusmarshausen beklagten Gemeinderäte mangelhafte Informationspolitik. In Schwabegg hat sich eine Bürgerbewegung formiert, die die Versetzung des Masten bewirken will.

Damit steht der Landkreis in einer Reihe mit anderen Regionen, in denen die Bürger ebenfalls gegen die Pläne des Ministeriums mobilgemacht haben. Die Vorwürfe sind immer die gleichen: zu wenig Information, zu wenig Transparenz – und eben zu wenig Abstand zum Wohngebiet.

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