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Bobingen

25.10.2019

Die Bobinger haben viele offene Fragen zu Bad und Bahn

Beim Thema Bahnhofsmodernisierung geht derzeit in Bobingen trotz vieler Anfragen der Stadt nichts voran.
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Beim Thema Bahnhofsmodernisierung geht derzeit in Bobingen trotz vieler Anfragen der Stadt nichts voran.
Bild: Elmar Knöchel

Wie geht es mit dem Aquamarin weiter und wann kommt man barrierefrei zum Zug? Bürgermeister Bernd Müller fehlen bei einem Thema die Antworten.

Der Bahnhof und das Aquamarin beschäftigten die Anwesenden bei der Bobinger Bürgerversammlung am meisten. Bürgermeister Bernd Müller und die Mitarbeiter der Stadtverwaltung lieferten eine Menge Antworten.

Gleich die erste Frage aus der Bürgerschaft beschäftigte sich mit der Lage im Bobinger Bad. Es wurde die neue Tarifstruktur bemängelt. Genauer gesagt die Abschaffung des Spättarifes und die Anpassung der Eintrittspreise. Stadtkämmerer Alexander Ziegler hatte die Antworten darauf parat. Grund für die Gebührenanpassungen sei natürlich der Wunsch gewesen, höhere Einnahmen zu erzielen. Im Falle der allgemeinen Preisanpassung sei dies gelungen. Die Streichung des Spättarifes bezeichnete er allerdings als Fehler. Hier sei tatsächlich ein Besucherrückgang zu beklagen gewesen. Deshalb solle dieser Fehler beseitigt und wieder ein Spättarif eingeführt werden.

Bobinger Vereine müssen während der Bauzeit wohl ausweichen

Natürlich beschäftigt der geplante Badneubau die Bobinger weiterhin. So wurde gefragt, was konkret während der Bauphase geplant sei – vor allem im Hinblick auf die dreijährige Bauzeit. Hier ging um die Frage, wie in dieser Zeit die Vereine ihre Schwimmaktivitäten aufrechterhalten sollten. Zunächst beruhigte Bürgermeister Bernd Müller, dass nicht geplant sei, das Bad während der Bauphase komplett zu schließen. Zumindest das Freibad solle, wenn auch mit Einschränkungen, weitgehend offen gehalten werden. Für die Vereine und das Schulschwimmen im Hallenbad wolle er sich mit dafür einsetzen, dass Schwimmzeiten in umliegenden Bädern eingerichtet werden können. Dies sei allerdings nicht einfach, da alle Bäder in der Nähe ja bereits mit Vereins- und Schulschwimmen belegt seien.

Auch die Frage nach der kommunalen Zusammenarbeit im Zuge des Schwimmbadbaues wurde aufgeworfen. Das Ziel hierbei sei, so Bernd Müller, hauptsächlich Synergien bei der Personalplanung, der Technikbetreuung und den Unterhaltskosten zu nutzen. Ein Ganzjahresbad würde schließlich nicht nur Bobingen zugutekommen, sondern auch die Lebensqualität der umliegenden Gemeinden verbessern. Daher sei eine Zusammenarbeit wünschenswert. Entschieden sei hier aber noch nichts.

Bahnhof-Umbau: Dem Bürgermeister bleibt nur Galgenhumor

Dann kam die unvermeidliche Frage, wie es mit dem Bahnhof weiterginge. Der barrierefreie Ausbau sei ein dringendes Anliegen. Hier konnte der Bürgermeister nur auf die zahlreichen Interventionen bei Deutscher Bahn und auf politischer Ebene verweisen. „Wir haben mit Ministern, Staatssekretären, Abgeordneten und Entscheidern bei der Bahn gesprochen. Passiert ist bisher: Nichts!“ Leicht frustriert erzählte der Bürgermeister, dass man immer wieder gegen eine Wand laufe. Es sei schon schwierig, bei der Bahn überhaupt einen Ansprechpartner für dieses oder jenes Problem zu finden. Und am Ende stünde immer wieder das gleiche Argument. Fehlende Finanzmittel.

Mit einer Spur Galgenhumor erzählte er dann von der jüngsten Ablehnung, die Bobingen zu diesem Thema bekommen habe: „In der nächsten Zeit gibt es ein Programm, bei dem 20 Bahnhöfe in der näheren und weiteren Umgebung saniert würden. Bobingen ist nicht dabei, weil der Bahnhof dafür in zu gutem Zustand ist.“ Dies sorgte für allgemeine Erheiterung. Bernd Müller nutzte diese Stimmung für einen etwas unorthodoxen Aufruf: „Am Ende könnte es passieren, dass wir einen Sonderzug mieten müssen, um mit möglichst vielen Bobingern nach München zu fahren und dort einmal richtig Rabatz machen.“ Sicherlich nicht ganz ernst gemeint, zeigte dieser Satz aber auch, wie verfahren die Situation ist. Und es scheint, dass sich daran in näherer Zukunft auch nichts ändern wird.

Auch Bäume waren ein Thema, das die Bürger bewegte. Auf der einen Seite wurde beklagt, dass zu viele schöne alte Bäume gefällt würden, auf der anderen Seite bemängelte man, dass vor allem in der Point zu viele Bäume stünden, die sehr viel Arbeit machten. Durch die Wurzeln würden zudem die Gehwege beschädigt, was zu einer erhöhten Stolpergefahr führe.

Applaus für den Chef der Bobinger Polizei

Hierzu erklärten Bürgermeister und Stadtbaumeister Rainer Thierbach, dass Bäume nur gefällt würden, wenn dies unbedingt nötig sei, weil diese zur Gefahr werden könnten. Im Moment beträfe dieses vor allem die Eschen im Stadtgebiet. Denn diese seien oftmals vom sogenannten Eschentriebsterben betroffen. Für Laien sei diese Baumkrankheit nur schwer zu erkennen, doch der betroffene Baum könne dann nicht mehr gerettet werden. Auf der anderen Seite seien gerade in der Point viele Straßen als Alleen konzipiert. „Und zu einer Allee gehören nun einmal Bäume“, sagte Rainer Thierbach zum Problem mit dem Laubabfall in der Point.

Anschließend gab Polizeichef Artur Dachs einen kurzen Bericht zur Sicherheitslage in Bobingen. Die Anzahl der Straftaten würde sich auf einem gleichbleibend niedrigen Niveau bewegen. So habe es in 2018 nur sechs angezeigte Wohnungseinbrüche gegeben, wobei der oder die Täter dabei viermal gescheitert seien und den Einbruchsversuch aufgegeben hätten. Lediglich zwei Einbruchsdiebstähle seien tatsächlich durchgeführt worden. Im Jahr 2019 läge die Zahl im Moment bei drei Straftaten dieser Art. Der Polizeichef verwies darauf, dass man in Bobingen eine sehr gute Aufklärungsquote habe: „Zwei Drittel aller Straftaten bei uns werden aufgeklärt.“ Mit dieser Aussage erntete er spontanen Applaus. Sein Fazit war: „Wer sich bisher in Bobingen sicher gefühlt hat, kann das auch weiterhin guten Gewissens tun.“

Zum Ende referierte dann Stadtkämmerer Ziegler mit vielen Details zur Finanzlage der Stadt. Diese sei wesentlich besser als allgemein befürchtet. Mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 700 Euro pro Bürger liege Bobingen im guten Mittelfeld. In den letzten Jahren hätten sogar Schulden getilgt werden können. Somit sei Bobingen für die kommenden Jahre in der Lage, die finanziellen Herausforderungen zu meistern.

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