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Bobingen

25.01.2019

Die Bücherei braucht weiter Geduld

Die Besucherzahlen in der Stadtbücherei sind 2018 gesunken. Durch digitale Angebote wird die Entwicklung abgefedert. Doch ein baldiger Umbau könnte viel mehr verbessern, meint die Leiterin.

 Die Besucherzahlen sind rückläufig. Es fehlt an Platz. Doch im Investitionsplan der Stadt konkurriert der Ausbau mit anderen Aufgaben.

Noch immer wartet Judith Hitzelberger, Leiterin der Stadtbücherei Bobingen, ungeduldig auf den Startschuss zum Umbau der Alten Mädchenschule. Schon im Sommer 2015 hatten die Ratsmitglieder über das Raumprogramm für ein modernes Bildungszentrum diskutiert, aber vor 2020 werden die Arbeiter auf keinen Fall anrücken. Bei der Vorstellung der Vorentwurfsplanung hatte der Bauausschuss Ende vergangenen Jahres beschlossen, man wolle sich bei den gerade laufenden Haushaltsberatungen für 2019 über das weitere Vorgehen für das Millionenprojekt abstimmen. Doch der Stadtrat hat viel mehr Projekte zu finanzieren.

Noch dringender ist die Finanzierung neuer Kindergärten. Ihr Bau ist beschlossen, doch noch in diesem Jahr braucht Bobingen dazu zwei Millionen Euro. Dieses Geld konnte die Stadt bislang als Staatszuschuss vom Freistaat erwarten. Doch seit wenigen Tagen steht fest, dass der entsprechende Fördertopf unerwartet schnell geleert wurde. Wann es einen Nachschlag gibt, ist völlig ungewiss (wir berichteten). Wenn die Stadt deshalb zu einer Kreditaufnahme gezwungen würde, wären das nicht rentierliche Schulden. Anders als im Wohnungsbau stünden ihnen keine Einnahmen gegenüber. Und auch die Zukunft des Aquamarin wartet auf eine Entscheidung – und braucht Geld.

Die Büchereileiterin sorgt sich

Kein Wunder, dass sich Büchereileiterin Judith Hitzelberger um die Umbaupläne für die Mädchenschule sorgt. Auf Anfrage unserer Zeitung sagt sie: „Ohne die dringend notwendige Erweiterung müssen wir damit rechnen, weiter Kunden zu verlieren und in einigen Jahren überflüssig zu sein.“ Das Gebäude an der Pestalozzistraße sei in die Jahre gekommen und weise Mängel bei Heizung, Sanitäranlagen und Elektrik auf. „Nur mit neuen Räumen können wir unsere Aufgaben wahrnehmen und das vorhandene Konzept im gesellschaftlichen Wandel motiviert umsetzen“, so die Leiterin.

Im Vorjahr sei die Zahl der Bücherei-Besuche um gut zwei Prozent unter die Marke von 20 000 gesunken. Bei den Entleihungen gebe es eine leichte Tendenz nach oben: „Wir konnten den Abwärtstrend der vergangenen Jahre stoppen, den wir ohne digitale Medien hatten. Das zeigt, dass wir mit unserer Medienauswahl richtig liegen.“ Dabei helfe auch die starke Entwicklung bei den Kindern. Hitzelberger: „Der Umsatz je Medium zeigt mit Ausnahme des Jugendbereichs, dass von allem zu wenig da ist. Neue Mediengruppen wie zum Beispiel Graphic Novels, moderne Konsolenspiele oder Tonies haben wir aus Platzmangel nicht in den Bestand aufgenommen.“ Tonies ist ein neues technisches Medium für kleinere Kinder. Es handelt sich aber im Grunde um einen digitalen mp3-Player mit analogem Outfit. Die „Toniebox“ besteht aus einer robust gebauten Lautsprecherbox, die durch wechselnde Spielfiguren in Gang gesetzt wird. Jede Figur spielt andere Inhalte ab.

Der Bildungsauftrag ist in Gefahr

Die statistische Auswertung für 2018 macht laut Hitzelberger deutlich, „dass wir gute Arbeit leisten, aber dringend mehr Platz und eine verbesserte Aufenthaltsqualität brauchen, um unserem Bildungsauftrag gerecht zu werden.“ Deshalb wäre sie mit ihrem Team froh, wenn die Umbaupläne bald in die Tat umgesetzt werden. Das ganze erste Obergeschoss der alten Schule ist künftig für die Bücherei vorgesehen. Die Kosten für die Sanierung der Mädchenschule werden auf mehr als vier Millionen Euro geschätzt. Das komplette Gebäude soll barrierefrei werden und ein Aufzug wird eingebaut. Ins Untergeschoss könnte nach dem Umbau das „Haus der kleinen Forscher“ einziehen, im Erdgeschoss bekäme das Kulturamt der Stadt neue Räume im Westflügel. Im Ostflügel käme ein soziales Stadtcafé als Treffpunkt mit Mehrzweckraum unter, die Museen und Sammlungen der Hochsträßler könnten im Dachgeschoss bleiben und besser präsentiert werden.

Auch die Bücherei will sich mit verschiedenen Veranstaltungen an den Feiern zum 50-jährigen Stadtjubiläum von Bobingen beteiligen. So soll es am 8. Mai einen literarischen Spaziergang geben, bei dem Bürgermeister Müller und Stadtpfarrer Rauch aus „Don Camillo und Peppone“ lesen. Für Ende Juni ist eine Aktion unter dem Motto „Freiluftlesen“ geplant: „Wir wollen einen öffentlichen Leseraum vor der Bücherei schaffen“, kündigt Hitzelberger an. Gezielt stärken möchte sie außerdem die Lesegruppe der Jugendlichen, wobei die Landesfachstelle den Bestandsaufbau der Medien unterstützt.

Öffnungszeiten an der Pestalozzistraße sind Dienstag von 10 bis 18 Uhr, Mittwoch von 15 bis 19 Uhr, Donnerstag von 10 bis 12 und 15 bis 18 Uhr sowie Freitag von 9 bis 12 und 15 bis 18 Uhr.

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