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Untermeitingen

10.05.2015

Die Familienmanagerin

Gemeinsam schaukeln sie den Familienalltag: Vierfachmama Sabine Halbritter aus Untermeitingen mit ihrer Ältesten, der zwölfjährigen Emily, und dem Jüngsten, dem vier Jahre alten Fabian. Foto: Alexander Sing

Die 31-jährige Sabine Halbritter aus Untermeitingen ist Mutter von vier Kindern. Wie sie mit dieser Herausforderung umgeht und warum sie auch am Muttertag nicht an sich denkt.

Vor der Haustür des schmucken Reihenhauses in Untermeitingen liegen und stehen Fahrräder in allen Größen. Mit Straßenmalkreide sind bunte Muster aufs graue Pflaster gemalt. Die Fußmatte heißt die Besucher ,Wielkommen’, das „e“ ist durchgestrichen, daneben ist eine Strichmännchen-Familie abgebildet. Dieser Haushalt wird von Kindern beherrscht.

Drinnen sitzt der achtjährige Raphael Halbritter am Wohnzimmertisch und macht seine Hausaufgaben. Rechnen ist angesagt. Sein kleiner Bruder Fabian sitzt daneben auf einem Stuhl und genehmigt sich einen Schokomuffin. Halb aufgegessen, lässt der Vierjährige ihn dann liegen und flitzt davon. „Was ist mit dem Muffin?“, ruft Mama Sabine ihrem Jüngsten noch hinterher, während sich Raphael bereits der Reste des Gebäcks annimmt. Die beiden ,Großen’ – die zwölfjährige Emily und ihre elf Jahre alte Schwester Julia – beobachten das Treiben ihrer Brüder belustigt vom Sofa aus. Währenddessen tönt bereits ein lautes „Autsch!“ vom Flur her. Papa Jürgen geht nachsehen.

So sieht ein ganz normaler Tag im Leben von Sabine Halbritter aus. „Es gibt eigentlich nie Tage, an denen hier gar nichts los ist“, meint die Vierfachmama. Zeit für sich selbst bleibt da freilich kaum.

Ab dem Klingeln des Weckers morgens um sechs Uhr dreht sich alles um die Kinder. Aufstehen, fertigmachen, frühstücken. Jeder muss schließlich pünktlich in der Schule und im Kindergarten sein. Wenn alle weg sind, ist der Haushalt dran. Am Mittag muss aber auch ein Essen auf dem Tisch stehen. Dann sorgt die Mama dafür, dass jeder seine Hausaufgaben macht, bevor das Mama-Taxi zu Fußball- und Gardetraining fährt. Erst am Abend kehrt Ruhe ein. „Die Zeit brauche ich zum Runterkommen“, sagt sie.

Zu diesem Tagespensum kommt die Mitarbeit in den Elternbeiräten des Kindergartens und der Mittelschule, die die beiden Mädchen besuchen, hinzu. Außerdem ist Halbritter Trainerin beim Klosterlechfelder Faschingsverein und arbeitet auf 450-Euro-Basis als Verkäuferin in einer Bäckerei. Nicht, weil sie das Geld dringend brauchen würden, sondern „zum Ausgleich“.

Außenstehende würden oft fragen, wie sie das schaffe. Die Antwort der 31-Jährigen ist ganz klar: „Wenn ich es als stressig empfinden würde, würde ich nicht so viel machen. Dass alles funktioniert, ist nur Organisationssache.“ Auf Hilfe aus ihrer großen Familie könne sie auch immer zählen. Und auch der Papa, der in einem Baumarkt arbeitet, hilft mit, wenn er zu Hause ist.

Doch auch, wenn im Alltag alles rund läuft, hat das Mutterdasein weniger schöne Seiten. Weil ihre Kinder sich in so unterschiedlichen Lebensphasen befinden, braucht jedes auf seine Art besondere Aufmerksamkeit. Bei der ältesten Tochter Emily steht das Thema Berufswahl ins Haus. Für Grundschüler Raphael wird schon bald der Übertritt interessant. „Man kann nie allen gerecht werden, auch wenn man es immer wieder versucht. Und aufhören, sich Gedanken zu machen, kann man sowieso nie“, meint Halbritter.

Es ist ihr anzumerken, dass sie wirklich für ihre Kinder lebt. Eines der schönsten Dinge sei es, „wenn alle gemeinsam am Tisch sitzen und du merkst, dass es ihnen gut geht.“ Das lässt sie auch über die Vorurteile hinwegsehen, mit denen man als junge Mutter von so vielen Kindern immer wieder zu kämpfen hat. Denn auch, wenn nicht alles immer nach Plan lief, bereut sie es nicht, schon mit 19 Mutter geworden zu sein. „Ich kann nicht behaupten, dadurch etwas verpasst zu haben.“ Und unter dem verhaltenen Grinsen der Töchter fügt sie hinzu: „Und es ist, glaube ich, gar nicht so uncool, dass die Mama noch nicht so alt ist.“

Dass die Kinder irgendwann aus dem Haus sind, weiß Sabine Halbritter natürlich, auch wenn sie hofft, dass sie immer gerne wiederkommen werden. Aber schon jetzt arbeitet sie gerne nebenher, kann sich vorstellen, in ein paar Jahren noch einen komplett neuen Beruf zu beginnen. Im Moment ist sie aber „Familienmanagerin“, wie Ehemann Jürgen es formuliert. „Ohne Mama geht’s nicht“, stellt der 36-Jährige fest.

Und was ist für den Muttertag geplant? „Wenn es schönes Wetter wird, fahren wir ins Legoland“, so Halbritter unter dem freudigen Blick ihrer Söhne. Soll es am Muttertag nicht um die Mama gehen? „Da haben dann alle Spaß, auch die Mama.“

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