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02.04.2018

Die Helden unserer Kindheit

Asterix und Obelix sind nicht nur bei Kindern beliebt.
Bild: Bärbel Schoen

Am Montag ist Welttag des Kinderbuchs. Redaktionsmitglieder verraten, welches ihr liebstes Buch war.

Sie prägten unsere Kindheit, beflügelten unsere Fantasie und ließen uns in fremde Welten reisen: Die Bücher, die wir als Kind gelesen haben, bleiben uns ewig in Erinnerung. Zum Welttag des Kinderbuchs stellen Redaktionsmitglieder und Mitarbeiter der Redaktion die Helden ihrer Kindheit vor:

Carmen Schwab (18 Jahre)

Die erste Buchreihe, die mich fesselte, war „Das magische Baumhaus“ von Mary Pope Osborne, natürlich ins Deutsche übersetzt. Die beiden Kinder Philipp und Anne waren die Helden meiner Grundschulzeit, sie entdeckten im Wald ein Baumhaus voller Bücher. Wenn einer von ihnen auf ein Buchcover deutete und sagte: „Ich wünschte, wir wären dort“, drehte sich das magische Baumhaus und die beiden Kinder landeten an diesem Ort. Ob in längst vergangenen Zeiten bei Dinosauriern, im alten Ägypten, in Pompeji oder zwischen Säbelzahntigern und Mammuts in der Eiszeit, oder im Land der Samurai, im Amazonas und auf dem Mond: Philipp und Anne lösten dort spannende Rätsel und Aufgaben. Ich habe immer gehofft, auch so ein Baumhaus zu finden. 

Veronika Lintner (28 Jahre)

Zugegeben, der literarische Held meiner Kindheit ist ein unverschämter Kerl. Karlsson vom Dach ist gefräßig, schimpft und nörgelt nach Herzenslust, stiftet Chaos und will immer Recht behalten. Sich selbst bezeichnet er als einen „gerade richtig dicken Mann in den besten Jahren“. Doch trotz all seiner Widerborstigkeit ist er für mich die verrückteste und lustigste Figur aus dem literarischen Universum der Astrid Lindgren. Mit einem Propeller auf dem Rücken fliegt Karlsson über die Dächer von Stockholm und wirbelt die Welt seines kleinen Freundes Lillebror durcheinander. Und wenn er dabei immer wieder Unheil stiftet, dann kommentiert er das mit seinem Wahlspruch: „Das stört doch keinen großen Geist!“ Anarchisch und unangepasst, noch ein bisschen frecher als Pippi Langstrumpf und Michel aus Lönneberga. Genau das hat mir als Kind imponiert und mich immer wieder zum Lachen gebracht.

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Michael Lindner (32 Jahre)

Als Kind war ich vor allem auf Comics fixiert. Egal ob Donald Duck mit seinen intelligenten Neffen Tick, Trick und Track, Fix und Foxi oder Asterix – jedes Heftchen wurde zigfach gelesen und verlor auch beim zehnten Mal nichts von seinem Reiz. Aber das Buch, an das ich mich als erstes erinnere, ist die kleine Raupe Nimmersatt. Sie hat solch großen Hunger, dass sie sich von Montag bis Sonntag durch einen Berg von Leckereien frisst. Auf ihrem Speiseplan stehen Äpfel, Birnen, Pflaumen, Erdbeeren, aber auch ein Schokoladenkuchen, Eis und ein Lolli. Und das Beste an dem Buch ist, dass Kinder mit ihren kleinen Fingerchen in allen Löchern bohren können, die die Raupe gefressen hat. Und zum Schluss der Geschichte weiß jedes Kind, dass aus einer unscheinbaren grünen Raupe ein wunderschöner Schmetterling entsteht – kaum ein Kinderbuch bietet eine solche Fülle an Möglichkeiten und es ist deshalb zurecht seit fast 50 Jahren ein Klassiker und in fast jedem Haushalt zu finden. 

Pitt Schurian (63 Jahre)

Es gibt Filme, die man nie vergisst – vor allem wenn sie aus dem Kopfkino stammen. Das sind Bilder, die beim Lesen entstehen, vielfach emotionaler und mitreißender als echte Leinwandproduktionen. Darum enttäuschen Literaturverfilmungen oftmals jene, die das Buch vorher ganz toll fanden. Keine neue Bühneninszenierung und keine TV-Serie, aber auch keine moderne Druckauflage konnte bislang meine Bilder der Abenteuer von „Tom Sawyer“ toppen. Das liegt an der Schreibkunst von Mark Twain, an dem Schauplatz seiner eigenen Kindheit sowie seines Jugendromans am Mississippi, jedoch auch an der Illustration des Sammelbandes aus den frühen 1960er-Jahren mit Lageplan der Schauplätze. Neben der Lausbubengeschichten von Tom Sawyer ging es im zweiten Teil vor allem um seinen Freund Huckleberry Finn. Hier wurde es echt abenteuerlich. Kein Wunder, dass beide Buben auch Filmhelden wurden.

Adrian Bauer (37 Jahre)

Mir als Kind Geschenke zu machen, war leicht. „Ein Buch geht immer“, sagte meine Mutter den Verwandten vor Geburtstagen, Ostern oder Weihnachten: Vom Michel aus Lönneberga, über Karl May, die „Fünf Freunde“ und verschiedene Abenteuerromane bis hin zu deutschen und griechischen Heldensagen. Da die meisten Bücher nicht lange vorhielten, habe ich die Guten einfach noch einmal gelesen, bis wieder ein Fest anstand. Vielleicht rührt es daher, dass sich die Asterix-Comics zu meinem Favoriten und die Hefte zu den meistgelesenen Stücken im Regal entwickelt haben. Denn zusätzlich zu den lustigen Geschichten, den verlässlich verdroschenen Römern und kreativ versenkten Piratenschiffen fanden sich darin immer wieder unentdeckte Schätze: Witze und Wortspiele, die man altersbedingt nicht gleich verstanden hat, übersehene kleine Randfiguren in den detailverliebten Zeichnungen. Bücher, die immer wieder Neues preisgeben – was kann es schöneres geben?

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