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Königsbrunn

17.03.2018

Die Hindernisse beim Häuslebau

Bis die Baukräne anrücken können, müssen die Planungen erstellt und Genehmigungen eingeholt werden. Dabei gibt es einige Hürden.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Neuer Wohnungsbau ist in Königsbrunn gefragt wie nie. Doch nicht jedes Projekt wird im Bauausschuss genehmigt. Wo die Hürden stehen.

Wohnraum zu schaffen ist in Königsbrunn eine der großen Aufgaben derzeit: Mangel gibt es in allen Preisklassen, von der günstigen Mietwohnung bis zum Platz für das Familienheim. Der Königsbrunner Bauausschuss befasst sich regelmäßig mit Anfragen von Bauwerbern, nicht alle Anfragen können positiv beschieden werden. Die Gründe sind vielfältig, wie die aktuelle Sitzung beispielhaft zeigte.

Gibt es genügend Stellplätze?

Es gibt aufgrund der hohen Bodenpreise immer wieder Bauwerber, die die Aufnahmefähigkeit ihrer Grundstücke weit ausreizen. Dadurch wird es dann eng mit den vorgeschriebenen Autostellplätzen. So muss ein Bauwerber sein Vorhaben auf einem Grundstück an der Landsberger Straße umplanen. Die Mitglieder des Bauausschusses fürchteten, dass bei der bestehenden Planung die Bewohner aus dem Parkhof vor dem Haus rückwärts auf die alte B17 fahren müssten – kein haltbarer Zustand. Da das Mehrfamilienhaus mit Wohnungen für sechs Parteien zudem recht wuchtig ausfiel, verweigerten die Ausschussmitglieder dem Antrag die Zustimmung. Der Bauwerber muss bei der Planung nachbessern.

In einem anderen Fall gaben die Ausschussmitglieder ihr Einverständnis für ein Bauprojekt an der Haunstetter Straße. Dort soll eine Reihenhausanlage entstehen, die nötigen Stellplätze sind nachgewiesen. Allerdings muss die Bauverwaltung prüfen, ob sich keine Dopplungen mit den Stellplätzen der bestehenden Bebauung ergibt.

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Werden alle rechtlichen Vorgaben erfüllt?

Grundsätzlich positiv aufgenommen wurde eine Voranfrage für ein Mehrfamilienhaus an der Ecke Rathausstraße/Wendelsteinstraße. „Jeder, der in Königsbrunn Auto fährt, kennt die Ecke. Es ist schön, dass dort wieder etwas Schönes hinkommen soll“, sagte Helmut Schuler (Freie Wähler). Das Problem ist, dass das Grundstück mitten im Grundwasser-Problembereich der Stadt liegt und eine Tiefgarage für die notwendigen Stellplätze sorgen soll. Zudem beinhaltet die Planung einen massiven Baukörper und Überschreitungen der Baugrenzen, was einigen Anwohnern nicht gefällt. Ausnahmen bei allen Punkten zuzulassen, wäre aus rechtlicher Sicht kaum haltbar, da waren sich die Juristen Florian Kubsch (SPD) und Bürgermeister Franz Feigl (CSU) einig. Somit wäre eine Änderung des Bebauungsplans für das Gebiet nötig – was mit allen Fristen und Formalien wohl etwa ein Jahr dauern würde.

Alexander Leupolz (CSU) und Ludwig Fröhlich (Freie Wähler) warnten, den Eingriff in das Grundwasser nicht zu unterschätzen. Selbst wenn der neue Keller trocken bliebe, könnte durch eine Stauung im Grundwasserfluss Wasser in andere Keller in dem Gebiet gedrückt werden. Dies müsse vorab geklärt werden.

Leupolz sah noch weitere offene Fragen. Zum Beispiel, ob ein voll ausgebautes drittes Obergeschoß nicht durch ein kleineres Penthouse ersetzt werden könnte? Dadurch wären auch weniger Stellplätze nötig.

Letztlich einigte man sich darauf, dass erst die Grundwasserthematik geprüft werden muss. Zudem will man die rechtlichen Zusammenhänge prüfen und sich dann noch einmal mit dem Thema auseinandersetzen.

Wie sieht es mit der Erschließung aus?

Ein Bauwerber hatte angefragt, ob es möglich sei, die Dr.-Heinz-Fischer-Straße zu verlängern, sodass dort zwei Doppelhäuser errichtet werden könnten. Die Bauausschussmitglieder sprachen sich für eine größere Lösung aus. Der Stadtrat soll baldmöglichst einen Aufstellungsbeschluss für einen kleinen Bebauungsplan fassen. Auf dessen Basis soll nicht für ein Grundstück die Straße verlängert, sondern ein Wendehammer gebaut werden. So können dort noch mehr Grundstücke bebaut werden.

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