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Ausflugstipp

24.06.2020

Die Idylle der schwäbischen Dörfer

Diese gemütliche Konoba gehört zur Unteren Mühle.
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Diese gemütliche Konoba gehört zur Unteren Mühle.

Was den Besucher auf dem Weg von Langerringen nach Schwabmühlhausen erwartet – und was der Burggraben dort mit der Dampfnudelsage zu tun hat

Die südlichste Gemeinde des Landkreises Augsburg an der Grenze zum Ostallgäu bietet für einen Tagesausflug ein abwechslungsreiches Ziel mit hervorragenden Möglichkeiten zur kulinarischen Einkehr. Langerringen ist ein typisches schwäbisches Straßendorf an der Staatsstraße 2035 südlich von Schwabmünchen und auch von der Bundesstraße 17 über die Umgehungsstraße vom Lechfeld aus gut erreichbar.

Das Herz des Dorfes schlägt rund um die Pfarrkirche St. Gallus, wo sich das Rathaus, das 2016 neu gebaute Gemeindezentrum, die evangelische Kirche und das Dorfwirtshaus Deutsches Haus befinden.

Die Entstehung des Ortes geht auf eine alemannische Siedlung in der Zeit des sechsten bis siebten Jahrhunderts zurück, die nach dem Namen des Sippenoberhauptes Erro benannt wurde. Erringen bedeutet so viel wie „bei den Leuten des Erro“. Erst später wurden die Vorsilben „Lang“ und „West“ angefügt. Die nach dem heiligen Gallus benannte Pfarrkirche entstand Ende des ersten Jahrtausends und wurde 1320 erstmals urkundlich erwähnt. Auch in Westerringen gibt es schon seit Mitte des 12. Jahrhunderts die Kirche St. Vitus. Ein Blick in die reichhaltig ausgestattete Kirche lohnt sich immer.

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Eine Besonderheit für ein schwäbisches Dorf mit knapp dreitausend Einwohnern ist die Existenz einer evangelischen Gemeinde. Vor 200 Jahren siedelten sich evangelische Christen aus dem Elsass und der Rheinpfalz auf stillgelegten Höfen im Süden Langerringens an und erbauten schon 1835 die Johanneskirche, die zur Mutterkirche der evangelischen Pfarrei Schwabmünchen wurde. Sie liegt am oberen Ende der Gualbert-Wälder-Straße, an deren Beginn das historische Haus des Lehrers steht, der 1863 den Schwäbischen Lehrerverein gründete.

Mit Blick auf die Westerringer Kirche zur Rechten erreicht der Wanderer oder Radfahrer in südlicher Richtung die kleine Dreifaltigkeitskapelle beim Burghof. Die frühere Burg gibt es nur noch im Langerringer Wappen. Der Burggraben ist aber heute noch zu sehen. Bis ins 14. Jahrhundert wurde die Burg vom Adelsgeschlecht der „Herren von Erringen“ bewohnt. Die „Dampfnudelsage“ erklärt das Verschwinden der Burg so: Die Burgherren wandelten sich von gutmütigen Herrschern zu schrecklichen Tyrannen, denen die Bauern sogar die Speisen für ihre Festmähler liefern mussten. Eines Tages gingen neun Bauern mit einer Schüssel Dampfnudeln in die Burg, doch die Burgherren missachteten sie. Sie stellten die Bauern als Kegelfiguren auf und bewarfen sie mit den Dampfnudeln. Im größten Gejohle tat es einen lauten Schlag und die Burg ging im Donnergrollen und Sturmgeheul unter.

Ab dem Burghof, der heute eine landwirtschaftliche Hofstelle ist, dürfen nur noch Traktoren, Radfahrer, Wanderer oder Reiter dem Feldweg in Richtung Schwabmühlhausen folgen. Man hat die Wahl, entweder geradeaus an der Singold entlang oder über einen Schlenker nach rechts auf der Höhe des Hügels zu wandern. In diesem Fall wird der Blick auf die Burghofweiher frei, der an eine finnische Seenlandschaft denken lässt. Die Weiher sind als Vogelschutzgebiet ausgewiesen und neben Fischreihern können Milane, Bussarde, Falken und viele andere Wildvogelarten aus der Entfernung beobachtet werden, denn das Betreten ist zum Schutz der Vögel untersagt.

Der Kirchturm von St. Martin in Schwabmühlhausen ist schon bald als Ziel des etwa vier Kilometer langen Weges zu sehen. In dem idyllischen Dorf mit knapp 700 Einwohnern gibt es gleich drei Gasthäuser zur Einkehr und Stärkung mit Speis und Trank. Wem der Weg zu Fuß oder per Rad zu weit und anstrengend ist, der folgt mit dem Auto der kurvenreichen Kreisstraße von Langerringen nach Schwabmühlhausen und erreicht den Ortseingang bei der Unteren Mühle. Die Burghofweiher sind allerdings mit dem Auto nicht zu erreichen.

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