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Scherstetten

17.04.2019

Die Kraft von Gänseblümchen und Löwenzahn

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3 Bilder
Ihr Wissen über Kräuter geben die Expertinnen Hermine Gattinger (vorne links) und Gisela Deschler (Dritte von rechts) gerne an die Teilnehmer der Kräuterwanderung weiter.
Bild: Karin Marz

Unter dem Dach des Naturparks Augsburg – Westliche Wälder haben sich zwölf Kräuterfrauen zusammen geschlossen. Von ihnen gibt es viel zu lernen.

Eigentlich werden Wildkräuter am Wegesrand oft gar nicht richtig wahrgenommen und meistens nur als Unkraut gesehen. Doch gerade die wild wachsenden Pflanzen wie beispielsweise Löwenzahn, Brennnesseln, Gänseblümchen und das eher unbekannte Beinwell haben eine wohltuende Wirkung und können bei körperlichen Beschwerden eingesetzt werden. Dieses Wissen rund um die Wirkung von Kräutern wollen zwölf Kräuterfrauen weitergeben. Unter dem Dach des Naturparks Augsburg – Westliche Wälder haben sie sich daher zusammen geschlossen und sogar ein eigenes Wildkräuter-Programm für alle Interessierten auf die Beine gestellt.

Zum Kräutersaisonauftakt, der jedes Jahr an einem anderen Ort stattfindet, trafen sich die Expertinnen in Scherstetten zu einer Wanderung, die von den Kräuterpädagoginnen Gisela Deschler und Hermine Gattinger organisiert wurde. Eva Liebig vom Naturpark Augsburg – Westliche Wälder erklärt: „Da das Thema Kräuter in der Bevölkerung immer beliebter wird, haben wir vom Naturpark es aufgegriffen und wollen die Kräuterfrauen unterstützen und auch vernetzen. Ebenso ist es auch das Ziel der Kräuterexpertinnen, die alle entweder Heilpraktikerinnen oder ausgebildete Kräuterpädagoginnen sind, die Natur wieder vielfältiger und artgerechter zu gestalten.“

Auf der Wanderung tauschten sich die Teilnehmerinnen aus

Während der Wanderung, die auf einem Teil des Jakobs-Pilgerweg gelaufen wurde, fand daher ein reger Austausch unter den Teilnehmerinnen statt. Interessiert hörten sie Gisela Deschler und Hermine Gattinger zu, die über einen großen Wissensschatz zu den grünen Kostbarkeiten verfügen. Beide haben vor zehn Jahren eine Ausbildung zur Kräuterpädagogin absolviert und erklärten, dass Kräuter am besten nur im eigenen Garten angebaut oder nur dort gesammelt werden sollten, wo man sicher weiß, dass dort keine Düngemittel ausgebracht wurden. Und vor allem nur das sammeln, was man auch gut kennt.

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Die Blüten des Löwenzahn sind essbar und geben einen tollen Farbtupfer im Gurkensalat. Selbst aus den getrockneten Blättern könne ein Gewürz hergestellt werden. Beide Damen gaben auch schmunzelnd einen wichtigen Tipp an ihre Kolleginnen weiter, den sie bereits am eigenen Leib erfahren mussten: „Verwendet am Anfang nicht zu viel vom Gewürz, denn der Darm ist das nicht gewohnt.“

Die Farbe ist beim Kräutertee entscheidend - blond muss er sein

Gänseblümchen haben eine schleimlösende Wirkung und eignen sich, wie auch die vitaminreiche Brennnessel, vor allem als Tee. Auch hier gaben die beiden Kräuterexpertinnen ihr Wissen weiter und erklären, dass ein Kräutertee nur getrunken werden soll, wenn er die Farbe „blond“ (gelb) habe. Ansonsten sei er zu lange gezogen und müsse mit Wasser verdünnt werden. Überrascht waren die Damen, als Gisela Deschler vor dem Kraut „Beinwell“ stehen blieb. In dieser Pflanze stecken nämlich ungeahnte Kräfte: Deschler erklärte, dass „Beinwell“ schon während Kriegszeiten von Soldaten zur Wundheilung benutzt wurde. Das Kraut eigne sich daher hervorragend zur Heilung von Wunden, Abschürfungen, Prellungen und helfe sogar, keine Blasen an den Füßen zu bekommen, wenn man es in die Schuhe legt.

Beide Kräuterpädagoginnen haben jeweils einen Kräutergarten zu Hause und erklären ein besonderes Phänomen: „In der Regel wachsen die Kräuter im Garten, die der Körper des Besitzers benötigt.“

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