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Kleinaitingen

12.08.2020

Die Lechfeldstube in Kleinaitingen soll neu belebt werden

Das Licht brennt nur am Eingang der Lechfeldhalle, die Leuchtreklame ist abgebaut. Die Lechfeldstube ist seit Ende 2019 geschlossen und wartet auf einen neuen Pächter.
Bild: Uwe Bolten

Plus Die Lechfeldstube in Kleinaitingen steht seit Monaten leer. Die Gemeinde will das Wirtshaus bewahren. Eine Untersuchung zeigt, was verändert werden muss, damit ein Neustart gelingt.

Kein Bier fließt mehr aus dem Zapfhahn, die Regale im Kühlraum stehen leer, Pfannen hängen ungenutzt an der Kochstelle. Seit Ende vergangenen Jahres ist das Licht in der Lechfeldstube in Kleinaitingen aus. Doch die Gemeinde will die zentral gelegene Gaststätte wiederbeleben.

Damit ein erfolgreicher Betrieb gelingen kann, stellte Beatrix Böck den Gemeinderäten die Ergebnisse ihrer Untersuchung zur Lechfeldstube vor. Sie arbeitet in der Wirtschaftsförderung im Landratsamt Augsburg, hatte Geografie studiert und sich im Rahmen ihrer Abschlussarbeit 2019 dem Erhalt der bayerisch-schwäbischen Wirtshauskultur in nicht-touristischen Gebieten gewidmet. Exemplarisch hatte sie dazu die Lechfeldstube in Kleinaitingen betrachtet.

Bis zu hundert Gäste haben im Gastraum der Lechfeldstube Platz

Die Gaststätte galt lange als Sorgenkind der Gemeinde. Seit dem Bau der Lechfeldhalle 2001 hatten dort acht Pächter ihr Glück versucht und früher oder später das Handtuch geworfen. 2011 übernahm dann der Augsburger Koch Eugen Dillmann das Wirtshaus. Er hatte zuvor eine Sportgaststätte in Diedorf geführt.

In der Lechfeldstube, in deren Gastraum bis zu 100 Gäste Platz haben, bot er gut bürgerliche Küche an. Doch Ende vergangenen Jahres gab er den Betrieb auf. Die Gemeinde will das Wirtshaus aber weiter bewahren.

Um zu erfahren, was die Kleinaitinger von der Gaststätte im Ort halten, hatte Expertin Böck im Rahmen ihrer Abschlussarbeit 460 Haushalte angeschrieben und 113 Antworten erhalten. Eine gute Rücklaufquote, wie die Expertin in der jüngsten Gemeinderatssitzung erklärte. „Um einer erfolgreichen Zukunft entgegenzusehen, empfehle ich die ermittelten Ergebnisse in die weitere Planung einzubeziehen“, sagte Böck.

Umfrage zeigt: Einigen Gästen gefiel das Ambiente nicht

Der Umfrage zufolge sehen die Befragten mehrere Gründe, die für einen Besuch der Gaststätte sprechen: die Möglichkeit, Freunde und Bekannte zu treffen, das Essen, die Wohnortnähe und die Option, die Lechstube auch für private Feiern nutzen zu können.

Doch es wurden auch Argumente gegen einen Aufenthalt in der zentral gelegenen Gaststätte genannt. So hätten die Befragten angegeben, das Ambiente würde nicht gefallen oder es gebe zu lange Wartezeiten. Die Qualität des Essens sowie die Preisgestaltung wurden dagegen rundum gut bewertet. Ein weiteres Ergebnis ihrer Umfrage: “Fast die Hälfte der Personen seien seltener oder nie in die Lechfeldstube gegangen, was eine Planungsunsicherheit für den Wirt bedeutet“, sagte Böck.

Bürgermeister hofft, dass sich bald ein neuer Pächter findet

Zusammenfassend sprach sie der Kommune und dem kommenden Wirt folgende Empfehlungen aus: Es sollte eine gemütlichere und privatere Atmosphäre geschaffen werden und das Angebot an Speisen zielgruppengerechter gestaltet werden. „Dabei sollten die Wünsche von jüngeren und älteren Bürgern beachtet werden“, sagte Böck. Auch die Ansprüche der Vereine und der Gäste bei privaten Feiern sollten in den Fokus gerückt werden.

Weiterhin schlug sie den Gemeinderäten vor, mit einem neuen Pächter im Vorfeld über Veranstaltungskonzepte zu sprechen. „Auch die Online-Sichtbarkeit und die Werbung bedürfen intensiver Beachtung für eine erfolgreiche Tätigkeit“, betonte die Expertin.

Bürgermeister Rupert Fiehl dankte Böck für ihr Engagement und zeigte sich mit Blick auf die Wiederbelebung der Lechstube optimistisch: „Es ist ein emotionales Thema, das mit dem Abhängen von Decken nicht getan ist. Ich hoffe dennoch, dass wir bald wieder eine Gaststätte haben.“ (mit lac)

Mehr zum Thema Gastronomie: In unserer Serie Topfgugger stellen wir Wirtshäuser in der Region vor.

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