Schwabmünchen

18.05.2015

Die Messlatte hoch gelegt

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Starke Charakterdarsteller verlangte das Stück „Verzauberter April“. Heike Kranz-Britzlmaier, David Breuer, Conny Ammann und Sabine Heimerl (von links) erfüllten ihre Aufgabe bestens.

Bühne im Kunsthaus: April-Komödie löst Beifallsstürme im Mai aus

 Was machen Frauen, die von ihrem Leben gelangweilt sind? Genau: Sie brechen daraus aus. Und genau das machen vier exzentrische „Ladies“ aus der Nähe von London im Stück „Verzauberter April“, einer köstlichen Komödie von Matthew Barber.

Regen, Regen, nichts als Regen. Und dazu die Tristesse anfangs der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts in England. In einem Club treffen sich zwei genervte Frauen und „beschließen“ auf eine Anzeige in der Times zu antworten und Mitstreiterinnen für einen Urlaub auf einem Schloss in Italien zu suchen, von dem sie nur wissen, dass es dort Glyzinien und Sonnenschein in Massen gibt. Das Ergebnis:

Vier charakterlich völlig unterschiedliche, exzentrische und vom Leben gezeichnete Frauen treten die Reise nach San Salvatore im Golf von Genua an: die „Seherin“ und blinde Optimistin Lotty Wilton, die konservative Rose Arnott, die Table-Dancerin Caroline Bramble und die prinzipientreue Dame der Gesellschaft, Mrs. Graves.

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Irrungen, Wirrungen, um es mit Fontane zu sagen, sind vorgezeichnet. Doch eine Gemeinsamkeit stellt sich doch ein: Mit der Zeit erliegen alle dem italienischen Charme von San Salvatore, sehnen sich aber trotzdem nach Männern und lassen einige nachkommen. Die Verwicklungen gehen weiter, lösen sich und am Ende herrscht Harmonie.

Ein Stoff also, um herzlich abzulachen, um sich einen fröhlichen Abend im Theater zu machen. Und genau das ist Alfred Vogler mit seiner Inszenierung des inzwischen weltberühmten Stücks, das sogar am Broadway läuft, auf der Bühne im Kunsthaus und in Kooperation mit dem Kunstverein gelungen. Er fand sowohl für die Frauen- als auch für die Männerrollen Charakterdarsteller, die absolut überzeugen. Mit einfachster Dekoration, passender Livemusik und der glänzenden Idee, die Szenerie per Bild oder Film auf Leinwand zu projizieren, schaffte er zu den schauspielerischen Stärken auch die perfekte örtliche Stimmung zu erzeugen. Mit dieser Inszenierung schuf Alfred Vogler eine hohe Hürde für weitere Stücke, die folgen sollen. Welche? Das steht noch nicht fest. Man darf sich aber jetzt schon darauf freuen.

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