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Königsbrunn

14.08.2017

„Die Polizei ist eine starke Marke“

Mit einem Geschenk vom Fördervein der Abteilung wurden die Seminarbesten geehrt (von links): Polizeidirektor Gerd Enkling, Polizeioberrat Robert Gehr, die Seminarbesten Alexander Reiner, Daniel Winter und Robin Schuehle, sowie Polizeidirektor Thomas Fichter und Erster Polizeihauptkommissar Armin Boehm, Vorsitzender des Fördervereins.
Bild: Claudia Deeney

Rund hundert Absolventen der Bereitschaftspolizei in Königsbrunn  beenden ihre zweieinhalbjährige Ausbildung. Eine junge Polizistin und eine Mutter gestehen ihre Gefühle.

Freude zeichnet das Gesicht der jungen Frau, als sie die Bühne im Bad Wörishofener Kursaal betrat, Erleichterung war darauf abzulesen, als sie diese wieder verließ. Die 23-jährige Angelika K. hatte soeben vor über 500 Gästen aus den Händen von Polizeidirektor Thomas Fichtner das Abschlusszeugnis der bayerischen Bereitschaftspolizei und gleichzeitig die Ernennungsurkunde zur Polizeimeisterin erhalten.

Die Zeit war schwer

„Die Zeit in Königsbrunn war schwerer, als ich es mir anfangs vorgestellt habe“, sagte die junge Frau. Schwer seien weniger die 18 Fächer gewesen, in denen die angehende Polizistin und ihre hundert Kollegen im Seminar ausgebildet wurden. „Die ungewohnte Abwesenheit von daheim war schon schwer“, führte sie als Hauptgrund an. Dies bestätigte auch ihre Mutter, die eigens aus Sigmaringen zu der Feierstunde angereist war. „Als Mutter macht man sich schon Sorgen. Die Fahrerei nach Königsbrunn und der Dienst, vor allen Dingen jetzt im Anschluss in der Einsatzhundertschaft lässt mich nicht immer ruhig schlafen“, räumte sie ein. Ihre Angelika, die auf Anhieb nach der Eignungsprüfung eine Zusage bei der bayerischen Bereitschaftspolizei bekam, würde diesen Weg jedenfalls noch einmal gehen. „Ich habe jetzt eine Wohnung in Augsburg. Damit ist die zum Teil stressige Zeit im Vierbett-Zimmer vorbei“, sagte sie und wandte sich anderen Absolventen zu, die mittlerweile zu einer Art Ersatzfamilie wurden.

Grundlagen für den Dienst gelernt

Polizeidirektor Gerd Enkling, Chefausbilder der bayerischen Bereitschaftspolizei, ging in seiner Rede ebenfalls auf Merkmale der Ausbildung ein: „Was am 2. März 2015 begann und nach 5000 Unterrichtseinheiten sowie zweier Praktika heute endet, vermittelte Ihnen die Handlungs- und Sachkompetenz, die sie als Grundlage für den täglichen Dienst brauchen.“ Der Beruf sei nicht einfach, Gefahren lauerten unvorbereitet. „Nicht immer reicht die Macht der Worte aus“, mahnte Enkling.

Die bayerische Polizei genieße im Bundesvergleich einen sehr hohen Stellenwert, sagte er: „Verteidigen sie diesen Platz mit Engagement und Verantwortungsbewusstsein. Die bayerische Polizei ist eine starke Marke.“

Seminarleiter Polizeioberrat Robert Gehr appellierte an die Absolventen, furchtlos und mit Respekt vor den Menschen den Dienst zu versehen. „Seien sie wie der schwarze Panther, dem Wappentier der Bereitschaftspolizei. Beobachten sie aufrecht und in Wächterstellung“, mahnte der gebürtige Schwabmünchner seine Schüler. Für die Menschen sei die Polizei der ständig erreichbare Rettungsanker in allen Situationen, dieser Rolle sollten die jungen Beamtinnen und Beamten gerecht werden.

Jetzt in die EInsatzhundertschaft

Neben einigen Fachverwendungen wird die Mehrzahl der jungen Absolventen aus Königsbrunn zunächst an den verschiedenen Standorten der Einsatzhundertschaften der Bereitschaftspolizei ihren Dienst versehen.

Für die Politik dankte Bad Wörishofens Bürgermeister Paul Gruschka den Polizisten. „Die immer weiter um sich greifende Respektlosigkeit auch gegenüber Polizeibeamte ist sehr bedauerlich. Hier hat die Politik noch einiges aufzuarbeiten“, sagte er. Der Ausflug der Gäste in seine Kurstadt war nötig gewesen, weil die Polizei näher an Königsbrunn keinen geeigneteren Saal für so viele zu verköstigende Gäste gefunden hatte.

Königsbrunns zweite Bürgermeisterin Barbara Jaser sprach die Absolventen direkt an und wagte einen erweiterten Blick auf die Bedeutung der Polizeiarbeit für eine Demokratie. „Ihr Beruf hat immer mit Menschen zu tun, die Hilfe brauchen. Es ist mehr als ein Job“, stellte sie fest. Für die Demokratie sei diese Ordnungsgröße unverzichtbar. „Ich bitte sie, führen sie ihren Beruf mit Engagement und Einfühlungsvermögen für unsere Werteordnung aus“, sagte Jaser.

Mit der Einladung des Klarinettenquartetts des Polizeiorchesters Bayern unter der Leitung von Robert Erdt bewiesen die Organisatoren eine geschickte Hand, spiegelte sich in den Darbietungen doch das Wesen des Ausbildungsseminares wider. Die Klarinette, mal fröhlich perlend, mal nachdenklich und sentimental klingend, ließ die unterschiedlichen Charaktere und Stimmungen der jungen Beamten während der nun abgeschlossenen Ausbildungszeit aufleben.

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