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Walkertshofen/Landkreis

10.01.2019

Die Schule fällt aus und daheim schippen alle

In den Stauden liegen 20 bis 60 Zentimeter Schnee. Manche beschweren sich, andere nehmen es hin.  Warum ein Schulleiter für eine klare Regelung ist.

Familie Höß ist in Unterrothan nicht davor bange, eingeschneit zu werden. Ihr Gasthof zur Sonne hoch oben über dem Neufnachtal hat genügend Vorräte. Und am frühen Donnerstagnachmittag konnte der Hausherr auch mit dem Auto nach Langenneufnach hinunter fahren. Kurz zuvor hatte der Schneepflug der Verwaltungsgemeinschaft wieder einmal die Straße den Berg hinauf freigeschoben. Immer wieder muss auch Familie Höß zur Schippe greifen. Rund eine bis eineinhalb Stunden dauert es jedes Mal, die Wege rund um den Gasthof Sonne vom Neuschnee freizumachen. 30 bis Zentimeter sind alleine von Mittwoch auf Donnerstag gefallen. Wenn die Familie diese Menge nicht mindestens dreimal am Tag wegräume, wäre den Schneemassen nicht mehr beizukommen, sagt Katja Höß. Aber es nehmen alle locker. Es ist halt Winter und auch wenn er nicht immer so wuchtig zuschlägt wie dieser Tage, hat man in der Staudenregion seit jeher damit zu Leben gelernt.

Die Schneehöhe schwankt je nach Lage

Der Winter hat Teile des Augsburger Landes fest im Griff: Was abgedroschen klingt, trifft seit der Nacht zum Donnerstag zu. Stellenweise fielen innerhalb weniger Stunden über 20 Zentimeter Schnee. So etwa in Walkertshofen. Über 60 Zentimeter sollen gestern in Konradshofen zusammengekommen sein, fast 40 Zentimeter melden an dere Staudenorte. „Das ist rekordverdächtig“, sagt der Neusässer Meteorologe Klaus Hager. 1942 wurden seinen Unterlagen zufolge im Augsburger Land fast 70 Zentimeter gemessen. In Augsburg waren es etwas über 50 Zentimeter. Schneereich war aber auch der Winter 2006: In Neusäß fielen damals an die 60 Zentimeter Schnee.

In der Grundschule Walkertshofen waren am Donnerstag von insgesamt 108 Kindern nur 32 Buben und Mädchen anwesend. Die Fahrschüler aus den Gemeinden Mickhausen und Mittelneufnach konnten nicht zur Schule kommen, da die Busse nicht durchkamen. Auch der Kleinbus aus den Ortsteilen konnte die Kinder nicht zur Schule bringen, da er ebenso im Schnee steckengeblieben war.

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Am Freitag fällt der Unterricht aus

Der Unterricht in der Schule endete daher am Donnerstag aufgrund der geringen Schülerzahl bereits um 11.20 Uhr. Ob am Freitag der Unterricht ausfällt, konnte Rektor Gerhard Gerum zunächst nicht endgültig sagen. Er versucht jedoch alles, um einen Unterrichtsausfall in die Wege zu leiten. Denn er ist der Meinung, dass es gerade für Grundschüler sehr schwierig sei, an der Bushaltestelle auf den Bus zu warten und dann nach 30 Minuten – so die offizielle Regelung – nach Hause gehen zu dürfen, falls der Bus nicht kommt. Kinder in diesem Alter können die Zeit nicht abschätzen und hätten oft keine Uhr dabei, sagt der Rektor.

Am späteren Nachmittag stand es dann fest und war entsprechend organisiert: Am heutigen Freitag fällt die Schule in Walkertshofen ganz aus. Es fahren keine Schulbusse. Kinder, die trotzdem in der Schule erscheinen, werden dort betreut. Vielleicht helfen die Kinder lieber daheim beim Schneeschippen und bauen sich auch gleich eine Schneeburg dabei.

Der Bauhofleiter der Verwaltungsgemeinschaft Stauden, Klaus Brecheisen, sieht die derzeitige extreme Wettersituation entspannt. „Es ist jetzt einfach Winter. Da gehört es dazu, dass es viel Schnee gibt. Unsere Bauhofarbeiter tun was sie können, um die Straßen zu räumen.“ Problematisch sieht er allerdings die Erwartungen der Bürger. „Viele wollen, dass die Straßen sofort geräumt sind. Doch dies ist einfach nicht möglich.“ Alle Straßen würden regelmäßig geräumt. Die Weiler seien nicht von der Außenwelt abgeschnitten.

Split gibt  es kostenlos

Genauso sieht es auch Bürgermeisterin Margit Jungwirth-Karl in Walkertshofen, bei der zahlreiche Beschwerden von Bürgern eingehen. „Momentan muss man sich einfach auf andere Straßenverhältnisse einstellen. Doch das wollen viele Bürger anscheinend nicht.“ Sie selbst musste am Donnerstag auf eine Warenlieferung für ihren Hofladen warten. Normalerweise kommt der Lkw aus Marktoberdorf in der Nacht, diesmal kam erst um 10 Uhr vormittags aufgrund der Straßenverhältnisse.

Bürgermeisterin Margit Jungwirth-Karl wies darauf hin, dass sich Bürger Splitt aus den aufgestellten Splitttonnen am Straßenrand holen dürfen. „Letztes Jahr haben dies Bürger nicht in Anspruch genommen.“

Der Fischacher Bauernmarkt am heutigen Freitag, 11. Januar, entfällt aus Witterungsgründen. Die Wochenmarkt-Anbieter wollen am Freitag, 18. Januar wieder von 8 bis 12 Uhr vor Ort sein.

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