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Renaturierung

19.08.2014

Die Singold plätschert wieder

Vom Stadel im Hintergrund bis zur neuen Brücke schlängelt sich die renaturierte Singold nun durch die Wehringer Flur. Tisch und Bank laden zum Verweilen ein.
Bild: Ingeborg Anderson

Die Tierwelt wird gestärkt und der Naherholungswert steigt

Flussbegradigungen waren in den letzten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts sehr angesagt. Doch mittlerweile zeigen sich immer mehr die Nachteile dieser Eingriffe in den natürlichen Gewässerverlauf, und inzwischen geht man dazu über, Flüsse zu renaturieren. So auch die begradigte Singold zwischen Wehringen und Bobingen.

Wo das Flüsschen bisher optisch wenig reizvoll geradewegs auf das ehemalige Hoechst-Gelände zufloss, wurden an vier Stellen Eingriffe vorgenommen, sodass sich die Singold nun – gemütlicher – wieder durch die Wehringer Flur schlängelt. Die Ufer wurden aufgeweitet und teilweise abgeflacht. Große Steine sorgen nun für Wasserwirbel und für das typische Plätschern. Außerdem wurde das Ufer zusätzlich bepflanzt und eine Brücke über das Flüsschen errichtet, sodass Spaziergänger nun auf einem Rundweg zu beiden Seiten der Singold flanieren können.

„Es sind eigentlich zwei Projekte“, sagt Andreas Euba von der Gemeindeverwaltung Wehringen zu dem, was gerade am Singoldabschnitt zwischen Wehringen und Bobingen geschieht. Es sind die Renaturierungsmaßnahmen am Fluss sowie ein Bildungs- und Naherholungsprojekt, die hier Hand in Hand gehen.

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Die von der EU und dem Begegnungsland Lech-Wertach geförderte Maßnahme läuft seit 2009, und seither hat sich einiges im und am Fluss getan. „Es ist fantastisch, was sich hier inzwischen schon wieder angesiedelt hat“, sagt etwa Karlheinz Geißlinger, der sich hier mit seinen Kollegen vom Fischereiverein stark engagiert hat.

Es gebe jetzt mehr Insekten, und die Artenvielfalt im Fluss habe zugenommen. „Hier leben wieder Fischarten, die zuvor nicht mehr ablaichen konnten.“

Die so wiedergewonnene Artenvielfalt im Wasser kann von der neuen Brücke aus beobachtet werden. Und künftig wird eine Tafel über die hier lebenden Pflanzen und Tiere informieren. Auch die Menschen profitieren von dieser Maßnahme, denn das Erscheinungsbild des Flüsschens hat erheblich an Attraktivität gewonnen. Und eine Sitzgruppe lädt ein zu verweilen und der Singold beim neu gewonnenen Plätschern zuzuhören.

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