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Königsbrunn

08.10.2019

Die Stadt greift dem Imkerverein unter die Arme

Bei Anschaffungen wie dieser Honigschleuder will die Stadt dem Imkerverein Königsbrunn unter die Arme greifen.
Bild: Marion Kehlenbach

Die Hälfte der Kosten für Anschaffungen des Vereins werden aus dem Stadtsäckel bezahlt. Warum sich die Räte für diese großzügige Hilfe entschieden haben.

Er ist einer der ältesten Vereine der Stadt, der Imkerverein Königsbrunn, gegründet kurz nach der vorletzten Jahrhundertwende, anno 1900. Doch in den vergangenen Jahren war es recht still um ihn geworden. Vor zwei Jahren jedoch trat ein neuer Vorstand mit neuen Ideen und neuem Elan an. Seitdem ist die Zahl der Mitglieder schon um 50 Prozent gestiegen, von 28 auf 42. Aktuell betreut der Verein zehn Probeimker, er kann also durchaus weiter wachsen.

Doch dazu sind Investitionen in Gerätschaften rund um die Honiggewinnung nötig, die sich auf knapp 3000 Euro addieren. Fast die Hälfte davon kostet schon die Honigschleuder mit Motor. Mit einem Jahresbudget von bisher etwa 600 Euro sei das nicht zu stemmen, signalisierte der neue Vorsitzende Thomas Tabbert in einem Gespräch mit Bürgermeister Franz Feigl. Also hat der Verein nun einen Zuschussantrag an die Stadt gestellt. Die hat Investitionen der Vereine, wenn sie auf das satzungsgemäße Ziel ausgerichtet waren, bisher in der Regel mit einem Drittel der Kosten unterstützt. „Ziel des Vereins ist es, die Imkerei wieder mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken“, erläuterte Feigl: „Sie wollen mit mehr Öffentlichkeitsarbeit neue Imker gewinnen.“ Feigl betonte, die Imkerei sei ja „nicht irgendein Hobby“, diese Aktivitäten seien gerade mit Blick auf den Rückgang von Insekten auch im öffentlichen Interesse. „Da wäre eigentlich ein Zuschuss von 50 Prozent angemessen“, regte er an. Entsprechend habe die Stadt ja auch die Fledermausstation auf Gut Morhard unterstützt.

Königsbrunner Imker wollen Kindergärten und Schulklassen einbinden

Dem stimmte Helmut Schuler (Freie Wähler) umgehend zu: „Mindestens 50 Prozent.“ Die Imkerei sei längere Zeit etwa belächelt worden, doch inzwischen habe sie einen anderen Stellenwert. Peter Lösch (SPD) sprach von einem „Leuchtturmprojekt“, da der Verein ja auch Kindergärten und Schulklassen einbinden wolle. „Wir müssen aber die 50 Prozent gut begründen, damit nicht andere Vereine darin einen Präzedenzfall sehen“, sagte Lösch. Alwin Jung (Grüne) stimmte in beiden Punkten zu. Die Projekte des Vereins seien angesichts des Insektensterbens sehr wichtig, doch dürfe dabei das „Förder-Gefüge“ nicht durcheinander kommen. Er regte an, die Regeln zu überarbeiten. Norbert Schwalber (CSU) erwähnte die Bauern in der chinesischen Provinz Sichuan, die mittlerweile ihre Obstbäume mit Pinseln bestäuben müssen, weil Insektizide die Bienen in der Region ausgelöscht haben. Auch die CSU sei für eine hohe Förderung. So fiel die Entscheidung für den Fördersatz von 50 Prozent einstimmig. (hsd)

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