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Landkreis Augsburg

04.01.2021

Die Sternsinger gibt es im Landkreis Augsburg wegen Corona diesmal online

Die schönen Sternsingergewänder müssen dieses Jahr im Schrank bleiben, bedauert Oberministrant Jonas Stadelmair.
Bild: Anja Fischer

Plus In Zeiten von Corona ist vieles anders - das gilt auch für die Sternsinger. Was sich die Pfarreien im südlichen Landkreis Augsburg überlegt haben.

Der Zug von kostbar gekleideten Königen mit goldenen Kronen und Sternträgern, die ihnen voran durch die Straßen unserer Orte eilen, wird in diesem Jahr wohl von niemandem entdeckt werden. Überall werden die Türen verschlossen bleiben, nirgendwo die Heiligen Drei Könige anklopfen und ihren Segen über das Haus und seine Bewohner sprechen.

Auch in Bobingen werden die Gewänder der Heiligen Drei Könige und ihrer Begleiter in ihrem Raum im Keller des Laurentiushauses bleiben müssen, bedauert Oberministrant Jonas Stadelmair zusammen mit seinen Kollegen Bernhard Endres und Tobias Lenz. „Die Minis, die bei uns mitlaufen, freuen sich jedes Jahr schon auf die Aktion“, erzählt er. Üblicherweise sind in Bobingen an zwei Tagen neun bis zehn Gruppen mit fünf oder sechs Personen unterwegs. „Also pro Tag rund sechzig Sternsinger“, zählt Stadelmair zusammen. „Alles Jugendliche, die für Kinder aus ärmeren Ländern Geld sammeln und dazu den Menschen den Segen ins Haus bringen.“

Landkreis Augsburg: Viele warten auf die Sternsinger

Gerade letzteres sei für viele Menschen sehr wichtig und gehöre einfach zum Jahresanfang dazu, weiß Stadelmair. „Vor allem ältere Menschen warten schon darauf, bis wir endlich läuten und dann unseren Segensspruch aufsagen und die traditionelle Markierung an die Haustür schreiben oder kleben.“

20 * C + M + B + 21 steht dort geschrieben. Das C, M, B steht dabei nicht – wie manche denken könnten– für die Namen der Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar, sondern ist eine Abkürzung für „Christus mansionem benedicat“ – Christus segne dieses Haus. Und gerade dieser Haussegen ist für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil der ersten Januartage.

Die Aufkleber für die Türen liegen in Bobingen in den Kirchen aus.
Bild: Anja Fischer

„Wir hatten erst schon angedacht, dass wir uns nur an bestimmten Plätzen aufstellen und die Menschen dort hinkommen und den Segen abholen können, aber am Ende mussten wir uns doch entscheiden, in diesem Jahr gar keine Sternsingeraktion durchzuführen“, bedauert Jonas Stadelmair.

Segen gibt es wegen Corona in Bobingen per Video

Um die Aktion nicht ganz verloren zu geben und den Menschen wenigstens online die Möglichkeit zu geben, die Bobinger Sternsinger ins Haus zu lassen, ist eine Ministrantengruppe trotzdem in die Gewänder geschlüpft, damit der Sternsingersegen auf Video aufgezeichnet werden konnte. Dieses Video ist auf dem Youtube-Kanal der Pfarrei St. Felizitas abrufbar. Die Segensaufkleber für die Haustüren liegen in den Kirchen bereit und können dort nach den Gottesdiensten mitgenommen werden.

In Königsbrunn kommen die Sternsinger am Mittwoch, 6. Januar, in fünf Messen zu ihrem Auftritt. Außerdem können die Gläubigen in den Kirchen kleine Tüten mit Sternsinger-Utensilien mitnehmen. Darin befindet sich Kreide zum Beschriften des Türstocks oder alternativ ein Aufkleber mit der Segensbotschaft. Zudem gibt es eine kleine Menge Weihrauch und Kohle zum Entzünden und Handzettel, auf denen das Anliegen dargestellt wird, das die Sternsinger-Aktion in diesem Jahr unterstützt.

In der Pfarreiengemeinschaft Schwabmünchen verteilen Mitglieder der Pfarreiengemeinschaft Briefe. Sie enthalten einen Aufkleber mit dem Segensspruch „20 * C + M + B * 21, den Gläubige selbst an der Tür befestigen können. Über einen QR-Code ist der Segensspruch auch zu hören.

Sternsinger: Schwabmünchner sammeln für ein Projekt in Uganda

Dem Brief liegt außerdem ein Schreiben bei, das darüber informiert, für welche Zwecke die Sternsinger in Schwabmünchen sammeln. Unterstützt wird in diesem Jahr ein Schulprojekt in Uganda von Pfarrer Joachim Mugalu, mit dem die Pfarreiengemeinschaft seit vielen Jahren verbunden ist. Denn wie Schwabmünchens Pfarrer Michael Leutgäb schriftlich mitteilt: „Wir wissen, dass gerade jetzt in Zeiten von Corona die Not in Uganda enorm ist.“ Am Mittwoch, 6. Januar, kommt dann jeweils eine Sternsingergruppe zu den Gottesdiensten in Schwabmünchen, Schwabegg, Mittelstetten und Klimmach.

Auch die Pfarrgemeinde St. Vitus in Oberottmarshausen hat sich eine besondere Aktion ausgedacht. So stehen ab Dienstag in der Kirche kleine Tüten mit Kreide, Weihrauch und dem Segenspruch der Heiligen Drei Könige zum Abholen bereit. Dabei können Gläubige auch Spenden für die Sternsingeraktion abgeben.

In der Pfarrkirche in Obermeitingen besteht am Mittwoch, 6. Januar, von 10 bis 14 Uhr ebenfalls die Möglichkeit, ein Segenspäckchen abzuholen.

Die Segenssprüche in der Kirche St. Nikolaus werden die Sternsinger in Großaitingen während der Gottesdienste sprechen am 6. Januar um 10.00 Uhr, 9. Januar um 18.30 Uhr und 10. Januar um 10 Uhr. Mit der Kinderhilfsaktion soll in diesem Jahr besonders die Not der elternlosen Kinder in der Ukraine gemildert werden. Die Spendendosen stehen in Großaitingen in folgenden Geschäften und Betrieben (ab 7. Januar): Bäckerei Birzele und Müller, Marienapotheke, Hofbetrieb Mayr, Bioladen Egger, Schustermühle, Tankstelle.

Im Lechfeld bieten die Pfarreien an, die Sternsinger in der Kirche zu besuchen: Am 6. Januar in der Zeit von 10 bis 16 Uhr sind die Sternsinger in den Pfarreien Klosterlechfeld, Untermeitingen und Lagerlechfeld und in Obermeitingen von 10 bis 14 Uhr in der jeweiligen Kirche (in Lagerlechfeld vor der Kirche), sodass man sich den Haussegen in Form eines Päckchens (Weihrauch, Kohle, Kreide) abholen kann. Dabei kann auch eine Gabe für die Sternsingeraktion abgegeben werden.

Info: Spenden können die Sternsinger für das diesjährige Projekt „Kindern Halt geben in der Ukraine und weltweit“ so aber nicht sammeln. Sie bitten deshalb um eine Überweisung auf das Konto der Kirchenstiftung St. Felizitas bei der Raiffeisenbank Bobingen, IBAN: DE 84 7206 9036 0000 0017 67 mit dem Verwendungszweck: Sternsinger 2021.

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