Schwabmünchen/Untermeitingen

07.02.2014

Die Suche geht weiter

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3 Bilder
Mantrailer & Rettngshunde aus Starnberg  suchen den vermissten Radler aus Untermeitingen im Wald bei Schwabmünchen.
Bild: Reinhold Radloff

Rettungshunde aus Starnberg sollen jetzt den vermissten 49-jährigen Radler aus Untermeitingen finden

Hübl fuhr mit seinem Rad oft am Sonntag kreuz und quer stundenlang durch den Landkreis. Diesmal kehrte er von seiner Tour nicht wieder zurück. Warum? Niemand weiß es. Alle Suchaktionen mit Feuerwehr, Hubschrauber, Polizei und Hunden halfen nichts.

In Starnberg lasen dann die Mitglieder vom Verein „Mantrailer & Rettungshunde Starnberg“ und boten ihre Hilfe an. Mit sieben Hunden und ebenso viel Mann suchten sie bereits am Mittwoch bis 1.30 nachts und verfolgten eine rund 30 Kilometer lange Strecke. Am gestrigen Donnerstag starteten sie wieder gegen 14 Uhr im Wald in der Nähe von Schwabegg.

Mit einer starken blauen Binde bandagiert sich Rovena Langkau die Fußgelenke: „Ich habe mir schon so oft im Wald im Unterholz die Füße verstaucht, jetzt bandagiere ich sie schon vorher, um mehr Halt zu halben.“ Warum das wichtig ist, kann man erst verstehen, wenn man gesehen hat, wie so eine Suche abläuft:

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Nur für den Bruchteil von einer Sekunde schnuppert Zaphira, scheinbar völlig beiläufig, an einer Einlegesohle des Vermissten. Und schon nimmt sie die Witterung auf, rennt sie los, dass die Hundeführerin ihre liebe Mühe hat, an der stramm gespannten Leine zu folgen. „Das ist eine richtig sportliche Angelegenheit“, erklärt Jürgen Römmler, Zugführer bei dem Starnberger Verein.

Wie findet der Hund überhaupt die Spur eines Radfahrers? „Der Mensch verliert ständig, für uns völlig unbemerkt, Millionen Hautschuppen, eine Art DNA. Die erkennt der Hund, der ungefähr 250 bis 300 Millionen Riechzellen hat, und kann auch ohne Bodenkontakt der Person die Fährte aufnehmen. Der Hund arbeitet quasi dreidimensional.“ Per GPS und Handy sind der Hundeführer und seine Helfer vernetzt, die am Ausgangspunkt warten. Nach gut einer halben Stunde erhalten sie einen Anruf: Der Hund braucht eine Pause. „Das ist, als würde der Mensch eine Stunde lang hoch komplizierte Differenzialrechnungen lösen. Dann lässt bei ihm auch die Konzentration nach“, so Römmler.

Die ganze Truppe fährt mit den anderen Hunden an den neuen Standort. Dann wird das suchende Gespann, ein Hund und zwei Menschen ausgewechselt und die Prozedur wiederholt sich: riechen, rennen.

Problematisch dabei ist, dass die Spur inzwischen rund vier Tage alt ist. „Deswegen kann der Hund sie nur noch sehr schwierig von der beispielsweise von vor einer Woche unterscheiden“, erklärt Lankau. „Schlimm wäre, wenn wir am Ende wieder in Untermeitingen landen würden.“ Erfolge können die Starnberger schon viele nachweisen: „Einmal fanden wir nahe Dachau einen Mann, der hatte nur noch 27 Grad Körpertemperatur.“ Er überlebte. Wie die Sache diesmal ausgeht? Keiner weiß es. „Aber Hauptsache, wir finden ihn überhaupt.“

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