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16.06.2009

Die "Tafel" eröffnet auf dem Lechfeld

Untermeitingen (SZ, monik) - So traurig es ist: Der Bedarf ist da, da ist Sonja Storch ganz sicher. Wie die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Untermeitingen berichtet, sind allein auf dem Lechfeld rund 200 Menschen von Hartz-IV-Leistungen abhängig, dazu 60 bis 70 Kinder. Sie alle gelten als bedürftig. Ihnen soll nun geholfen werden - mit der "Tafel". Anfang Juli will die Pfarrgemeinde mit Unterstützung der Caritas Schwabmünchen einen Laden auf dem Lechfeld eröffnen.

In den "Tafel"-Läden bekommen die Leute gegen einen kleinen Obolus Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs. "Das ist eine sinnvolle Sache", findet Sonja Storch. Sie und ihr zehnköpfiges Team haben in den vergangenen Monaten viel organisiert, um das Konzept auf dem Lechfeld umzusetzen.

Auch die bayerische Landesvertreterin des "Tafel"-Bundesverbandes, Christa Hamper, hat sich ein Bild vor Ort gemacht. "Das ist schlimm, dass man die Tafel auch hier braucht", sagt sie. Das Engagement der Ehrenamtlichen sei dringend notwendig. Denn bislang mussten die Lechfelder nach Schwabmünchen, um zur Lebensmittel-Ausgabe zu kommen. "Aber viele können sich ja nicht mal den Bus dorthin leisten", sagt Hamper.

Zusammenarbeit mit der Nachbar-"Tafel"

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All das wird sich nun ändern - auch mithilfe der Schwabmüncher Caritas. Sie betreibt seit 2001 eine Ausgabestelle in Schwabmünchen. Jetzt ist die Caritas auch Träger der "Lechfelder Tafel". "Wir freuen uns, dass auch dort etwas entsteht", sagt der zweite Vorsitzende des Caritasverbandes, Andreas Claus. Gemeinsam mit dem Untermeitinger Pfarrgemeinderat und Helfern aus allen Gruppierungen der Pfarrei wird die Zweigstelle auf dem Lechfeld Schritt für Schritt aufgebaut.

Als Standort ist das Pfarrhaus in Untermeitingen mit seinem Nebengebäude vorgesehen. Die ehemalige Registratur soll dafür hergerichtet werden. Einmal pro Woche - vermutlich mittwochs - wird die "Tafel" auf dem Lechfeld öffnen. Bedürftige können sich dort mit dem Nötigsten versorgen. Das Angebot gilt für alle Menschen auf dem Lechfeld.

Die Waren, die die Untermeitinger "Tafel" verkaufen wird, stammen aus den örtlichen Lebensmittelläden. "Fast alle machen mit", freut sich Sonja Storch. Bei allen fallen große Mengen an Lebensmitteln an, die zwar qualitativ völlig in Ordnung sind, im Wirtschaftskreislauf aber nicht verkauft werden können - und ohne die "Tafel" im Müll landen würden: Produkte mit nahendem Mindesthaltbarkeitsdatum, Backwaren vom Vortag, falsch verpackte Ware oder Obst und Gemüse mit kleinen Schönheitsfehlern. Diese Produkte werden die freiwilligen Helfer in Untermeitingen einsammeln. Die Caritas Schwabmünchen stellt dafür ein Auto zur Verfügung.

Weitere Helfer werden dringend gesucht

Bevor die Waren in der neuen "Tafel" über den Ladentisch gehen, ist noch viel zu tun. Weitere Helfer werden dringend benötigt. Am Donnerstag, 18. Juni, findet um 20 Uhr im Pfarrheim Untermeitingen ein Informationsabend statt. Andreas Claus wird dabei über die "Tafel"-Arbeit informieren.

Der große Arbeitseinsatz folgt am Samstag, 20. Juni. Dann wird die Registratur geräumt. Auch dafür werden noch freiwillige Helfer gesucht. Treffpunkt ist um 10 Uhr am Pfarrhaus bei "St. Stephan".

Übrigens: Ware bekommt nur, wer einen Berechtigungsschein vorweisen kann. Diese Scheine sind in der Sozialstation der Caritas in Untermeitingen, Lechfelderstraße 21, erhältlich. Es gelten die üblichen "Tafel"-Kriterien.

Informationen bei Sonja Storch unter (0 82 32) 7 89 50 oder bei Judith Aldinger unter (0 82 32)7 38 23.

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