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Untermeitingen

24.01.2020

Die Untermeitinger Kita "Am Heuweg" ist wieder trocken

Die Untermeitinger Kita Am Heuweg ist nach einem großen Wasserschaden wieder trocken. Thomas Patz (Patz BWS) überreicht Bürgermeister Simon Schropp die Berichte über die erledigten Arbeiten. Kitaleiterin Manuela Lutzenberger (links) und Elternbeiratsvorsitzende Simone Herzog haben die improvisierte Kinderbetreuung endlich hinter sich.
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Die Untermeitinger Kita Am Heuweg ist nach einem großen Wasserschaden wieder trocken. Thomas Patz (Patz BWS) überreicht Bürgermeister Simon Schropp die Berichte über die erledigten Arbeiten. Kitaleiterin Manuela Lutzenberger (links) und Elternbeiratsvorsitzende Simone Herzog haben die improvisierte Kinderbetreuung endlich hinter sich.
Foto: Daniel Weber

Plus Der Wasserschaden in der erst im Sommer 2019 eingeweihten Kita "Am Heuweg" in Untermeitingen ist behoben - für etwa 120.000 Euro. Ein Rückblick.

Im Juli 2019 eingeweiht, im Oktober ein riesiger Wasserschaden im gesamten Erdgeschoss: Der Start in der Untermeitinger Kita "Am Heuweg" verlief alles andere als glatt. Monatelang legte eine Spezialfirma das Gebäude trocken – währenddessen mussten die Kinder irgendwie betreut werden. Jetzt läuft die Kita wieder im Normalbetrieb.

Angefangen hatte das Drama im Heizungsraum der Kita: Ein Rohr, das in den Boden führte, war nicht richtig verschraubt worden und leckte. „Das Wasser ist aber nicht auf den Boden geflossen, wo es in einen extra für solche Fälle eingebauten Abfluss gelaufen wäre“, berichtet Bürgermeister Simon Schropp. Stattdessen sickerte es an einer Isolierung entlang in den Boden.

Undichtes Rohr war Grund für Wasserschaden in Kita Untermeitingen

Weil sich keine Pfütze bildete und das defekte Rohr ausgerechnet hinter der Tür war, fiel die undichte Stelle lange niemandem auf. Monatelang sammelte sich das Wasser zwischen Bodenplatte und Estrich, dann zog die Feuchtigkeit in die Wände ein. Dort bemerkten die Mitarbeiter der Kita schließlich feuchte Stellen.

Die Ursache war schnell gefunden, doch das Ausmaß des Schadens musste erst analysiert werden. Eine Fachfirma nahm Probebohrungen am frisch verlegten Boden vor. „Weil die Grundfläche des Gebäudes so groß ist, konnte sich das Wasser weit ausbreiten und viel mehr Schaden anrichten als zum Beispiel in einem Einfamilienhaus“, erklärt Thomas Patz. Er ist Inhaber der Firma Patz BWS, die die Trocknung in Angriff nahm. Dafür mussten in regelmäßigen Abständen Löcher in den Boden gebohrt werden. Große Lüfter bliesen mit Schläuchen heiße Luft in den feuchten Estrich. Diese nahm dort Feuchtigkeit auf und wurde wieder abgeleitet.

Die großen Lüfter brauchten viel Platz und machten Lärm.
Foto: Gemeinde Untermeitingen

Patz, der selbst in Untermeitingen wohnt, sei immer wieder von Eltern angesprochen worden: „Weil sich die Firma oft um schwere Fälle von Schimmelbefall kümmert und wir am Heuweg im Einsatz waren, glaubten viele, dass die Kita ein Schimmelproblem hat.“ Aber es sei Glück im Unglück gewesen: Die regelmäßigen Messungen des Instituts für Schadensverhütung und Schadensforschung hätten keine Spuren von Schimmel in der Luft festgestellt. Auch das Gebäude sei verhältnismäßig glimpflich davongekommen, sagt Patz. „Bei einer Holz- oder Gipsständer-Bauweise hätte es erhebliche Schäden an der Bausubstanz gegeben.“ In der Kita sei aber solides Material verbaut worden. Außerdem sei klares Wasser ausgelaufen, nicht Abwasser.

Wände in den Sanitäranlagen der Kita "Am Heuweg" waren aufgeweicht

Manches war aber doch nicht zu retten: Die Rigips- und Kartonwände in den Sanitäranlagen waren aufgeweicht und mussten ausgetauscht werden. Und ausgerechnet die bunt bemalte wasserfeste Tapete, an der Wasserspiele für die Kinder angebracht sind, ist ebenfalls nicht zu retten, berichtet Bürgermeister Schropp. Auch einige Fliesenleger- und Malerarbeiten standen an.

Überall im erst 2019 verlegten Boden finden sich nun Flicken, wo zum Trocknen Löcher gebohrt werden mussten.
Foto: Daniel Weber

Die Bodenbeläge wurden zum Trocknen entlang der Wände entfernt, dort schaut noch der Estrich heraus. Und bei genauem Hinsehen fallen die vielen kreisförmigen Flicken auf, wo die Schläuche der Lüfter in den Boden führten. Ob der gesamte Boden erneuert werde, stehe noch nicht fest, sagt Schropp. Alle wichtigen Arbeiten seien aber nun abgeschlossen. Patz schätzte die Gesamtkosten auf rund 100000 bis 120000 Euro. Die übernehme vollständig die Versicherung, merkt Schropp an.

Gemeinde Untermeitingen musste auch Kinderbetreuung sicherstellen

Neben Geld- und Technikfragen für die Trockenlegung musste die Gemeinde noch ein Problem bewältigen: Die Kinder mussten auch während der Monate betreut werden, in denen das Gebäude getrocknet wurde. Wegen der vielen lärmenden Lüfter, der im Weg liegenden Schläuche und eventueller giftiger Schimmelsporen in der Luft befürchteten alle Beteiligten, dass die Kita ausgelagert werden muss. Dafür habe es mehrere Notfallpläne gegeben, berichtet Schropp. Die Gemeinde habe unter anderem Vorkehrungen dafür getroffen, dass die Kita in eine leer stehende Asylunterkunft im Industriegebiet umziehen könne.

Kitaleiterin Manuela Lutzenberger war sehr erleichtert, als es dazu nicht kam. Sie berichtet, dass das feuchte Gebäude in zwei Etappen trockengelegt wurde. Weil es keine Probleme mit Schimmel gab, hätten die Gruppen lediglich in Zimmer wechseln müssen, die gerade nicht von den Arbeiten betroffen waren. „Es war ein gutes Miteinander“, lobt Lutzenberger die Zusammenarbeit zwischen Betreuern, Handwerkern und Gemeinde. Die Kinder hätten die Arbeiten sogar spannend gefunden. „Wir waren sehr froh, dass wir hier bleiben konnten“, sagt auch Elternbeiratsvorsitzende Simone Herzog. Sie hob positiv hervor, dass schon jetzt wieder Normalbetrieb herrsche und die Arbeiten nicht wie zuerst vermutet bis in den Mai gedauert haben.

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